18/05/2026
🕊️ ZUKUNFTSFORUM OBERKOCHEN: EIN VERSPRECHEN AN DIE NÄCHSTE GENERATION – FÜR EINE POLITIK, DIE VEREINT!
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
in den vergangenen Tagen wurde rund um das Zukunftsforum Oberkochen sehr emotional diskutiert. Auf Nachfrage der Presse habe ich vorab eine ausführliche Stellungnahme abgegeben. Dass die Redaktion die Argumente der größten Gemeinderatsfraktion und des Ersten Stellvertretenden Bürgermeisters bisher nicht abgedruckt hat, halte ich für den falschen Weg. Wenn nur noch Bedenken abgebildet werden, die Argumente der demokratischen Mehrheit aber ignoriert werden, ist das keine ausgewogene Berichterstattung mehr.
Die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt haben ein Recht darauf, sich ihr Bild auf der Basis aller Fakten und Meinungen zu bilden. Da es mir ein Herzensanliegen ist, dass Sie meine Beweggründe unzensiert, ehrlich und aus erster Hand erfahren, teile ich meine Gedanken heute direkt hier mit Ihnen.
Ich antworte Ihnen heute nicht nur als Fraktionsvorsitzender der CDU oder als Stellvertretender Bürgermeister, sondern vor allem als Bürger dieser Stadt. Als jemand, der Oberkochen von Herzen liebt, hier verwurzelt ist und sich jeden Tag fragt: Wie sorgen wir dafür, dass unsere Kinder auch in 30 Jahren noch sagen: „Ich bin stolz, in dieser starken und mutigen Stadt zu leben“?
Denn es geht bei diesem Projekt nicht um Beton oder Holz. Es geht um die Seele unserer Stadtentwicklung. Wollen wir nur verwalten, was wir haben – oder haben wir den Mut, Zukunft aktiv zu gestalten, so wie es auch die großen und kleinen Unternehmen hier in Oberkochen machen?
👇 HIER MEINE VOLLSTÄNDIGE STELLUNGNAHME IM WORTLAUT:
📌 DIE ENTSCHEIDUNG VOM 31. MÄRZ 2025: EIN MOMENT DES AUFBRUCHS
Diese Sitzung ist mir sehr präsent. Ich habe damals eine Ernsthaftigkeit gespürt, die über den Alltag hinausging. Gemeinsam mit der SPD haben wir zuvor die Stadtverwaltung aufgefordert zu prüfen, ob das Projekt etwas für Oberkochen wäre. Wir waren und sind überzeugt: Oberkochen hat Chancen, von denen andere nur träumen können. Für andere Gemeinden kommt das Projekt nicht in Frage, da diese nicht die Steuereinnahmen haben, solch innovative Ideen umzusetzen. Wir sind uns der Verantwortung bewusst, dass man hohe Steuereinnahmen nicht hortet, sondern immer wieder investiert um nicht, wie so oft, Forschung anderen Ländern zu überlassen. Das haben wir auch schon bei der Ansiedelung des Fraunhofer Instituts und bei der Unterstützung des Zeiss-Forums so gemacht. Die meisten Städte und Gemeinden müssen meist sparen, um die vielfältigen kommunalen Aufgaben zu bewältigen, wir sind in der glücklichen Lage, mit den Einnahmen Neues zu schaffen und der Entwicklung in Ort, Kreis, Land und Bund zu helfen.
Wir sind weltweit bekannt für Präzision und Innovation. Das ist ein Privileg, aber auch eine Verpflichtung. Wir haben geschlossen mit „Ja“ gestimmt – nicht für ein „Prestigeprojekt“, sondern für ein Versprechen an die nächste Generation. Eine Stadt darf nicht nur auf Krisen reagieren, sie muss Leuchtfeuer entzünden.
📌 WARUM ICH VON HERZEN ÜBERZEUGT BIN
Unsere Welt wandelt sich rasant. Nachhaltigkeit und Green Tech sind keine Schlagworte, sie sind die industrielle Zukunft unseres Landes. Der Koalitionsvertrag der neuen Landesregierung gibt auf Seite 22 eine klare Richtung vor: „Green Tech ist eine der dynamischsten Wachstumsbranchen in Baden-Württemberg und ein wichtiger Baustein für die industrielle Zukunft des Landes. Wir schaffen eine schlagkräftige Green Tech-Allianz, die Start-ups, Mittelstand, Handwerk, Industrie und Forschung vernetzt, und ermöglichen so Wertschöpfung und neue Arbeitsplätze.“. Ich finde: Oberkochen sollte nicht nur dabei sein, sondern ganz vorne mitlaufen.
Das Zukunftsforum wird ein Ort, an dem das Handwerk den Forscher trifft und der Schüler den Unternehmer. Wir bringen die lange Tradition unserer Holz-Kompetenz – denken wir an die Brucklacher Group – mit der High-Tech-Welt von ZEISS und HENSOLDT zusammen.
📌 EIN ARCHITEKTONISCHES WUNDER FÜR OBERKOCHEN
Stellen Sie sich vor: Mitten in unserer Stadt entsteht ein Gebäude, das im Land, vielleicht sogar weltweit für Aufsehen sorgen wird. Mit der Universität Stuttgart realisieren wir die „Universal Timber Slab“ – eine Deckenkonstruktion, die den Stahlbetonbau revolutionieren könnte. Dass eine solche Weltneuheit bei uns in Oberkochen Premiere feiert, erfüllt mich mit Stolz. Das ist kein „Glaspalast“, das ist ein lebendiger Beweis für unsere Innovationskraft.
📌 SORGEN ERNST NEHMEN – ZUVERSICHT SCHENKEN
Ich höre auch oft die Fragen der Bürger. Wer Verantwortung für Steuergeld trägt, muss kritisch sein. Aber wir müssen aufpassen, dass wir vor lauter Bedenken nicht das Träumen verlernen. In den letzten Monaten wurde oft gefragt: „Was kostet das?“ Viel zu selten wurde gefragt: „Was gewinnen wir?“
Ich wünsche mir mehr Zuversicht. Oberkochen war immer dann am stärksten, wenn wir mutig waren und nicht nur Probleme, sondern Möglichkeiten gesehen haben. Stillstand ist in einer sich wandelnden Welt der einzige wahre Rückschritt.
📌 WOHNRAUM, MOBILITÄT ODER ZUKUNFTSFORUM: WIR KÖNNEN BEIDES!
Es wird oft so getan, als müssten wir uns entscheiden. Das ist ein Trugschluss. Wir investieren massiv in Wohnraum –Wohnungen für hunderte Menschen sind in Planung oder Bau. Wir sanieren Straßen, fördern Vereine und bauen Kitas. Das Zukunftsforum kommt hinzu, es nimmt nichts weg.
Und ja, auch bei den Parkplätzen für das Zukunftsforum denken wir Mobilität modern: Die neue Tiefgarage der Dreißentalschule, bei großen Veranstaltungen der Besucherparkplatz von Zeiss, die Nähe der Bushaltestellen in der Heidenheimer Straße und die Bahnhofnähe zeigt, wie nachhaltiges Leben im Einklang mit Technik funktioniert. Wir schaffen hier ein Quartier der kurzen Wege und der hohen Lebensqualität.
📌 MEIN FAZIT: EIN JA AUS LIEBE ZU UNSERER STADT
Ich würde heute wieder genauso entscheiden. Nicht, weil alles einfach ist, sondern weil ich nicht möchte, dass wir in zehn Jahren sagen: „Wir hatten die Chance, aber wir hatten nicht den Mut.“ Mutig sein ist nicht einfach, aber der einzige Weg zu Fortschritt und Innovation
Das Zukunftsforum ist ein Zeichen dafür, dass Oberkochen an sich glaubt. Dass wir bereit sind, unseren Kindern nicht nur von der erfolgreichen Vergangenheit zu erzählen, sondern aktiv an ihrem Erfolg von morgen zu arbeiten.
Lassen Sie uns diese Diskussion mit Respekt und Sachlichkeit führen, aber blicken wir dabei mit leuchtenden Augen nach vorne. Denn am Ende wollen wir alle dasselbe: Ein starkes, herzliches und zukunftsfestes Oberkochen.
Viele liebe Grüße von
Rainer Kaufmann
Fraktionsvorsitzender der CDU-Fraktion
Erster Stellvertretender Bürgermeister der Stadt Oberkochen