26/04/2026
Am gestrigen Samstag gedachten die Gedenkstätte Deutscher Widerstand zusammen mit dem Reichsbanner Schwarz Rot Gold, Bund aktiver Demokraten e.V. in Anwesenheit von Alt-Bundespräsident Joachim Gauck den ermordeten Angehörigen des Reichsbanners, das im Jahre 1924 von den drei Parteien der Weimarer Koalition – SPD, Zentrum und DDP – gegründet wurde.
Obwohl auch die Deutsche Zentrumspartei der Gegenwart dem gemeinsamen Wirken der demokratischen Parteien zu Weimarer Zeiten stets ehrenvoll gedenkt, lehnt die aktuelle „Reichsbanner“-Führung eine gemeinsame Würdigung der gemeinsamen Geschichte ab, wie sie es auch ablehnte, im Jahr 2024 dem 100jährigen Bestehen des Reichsbanners gemeinsam zu gedenken.
Dessen ungeachtet nimmt sie immer wieder bezug auf den Beitrag, den die Deutsche Zentrumspartei seinerzeit geleistet hat, so auch im aktuellen Flyer, der an den Zentrumspolitiker Wilhelm Marx (1863 – 1946) erinnert. Das Zentrum empfindet diese Haltung der heute überwiegend von SPD-Mitgliedern geleiteten Vereinigung als geschichtsverfälschend und, soweit es auf die Ausgrenzung der heutigen Zentrumspartei gerichtet ist, auch als übergriffig. Es ist darüber hinaus mehr als unangebracht, wenn sich ein Bundespräsident a.D. und eine Stiftung des öffentlichen Rechts wie die Gedenkstätte Deutscher Widerstand mit einer solchen „Einverleibung“ der gemeinsamen Geschichte, der Tradition und der Rechte gemein machen, wie sie die 1870 gegründete Zentrumspartei ungeachtet aller politischen Entwicklungen bis heute trägt und behauptet.
Als ehemals stärkste deutsche Partei, die mehrfach den Kanzler stellte und erst als letzte deutsche Partei vor Hi**er zurückgewichen ist, lässt sich das Zentrum nicht einfach so – auch nicht durch die Mittel von Geld, Macht und Einfluss – aus dem „Grundbuch der Geschichte“ tilgen. Wir betonen vielmehr, dass, solange sich das SPD-geführte „Reichsbanner“ dem gemeinsamen Erbe nur parteipolitisch einseitig verpflichtet fühlt, es lediglich teil-legitimiert ist und damit dem ideellen Zweck der 1924 gegründeten Vereinigung zuwider handelt.