15/11/2023
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Es gibt eine neue Langzeitstudie mit einem traurigem Ergebnis: Für das massive Baumsterben ist der menschengemachte Klimawandel verantwortlich. Leider ist das erst der Anfang. Es ist vollkommen klar, daß wir das nicht lesen wollen, oder gar wahrhaben, daß wir hoffen, es möge alles wieder gut werden. Aber ob der Wald in Zukunft noch zu retten ist, ist vollkommen ungewiss.
Sehr stark betroffen ist ua der niedersächsische Harz. Etwa zwei Drittel der Fichten sind dort abgestorben.
Über 68 Jahre haben Heinrich Spiecker von der Universität Freiburg (Experte für Waldwachstum) und Hans-Peter Kahle eine Studie über das Baumsterben im Schwarzwald erstellt, die jetzt erstmals veröffentlicht wurde. Je kühler und feuchter es ist, desto wohler fühlen sich Bäume in Deutschland, doch die trockenen und heißen Perioden werden immer länger - darauf ist der Wald nicht vorbereitet. Die Bäume sind gestresst und verwundbar. Daher hat der Borkenkäfer auch leichtes Spiel und frisst sich durch die Rinde. Dabei unterbricht er Saftstromleitungen, die Nährstoffe von den Wurzeln zu den Blättern transportieren. In heiß-trockenen Perioden konnten sich Borkenkäfer stärker ausbreiten und so wurde das Baumsterben beschleunigt. Auch das ist Ergebnis dieser Studie.
Ein so großes Waldsterben wie jetzt hat es noch nie gegeben. Trotzdem endet auch der Holzeinschlag nicht, im Gegenteil.
Daher ist Wiederbewaldung eines unserer größten und wichtigsten Themen zur Zeit.
Momentan gibt es zwei Ansätze, die zur Rettung des Waldes verfolgt werden. Der erste Ansatz setz darauf, daß sich der Wald von selbst regeneriere. Das würde jedoch auch bedeuten, daß keinerlei Eingriffe stattfinden würden/dürften. Der Altbestand stirbt ab und schafft Platz für neue klimaresistentere Bäume - aber das braucht sehr viel Zeit.
Das andere Modell besagt, bestimmte Baumarten aus anderen Regionen zu pflanzen und den Bäumen mehr Wuchsraum zu verschaffen. Dies ist letztlich auch ein Feldversuch, aber eine andere Möglichkeit wird es nicht geben. Hoffen wir, daß ein Umdenken schneller stattfindet als das Waldsterben voranschreitet. Die Reduktion von Treibhausgasen ist ja nicht nur von Deutschland oder Europa, sondern der ganzen Welt abhängig. Energieträger spielen dabei übrigens auch eine große Rolle, daneben Verpackungen, Rohstoffe und Textilien. Weniger entsorgen, mehr reparieren, Ressourcen sparen...
Es kommt eine Zeit auf uns zu, in welcher wir wieder mehr Verzicht üben müssen. Ich denke allerdings nicht, daß grundsätzlich die Bereitschaft dafür da ist, zumal wir in einer absoluten Konsumgesellschaft leben. Aber man kann im kleinen anfangen, wie zB Licht und Wasser sparen, Lebensmittel von örtlichen Bauern kaufen etc
Wie denkt ihr darüber?