23/09/2026
Unser Freizeitbad muss eine Zukunft haben
6,1 Millionen Euro für das Freizeitbad Neukirchen-Vluyn
Am 30. September beschäftigt sich der Bauausschuss erneut mit einem der wichtigsten Zukunftsprojekte unserer Stadt: der Sanierung des Freizeitbades.
Für uns als CDU-Fraktion ist klar: Das Freizeitbad gehört zu Neukirchen-Vluyn und soll auch künftig ein Ort für unsere Stadt bleiben. Für viele Menschen ist es ein Stück Heimat. Generationen von Kindern haben hier ihre ersten Schwimmzüge gemacht, ihr Seepferdchen geschafft oder irgendwann zum ersten Mal den Sprung ins tiefe Wasser gewagt. Familien haben hier Familientage verbracht, Jugendliche sich mit Freunden getroffen und Vereine
unzählige Trainingsstunden absolviert.
Solche Erinnerungen lassen sich nicht in einer Kostenaufstellung beziffern. Trotzdem geht es bei der Zukunft des Freizeitbades um weit mehr als Nostalgie.
Schwimmen lernen braucht weiterhin einen Ort
Unser Freizeitbad ist Bildungsort, Sportstätte und Teil der sozialen Infrastruktur unserer Stadt. Hier findet Schulschwimmen statt. Kinder lernen schwimmen. Vereine benötigen Wasserflächen für Training und Sport. Familien, Jugendliche und ältere Menschen
finden Bewegung und Begegnung direkt vor ihrer Haustür.
Gerade weil immer wieder darüber gesprochen wird, dass Kinder nicht oder nicht sicher schwimmen können, brauchen wir wohnortnahe Möglichkeiten, es überhaupt zu lernen. Ein Schwimmbad ist deshalb für uns kein Luxusprojekt.
Der Sanierungsbedarf ist da
Dass Handlungsbedarf besteht, ist nicht neu. Bereits 2020 hat sich der Rat grundsätzlich mit der Zukunft des Freizeitbades beschäftigt. Damals wurden sowohl eine Generalinstandsetzung als auch ein Ersatzneubau untersucht. Ziel einer Generalinstandsetzung war bereits damals, das vorhandene Bad für weitere rund 20 Jahre betreiben zu können. Seitdem wurde geplant, gerechnet, untersucht und über unterschiedliche Möglichkeiten beraten.
Nun liegt mit der Vorlage 040/2020-7 „Freizeitbad 2027 – Investitionsbeschluss“ der nächste Schritt vor. Die Verwaltung stellt darin unmissverständlich fest: Der Sanierungsbedarf besteht. Der zeitliche Ablauf ist bereits eng gefasst und die Sanierung erscheint aus Sicht der Verwaltung auch unabhängig von einer möglichen
Förderung alternativlos.
Deshalb soll die Verwaltung die investiven Sanierungsmaßnahmen jetzt weiter konkretisieren. Auf dieser Grundlage soll anschließend der Finanzierungs- und Ausbaubeschluss vorbereitet werden. Zugleich sollen die notwendigen Finanzmittel in die Haushaltsplanung ab 2027 aufgenommen werden.
Förderung weiter im Blick, aber nicht auf der Stelle stehen bleiben
Die Verwaltung schlägt ausdrücklich vor, die notwendigen Entscheidungen unabhängig von einer möglichen Förderung weiter vorzubereiten. Gleichzeitig soll geprüft werden, ob sich die vorgesehenen Bauzeiten noch reduzieren lassen.
Denn weiteres Warten löst keines der bestehenden Probleme.
Das Bad wird nicht jünger. Auch die Baupreise entwickeln sich weiter. Die aktuelle Kostenbetrachtung berücksichtigt deshalb bereits erwartete Baupreissteigerungen bis zum Baubeginn sowie ein Risikobudget für Unvorhergesehenes. Zeit ist bei einem solchen Projekt also durchaus auch ein Kostenfaktor.
Bewahren heißt manchmal verändern
Natürlich muss bei einer Investition dieser Größenordnung genau hingeschaut werden. Kosten müssen nachvollziehbar sein, Fördermöglichkeiten ausgeschöpft und offene Fragen beantwortet werden. Das gehört zu einem verantwortungsvollen Umgang mit öffentlichen Mitteln. Aber nach Jahren der Diskussion muss irgendwann aus Planung auch Umsetzung werden. Dabei geht es nicht darum, alles so zu lassen, wie es einmal war. Eine umfassende
Sanierung bietet vielmehr die Möglichkeit, das Freizeitbad technisch auf einen zeitgemäßen Stand zu bringen. Die Verwaltung geht davon aus, dass insbesondere die erneuerte technische Gebäudeausrüstung den Einsatz von Strom, Wasser und
Wärme erheblich effizienter machen wird.
So kann etwas erhalten werden, das zu Neukirchen-Vluyn gehört und gleichzeitig fit für die kommenden Jahre gemacht werden.
Vielleicht werden die Kinder, die dort künftig ihr Seepferdchen machen, das Bad einmal genauso selbstverständlich mit ihrer Kindheit verbinden wie viele Erwachsene in unserer Stadt heute.
Genau darum geht es: nicht nur Erinnerungen zu bewahren, sondern auch Raum für neue zu schaffen.
Über das finale Wie müssen wir beraten. Über Zahlen müssen wir sprechen. Fördermöglichkeiten müssen wir nutzen und Entscheidungen verantwortungsvoll treffen. Aber nach all den Jahren sollten wir die Grundsatzfrage nicht immer wieder von
vorne stellen.
Wir wollen unserem Freizeitbad eine Zukunft geben – für unsere Kinder, unsere Schulen, unsere Vereine, unsere Familien und für alle Generationen in Neukirchen-Vluyn.
Jetzt ist es an der Zeit, den nächsten Schritt zu gehen.
Erste gute Nachrichten zu diesem wichtigen Thema erreichen uns von unserer Bundestagsabgeordneten Kerstin Radomski der CDU, die sich für die Sanierung eingesetzt hat:
Im Rahmen des Bundesprogramms "Sanierung kommunaler Sportstätten" erhält Neukirchen-Vluyn 6.131.700 Euro für die umfassende Sanierung.
Bereits im Haupt- und Finanzausschuss vom 27.11.2019 gab es ausdrücklich den „Antrag der CDU-Fraktion – Freizeitbad“. Die CDU beantragte, im Produkt 0802 Freizeitbad zusätzlich 50.000 Euro für eine Markt-, Standort- und Konzeptanalyse für ein neues städtisches Schwimmbad einzustellen und diese Summe mit einem
Sperrvermerk zu versehen. Der Antrag bekam dort allerdings keine Mehrheit (11 Ja, 13 Nein, 1 Enthaltung).
Im vergangenen Jahr hatte die CDU-Fraktion darauf gedrängt, die Zukunft des Freizeitbades auch finanziell abzusichern. Im März 2026 wurden schließlich 100.000 Euro für die weitere Planung in den Haushalt eingestellt. Damit sollte gewährleistet werden, dass die notwendigen Planungsschritte weitergeführt werden können.
Heute zeigt sich, wie wichtig es war, das Verfahren nicht zum Stillstand kommen zu lassen: Der Sanierungsbedarf besteht weiterhin und der Zeitplan ist inzwischen eng.
Wir als CDU freuen uns sehr über den Verlauf und werden ihn weiter begleiten.
Quelle: Stadt Neukirchen-Vluyn, Bauausschuss 30.09.2026, Vorlage 040/2020-7 „Freizeitbad 2027 – Investitionsbeschluss“.