28/05/2026
Bericht unserer Kameraden von Ihrer Reise zum Gardasee.
Es begann – wie die besten Stories beginnen, mit einer verrückten Idee. Sechs Freunde saßen zur späteren Stunde am Feuerwehrfest zusammen, italienische Klassiker ertönen über die Lautsprecher – dann kam der Gedanke: Scusi - Komm wir fahr’n mit den Schwalben an den Gardasee – nur für ein Gelati….
Jeder lachte über diese Idee – zwei Jahre später folgt die Umsetzung.
Es sollten uns vier Simson Schwalben, eine „treue“ Zündapp und der unverwüstliche Piagio Energy POWER begleiten. 900km lagen vor uns. Niemand wusste wirklich, ob die Maschinen das Schaffen – genau das machte den Reiz aus.
Die erste Etappe:
Am 23.05.2026 um 07:00 Uhr trafen wir uns am Gerätehaus der Feuerwehr Bilsdorf, die Luft kühl, die Straßen leer, die Euphorie riesig. Die Mopeds knatterten im Gleichklang über Landstraßen vorbei an kleinen Dörfern und neugierigen Blicken anderer Verkehrsteilnehmer. Nach rund 430km erreichten wir, nach kurzem Fotoshoot am Bodensee, Rankweil in Österreich. Das erste große Ziel, weil nur dort eine Unterkunft Platz für uns hatte. Die Körper waren müde, die Hände taub vom Lenker – aber niemand dache ans Aufgeben. Im Gegenteil: mit jedem Kolbenhub wurde klarer, dass diese spontane Idee tatsächlich funktionieren könnte.
Die zweite Etappe:
Die Landschaft wurde spektakulärer. Die Strassen schlängelten sich durch die Berge, die Luft wurde kälter und sauberer, die Zweitakter atmeten durch und setzen bis dato ungeahnte Kräfte frei. Kurzzeitig ausgebremst von einem langsam fahrenden Wohnmobil flogen die alten Blechdosen hoch zur italienischen Grenze, die triumphierend unter Beobachtung der Carabinieri überrollt wurde. Nach 770km erreichten wir den Kalterer See im Vinschgau. „erst einmal in den Pool“ – lautete die Devise.
Der Gardasee war plötzlich greifbar nah. Die Mopeds hatten bisher mehr geleistet, als viele ihnen zugetraut hätten.
Die letzte Etappe
Die dritte und letzte Etappe zog sich endlos, jeder hatte schwere Beine, Sonnenbrand und wahrscheinlich auch zu wenig Schlaf nach der langen, nächtlichen „Unterredung“ an der Rezeption.
Natürlich wäre es keine echte Mopedtour ohne Probleme.
Irgendwo in Südtirol begann die Zündapp plötzlich zu stottern. Erst kleine Aussetzer, dann Stillstand. Werkzeug wurde ausgepackt, Vergaser überprüft, Zündkerze getauscht und gefühlt jeder hatte eine andere Theorie. Mitten am Straßenrand wurde geschraubt, gelacht und diskutiert. Genau diese Momente machen die Reise besonders. Während die Zündapp streikte, hielten die Schwalben und der Energy Power tapfer durch – als wollten sie beweisen, dass die kleinen Motoren mehr Herz haben als die „Großen“. Nach kurzer Reparatur lief die Zündapp aber wieder.
Gleichzeitig entstand dieses besondere Gefühl, das nur auf solchen Reisen entsteht: völlige Freiheit.
Während unsere Kameraden unter schweißtreibenden Bedingungen in Rehlingen-Siersburg im Einsatz waren – kam dieser eine, langersehnte Moment:
Nach rund 900km rollten wir am Gardasee ein. Keine großen Reden, kein perfektes Timing, keine Siegerpose. Nur sechs Freunde, verschwitzt, müde und glücklich. Und natürlich gab es genau das, weshalb alles angefangen hatte.
Gelati am Gardasee
„Vielleicht war die Idee verrückt, vielleicht auch völlig sinnlos, aber an genau das, wird sich jeder von uns noch jahrelang erinnern.“