24/03/2026
65. Andechser Europatag – Impressionen
Am vergangenen Wochenende fand der 65. Andechser Europatag der Paneuropa-Union Deutschland statt. Der Blick richtete sich ganz auf die Bedrohungen aus der Einflusssphäre Rußlands. Die Frage, die sich die Teilnehmer stellten war: "Ist Rußland wirklich stark?". Dazu trugen Politiker und Wissenschaftler ihre Erkenntnisse vor.
Eindrücklich startete die Vorsitzende der Paneuropa-Jugend Ukraine, Anastasiia Hatsenko. Sie erzählte, wie sie den Kriegsbeginn erlebt hatte, und wie Rußlands Propaganda immer wieder die Wahrheit anzugreifen versucht: „Sie erzeugt gleichzeitig viele, oft widersprüchliche Versionen von Ereignissen, um die Menschen dazu zu bringen, nicht mehr daran zu glauben, daß es überhaupt Wahrheit gibt.“
Dr. Michael Paul (Stiftung Wissenschaft und Politik) dagegen klärte die Anwesenden über die strategische Bedeutung der Arktis auf, die seit den Drohungen Trumps jedem Europäer ins Bewußtsein gerufen wurde.
Die strategische Verknüpfung der Ostsee mit dem Schwarzen Meer und die Verwundbarkeit Europas stellte Professor Wilfried Jilge von Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik dar.
Der Abend klang nach einer politischen Einordnung durch Bernd Posselt, MdEP a.D. und Präsident der Paneuropa-Union Deutschland, bei den Gesängen des Iberisi-Chors im paneuropäischen Miteinander aus.
Am Sonntag, nach dem von Abt em. Emmeram Kränkl OSB zelebrierten Festgottesdienst zu Ehren des heiligen Benedikt, Patron Europas, konnten die Teilnehmer einer spannenden Diskussion zu der eingangs gestellten Frage zwischen dem Journalisten Andrey Gurkov, dem Europaabgeordneten Michael Gahler, Marie-Luise Beck, par. Staatssekretärin a.D. und Dr. Markus Ingelath folgen. Dabei wurde deutlich, daß Rußland nur so stark ist, wie es Europa werden lässt. Doch die Einflüsse russischer Propaganda und Geheimdiensttätigkeiten schwächen den inneren und äußeren Zusammenhalt Europas.
Der Andechser Europatag hat einmal wieder gezeigt, wie wichtig es ist, für Europa zu kämpfen. Denn wie bereits Richard Coudenhove-Kalergie erkannte: "Die einzige Kraft, die Pan-Europa verwirklichen kann, ist: der Wille der Europäer; die einzige Kraft, die Pan-Europa aufhalten kann, ist: der Wille der Europäer"
Fotos © Stefan Zwinge