08/05/2026
Heute vor 81 Jahren, am 8. Mai 1945, endete mit der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht der Zweite Weltkrieg in Europa. Nach Jahren von Vernichtungskrieg, Holocaust und beispielloser Gewalt wurde Deutschland vom Nationalsozialismus befreit. Für Millionen Menschen bedeutete dieser Tag das Ende von Terror, Leid und Unrecht – für viele andere begann ein langer Weg durch Verlust, Trauer und Neuanfang.
Der 8. Mai ist ein Tag der Befreiung. Und zugleich ein Tag der Erinnerung an die tiefsten Abgründe unserer Geschichte: an die systematische Ermordung von Millionen Jüdinnen und Juden, an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft, an die Zerstörung eines ganzen Kontinents. Diese Geschichte verpflichtet uns – dauerhaft.
Aus den Trümmern Europas ist eine Ordnung entstanden, die auf Zusammenarbeit, Recht und gemeinsamer Verantwortung basiert. Die europäische Einigung und die transatlantische Partnerschaft sind direkte Antworten auf die Katastrophen des 20. Jahrhunderts. Sie haben Frieden, Freiheit und Stabilität ermöglicht wie nie zuvor in unserer Geschichte.
Doch im Jahr 2026 ist dieser Frieden keine Selbstverständlichkeit mehr. Krieg ist nach Europa zurückgekehrt, internationale Regeln werden infrage gestellt, Sicherheit muss neu gedacht und gewährleistet werden. Die Lehre aus dem 8. Mai ist deshalb nicht nur „Nie wieder“ – sie ist auch: Nie wieder Wehrlosigkeit gegenüber denen, die Freiheit und Frieden angreifen.
Eine starke Außen-, Sicherheits- und Verteidigungspolitik in Deutschland und Europa ist Ausdruck genau dieser historischen Verantwortung. Sie sichert, was aus den Erfahrungen von 1945 gewachsen ist: ein freies, geeintes und friedliches Europa.
Erinnerung heißt Verantwortung. Und Verantwortung heißt heute mehr denn je, Frieden aktiv zu schützen.
Foto: picture alliance / akg-images I akg-images