12/12/2025
Internationaler Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen
25. November
Anlässlich des Internationalen Tages zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen am 25. November hat das Interkulturelle Muslimische Forum für Frauen und Familien e.V. (Imfff e.V.) in Riem Frauen eingeladen, um gemeinsam über Gewalt zu sprechen, zu informieren und zu sensibilisieren.
Die Veranstaltung fand am Vormittag bis zum Mittag in den Räumen des Imfff e.V. in Riem statt. In einer ruhigen und geschützten Atmosphäre kamen Frauen bei Kaffee und Tee zusammen, um sich über dieses sehr schwere und belastende Thema auszutauschen. Das gemeinsame Zusammensitzen schuf einen vertrauensvollen Raum, in dem Zuhören, Sprechen und gegenseitige Stärkung möglich waren.
Im Mittelpunkt standen die unterschiedlichen Formen von Gewalt gegen Frauen. Es wurde über körperliche, psychische, emotionale, strukturelle und institutionelle Gewalt gesprochen und darüber, wie Gewalt häufig schleichend beginnt, lange unsichtbar bleibt und insbesondere in Trennungs- und Umbruchssituationen eskalieren kann.
Uns war es an diesem Tag besonders wichtig, eine klare Botschaft zu vermitteln:
Gewalt gegen Frauen ist kein Problem muslimischer Frauen und kein Thema, das einer bestimmten Religion, Kultur oder Herkunft zugeschrieben werden darf. Gewalt betrifft Frauen überall. Sie findet in allen Ländern statt, in allen sozialen Schichten, unabhängig von Bildung, Einkommen oder Lebensstandard. Auch deutsche Frauen sind in hohem Maße betroffen. Gewalt ist ein gesamtgesellschaftliches Problem.
Wir möchten ausdrücklich betonen, dass Gewalt kein „fremdes“ Problem ist, das ausgelagert oder bestimmten Gruppen zugeschrieben werden darf. Pauschalisierungen, Stigmatisierungen und Diskriminierung verschärfen die Situation betroffener Frauen zusätzlich und verhindern, dass sie Hilfe suchen. Der Schutz von Frauen muss für alle gleichermaßen gelten.
Gleichzeitig wurde thematisiert, dass Frauen mit Migrations- und Fluchtgeschichte häufig zusätzlichen Hürden begegnen. Diese entstehen nicht aufgrund ihrer Religion, sondern durch strukturelle Benachteiligungen, Diskriminierung, Sprachbarrieren und erschwerte Zugänge zu Informationen und Hilfsangeboten.
Ein wichtiger Bestandteil des Treffens war die umfassende Information über Gewalt, Prävention und Schutzmöglichkeiten. Es wurden Informationsmaterialien ausgelegt, Präsentationen gezeigt und Videos eingesetzt, um die Inhalte verständlich, anschaulich und zugänglich zu vermitteln. Die Frauen konnten sich informieren, Fragen stellen und die Inhalte in ihrem eigenen Tempo aufnehmen.
Besonders bewegt hat die gemeinsame Auseinandersetzung mit einem aktuellen Fall aus Frankfurt, bei dem eine Frau während der Trennungsphase von ihrem Ehemann gewaltsam getötet wurde. Zurückgeblieben sind zwei Kinder, die nun ohne ihre Mutter aufwachsen müssen. Dieser Fall machte auf eindrückliche Weise deutlich, wie real und lebensbedrohlich Gewalt gegen Frauen ist und wie wichtig Prävention, Aufklärung und Schutzmaßnahmen sind.
Auch der religiöse Kontext wurde offen und klar eingeordnet. Es wurde unmissverständlich benannt, dass Gewalt in keiner Religion gerechtfertigt ist. Im Islam ist Gewalt gegen Frauen absolut inakzeptabel und widerspricht den grundlegenden Werten von Würde, Barmherzigkeit, Verantwortung und Schutz.
Die Veranstaltung wurde geleitet von Dina Bouskouchi Hamdani, psychosoziale Beraterin und Vorsitzende des Interkulturellen Muslimischen Forums für Frauen und Familien e.V., mit langjähriger Erfahrung in der Arbeit mit Frauen und Familien in belastenden Lebenssituationen und im Bereich Gewaltprävention.
Solche Veranstaltungen sind von großer Bedeutung, damit Frauen von bestehenden Hilfsangeboten erfahren, sich der eigenen Situation bewusster werden und dieses Wissen weitertragen können. Sensibilisierung wirkt über den einzelnen Raum hinaus in Familien, Freundeskreise und die Gesellschaft hinein. Gewaltprävention ist eine Aufgabe, mit der sich alle beschäftigen müssen.
Der Austausch hat erneut gezeigt, wie wichtig sichere Räume, diskriminierungsfreie Information und kontinuierliche Präventionsarbeit sind.
Wir danken allen Frauen für ihr Vertrauen, ihre Offenheit und ihren Mut. Als Interkulturelles Muslimisches Forum für Frauen und Familien e.V. in Riem setzen wir uns weiterhin dafür ein, Frauen unabhängig von Herkunft, Religion oder Lebenslage zu informieren, zu stärken und für ein gewaltfreies Leben zu sensibilisieren.
München 28.11.2025