Wie das Löschwesen in den Zeiten davor organisiert war, darüber geben verschiedene Verordnungen Auskunft. Eine noch erhaltene „Feyrordnung“ für Mundelsheim stammt aus dem Jahre 1745. Darin ist unter anderem zu lesen, dass 24 Mann eingeteilt waren, die Feuerspritze zu bedienen. Noch ältere Aufzeichnungen aus dem Jahre 1689 belegen, dass für „Feuersbrünste“ verschieden Gegenstände wie Feuereimer,
2 „hülzerne“ Feuerspritzen, Leitern und andere Geräte im Ort vorhanden waren. Im Jahre 1847, also 15 Jahre vor der eigentlichen Gründung der Freiwilligen Feuerwehr kaufte die Gemeinde eine Feuerspritze von dem Spritzenfabrikanten P.J. Die Leistung dieser Spritze die nur mit Muskelkraft betrieben wurde, lag bei ca. 400 ltr. Die Aufbewahrung der Feuerlöschgeräte war bis zum Bau des heutigen Gerätehauses immer ein besonderes Problem. und 19. Jahrhundert befand sich die Spritze beim Rathaus, verschiedenes Gerät in der Kelter. Im Jahre 1898 wurden die kompletten Geräte erstmals zentral in einer Remise des neu erbauten Farrenstalls untergebracht. Bei aller Ausrüstung und Ausstattung stand zu jeder Zeit stets der Mensch beim Kampf gegen das Feuer im Mittelpunkt des Geschehens. Schon damals schlossen sich die Feuerwehren zur Nachbarschaftshilfe im Kampf gegen den Roten Hahn zusammen. So berichtet die Chronik von einem Einsatz in Großingersheim im Jahre 1822. Damals waren 119 Mann aus Mundelsheim zur „Überlandhilfe“ in den Nachbarort geeilt. Von weiteren Einsätzen in Ottmarsheim und Großbottwar wir ebenso berichtet. Im Oktober 1822 war das Mundelsheimer Schulhaus in Gefahr, als im Dachstock ein Brand ausbrach. Mit „mehreren Güllen Wasser und feuchtem Dung“ konnte der Brand eingedämmt werden. Einschneidende Veränderungen brachte die Landesfeuerwehrlöschordnung im Jahre 1885. Auf Grund der damaligen Einwohnerzahl von 1675 Personen war ein bestimmtes Soll an Feuerlösch- und Rettungsgeräten vorgeschrieben. Auch der Mannschaftsstand mußte auf 153 Mann angehoben werden. Leider fehlten dieser erweiterten Mannschaft jegliche persönlichen Ausrüstunggegenstände die erst in den Folgejahren angeschafft werden konnten. Im Jahre 1912 konnte die Freiwillige Feuerwehr Mundelsheim ihr 50 jähriges Jubiläum feiern. Rechtzeitig zu diesem Jubiläum konnte die Wehr eine neue mechanische Feuerwehrleiter in Dienst stellen. Aus diesem Grunde war es möglich, die damalige Sollstärke von 139 Mann auf 121 Mann zu reduzieren. Ein verheerender Brand vernichtete im November 1915 die Mundelsheimer Mühle. Die Feuerwehren aus Hessigheim, Höpfigheim, Pleidelsheim und Ottmarsheim wurden zur Unterstützung gerufen. Bei einem weiteren Großfeuer im September 1930 wurden zwei Scheunen und ein Schuppen ein Raub der Flammen. Das angrenzende Wohnhaus wurde stark beschädigt. Beim Maschinendreschen entzündete sich Stroh, das Feuer breitete sich rasend schnell aus. Nach dem 2. Weltkrieg mußte die Feuerwehr komplett neu aufgebaut werden. Ab 1946 gab es wieder regelmäßige Übungen, die Ausrüstung wurde durch eine gebrauchte Tragkraftspritze ergänzt. In den Jahren 1947 und 1949 wurde die Wehr Waldbränden gerufen. Unter anderem brannte eine Jungpflanzung im Hofkammerwald. Im September 1965 begann die Motorisierung der Feuerwehr mit der Übergabe eines LF8 Opel Blitz. Eine ganze Reihe von Jahren blieb der Ort und die Wehr vor größeren Bränden verschont bis im Jahre 1971 in der Mühle wieder ein Brand ausbrach. Das Feuer konnte dank eines erfolgreichen Einsatzes rasch unter Kontrolle gebracht werden. Im September 1974 konnte die Feuerwehr in das neu erbaute Gerätehaus einziehen, in den Folgejahren wurde der Sprechfunk eingeführt und die Atemschutzausrüstung weiter ergänzt. Mit der Übernahme eines TLF8/24 im Jahre 1978 konnte die Einsatzbereitschaft der Feuerwehr stark verbessert werden. Ein Meilenstein in der Geschichte ist das 125-jährige Jubiläum der Feuerwehr im Jahr 1987. In Verbindung mit dem 5. Kreisfeuerwehrtag wurde das Ereignis mehrere Tage gebührend gefeiert. Neben Gästen aus dem Kreis waren auch Feuerwehrangehörige aus mehreren europäischen Ländern Gast in Mundelsheim. Anläßlich des Jubiläums konnte die Wehr ein neues LF8 in Dienst stellen. Das
alte Fahrzeug wurde an die Feuerwehr nach Bonyhad/Ungarn abgegeben. Zu diesen Kameraden besteht seither eine enge Freundschaft.