Mit seinem Waldfreibad bietet das idyllische Örtchen Much seinen Bürgern und Gästen eine Möglichkeit zur Sport- und Freizeitgestaltung, wie sie im näheren Umkreis nicht noch einmal zu finden ist. Sie verschönt durch das Frühschwimmen den Arbeits- oder Schulalltag, wird Teil des Ferienvergnügens und ist einfach ein Ort, an dem man sich treffen und erholen kann.
85 Jahre Wald-Freibad Much: Ein Rück
blick
„Alle Versuche eine Badeanstalt zu bauen mussten an der Geldfrage scheitern. Die männliche Jugend des Ortes hat sich daher zusammengeschlossen um das Geplante als Interessengemeinschaft zu schaffen. Sie haben die Ausschachtungsarbeiten übernommen, die bereits gute Fortschritte gemacht haben“*. Als im Jahre 1931 die „Interessengemeinschaft zum Bau einer Badeanstalt“ das Fundament für das Mucher Wald-Freibad legte, ahnten die Erbauer nicht, dass sich die Geschichte in 75 Jahren fast wiederholen würde...
Das Freibad in den Fünfziger Jahren
Schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde innerhalb der Mucher Gemeinde der Wunsch nach einer eigenen Badeanstalt laut. Doch bereits damals war die allgemeine wirtschaftliche Lage angespannt; eine Finanzierung seitens der Gemeinde oder aus privaten Mitteln schien unmöglich: „Infolge der unglücklichen finanziellen Verhältnisse in der sich Bürger, Staat und Kommunen befinden, ist es jedoch voraussichtlich auf Jahre hinaus nicht möglich eine Badeanstalt zu errichten …“*
Doch dann begann eine beispielhafte Kooperation zwischen Gemeinde, Bürgern sowie Vereinen und Firmen. Die Gemeinde schaffte eine wesentliche Voraussetzung für das Projekt, indem sie der Interessengemeinschaft das Gelände unentgeltlich zur Verfügung stellte. Außerdem unterstützte sie mit bezahlten Arbeitern, die bis zur Inbetriebnahme teilweise mit bis zu sechs Personen vor Ort agierten. Auch finanzielle Zuwendungen gab es - trotz knapper Kassen. Einen sehr großen Anteil am Gelingen des Projektes trugen selbstverständlich die ehrenamtlichen Helfer bei, die sich regelmäßig zusammenfanden, um mit eigener „Manpower“ das Gelände für ihren Traum nutzbar zu machen. Schlussendlich leisteten auch Bürger, Vereine und Firmen durch finanzielle und Sachspenden ihren bemerkenswerten Beitrag. In einem Bericht aus dem Jahre 1932 heißt es „Mit Anerkennung muss man daher heute nun feststellen, dass hier durch Einigkeit und guter Wille Grosses geleistet worden ist….“*
Das Freibad bei seiner ersten Eröffnung in den Dreissiger Jahren
75 Jahre später knüpfte das „Dreigestirn“ aus Gemeinde, Bürgern und weiteren Institutionen wieder an diese erfolgreiche Tradition an. Als erkannt wurde, dass das Wald-Freibad Much aufgrund finanzieller Einsparungen von der Schließung bedroht ist, fanden sich Gemeindevertreter und Residenten zusammen, um geschlossen um den Erhalt des Bades zu kämpfen. Eine Bürgerstiftung wurde gegründet, die das kommunale Bad übernommen hat und nun verwaltet. Das „Wunder von Much“ wurde in nur fünf Monaten wahr - von der ersten Informationsveranstaltung bis zur offiziellen Baderöffnung. Natürlich gab es in dieser Zeit aber auch Anlass, aufzurütteln und zu motivieren. Weitere Helfer wurden und werden gesucht – heute, wie damals: „Die an der Badeanstalt begonnenen Arbeiten sind bisher gut fortgeschritten. Trotzdem macht sich aber jetzt schon eine gewisse Ermüdung bemerkbar. So zeigte sich, dass an den letzten Abenden zu wenig Leute da waren und die Pferdefuhrwerke nicht voran konnten….. Diejenigen die überhaupt noch nicht da waren … haben Gelegenheit das Versäumte nachzuholen. Mit vereinten Kräften werden wir das Begonnene vollenden.“
Der Aufwand hat sich gelohnt. Heute kann die BÜRGERSTIFTUNG stolz auf das Erreichte sein. Vor allem darauf, dass sie den Traum ihrer Großeltern erhalten und mit neuem Leben gefüllt hat.
* Quellen und Zitate: aus Archiv der Gemeinde Much. Korrespondenz aus den Jahren 1928 - 1937
http://www.much.de/kunden/freibad/page.php?type=home&id=7