01/10/2020
Lindeplatz soll attraktiver werden!
Den Miltenberger Lindeplatz schätzen im Sommer vor allem auswärtige Motorradfahrer, um dort innenstadtnah ihre Maschinen zu parken. Doch dafür ist der beim Bau des Hochwasserschutzes neu angelegte Platz viel zu schade, findet Stadtrat Werner Heimberger (Freie Wähler). Sein Antrag auf »Attraktivitätssteigerung« wurde am Montag im Bauausschuss zwar grundsätzlich begrüßt, aber dennoch von allen anderen Stadträten abgelehnt.
Mehr Grün und mehr Bänke für mehr Aufenthaltsqualität für Einheimische und Touristen, das wollte Heimberger mit seinem Antrag erreichen und nannte dazu beispielhaft auch noch eine Boulebahn und eine Wassertretanlage, die er sich auf dem großen freien Platz vorstellen könne. Vor allem gehe es ihm darum, dass schnell etwas gemacht werde, so der FW-Stadtrat weiter. Auch als Einstieg in eine offene Diskussion mit den Bürgern über die weitere Gestaltung des Mainufers sei sein Antrag gedacht. Darüber wird in den städtischen Gremien seit einiger Zeit geredet. So hat die Stadt schon länger geplant, den Imbisswagen auf der Mainpromenade entlang des Schwarzviertels durch einen festen Kiosk zu ersetzen.
Dafür hatte aber das Landratsamt einen Bebauungsplan gefordert und das Stadtbauamt deshalb begonnen, sich über einen Gesamtplan für das Mainufer auf gesamter Länge vom Jagdhotel Rose bis zur Hallenbad Gedanken zu machen.
Klaus Wolf (Liberale) warnte deshalb dringend davor, am Lindeplatz einfach mit »irgendwas« zu beginnen, bevor dieses Gesamtkonzept stehe. Auch die Stadtverwaltung, so Cornelius Faust, der die Sitzung als stellvertretender Bürgermeister leitet, halte eine Gesamtplanung für notwendig: »Wir sollten nicht Platz für Platz vorgehen«, sagte er, bezeichnete aber den Antrag der Freien Wähler als »Anstoß, endlich was zu tun«.
Von Stadtbaumeister Dag Schöyen kam der Hinweis, dass für das Mainvorland Haushaltsmittel eingestellt seien, die den Kauf von Bänken, Sonnenschirmen und vielleicht sogar einer provisorischen Boulebahn ermöglichen würden. Das hatten auch Sabine Balleier (SPD) und Peter Huhn (CSU) als möglichen Kompromiss vorgeschlagen. Für größere Investitionen wie eine Wassertretanlage wollten jedoch auch sie ein Gesamtkonzept abwarten.
Einen konkreten Auftrag, welche von Heimbergers Ideen »schon jetzt für wenig Geld« umgesetzt werden sollen, erteilte der Bauausschuss nicht und verwies das Thema stattdessen in das »Strategieforum« des Stadtrats. Dort und in der Lenkungsgruppe, so Faust, solle die Gesamtplanung für das Mainufer vorangetrieben werden. Schließlich müsse bei den Wünschen nach mehr Außengastronomie, mehr Bäumen und besserer Gestaltung immer auch ans Parken und an die Messe gedacht werden.