13/05/2026
Abberufen. Mundtot gemacht. Rechte entzogen. – CDU und Bürgermeisterin Manuela Schmidt tragen dafür die Verantwortung.
In der Ratssitzung am 12. Mai 2026 wurde die Erste Beigeordnete Henni Krabbe abberufen. Der Antrag stammte von der CDU-Fraktion, eingereicht von deren Fraktionsvorsitzendem Bernd Haldorn. Bürgermeisterin Manuela Schmidt leitete das Verfahren. Die FDP / FW – Freie Wähler Fraktion hat dagegen gestimmt – und wir distanzieren uns ausdrücklich von dem, was an diesem Abend passiert ist.
Kein Grund. Bis heute nicht.
Seit dem 17. März 2026 hat die CDU-Fraktion Henni Krabbe abwählen wollen. Einen öffentlichen Grund dafür hat sie nie genannt. Nicht gegenüber Frau Krabbe, nicht gegenüber dem Rat, nicht gegenüber den Bürgern dieser Stadt. Bürgermeisterin Manuela Schmidt, die das Verfahren von Anfang an begleitet hat – und nach Erkenntnissen der Kommunalaufsicht bereits im Februar aktiv daran mitgewirkt hat, Vorwürfe gegen die Erste Beigeordnete in die Politik zu tragen – hat ebenfalls zu keinem Zeitpunkt öffentlich Stellung bezogen. Viereinhalb Jahre Arbeit für Menden. Kein Wort des Dankes. Kein Wort der Begründung.
Bürgermeisterin Manuela Schmidt hat Frau Krabbe das Wort verboten.
Unmittelbar nach der Abstimmung wollte Henni Krabbe das Wort ergreifen. Fünf Punkte wollte sie vortragen. Es war Bürgermeisterin Manuela Schmidt, die sie unterbrach: Das sei in diesem Verfahren nicht vorgesehen. Manuela Schmidt war es, die entschied, dass die abgewählte Erste Beigeordnete nichts sagen durfte. Das Gesetz verbietet die Aussprache vor der Abstimmung – nicht eine persönliche Erklärung danach. Das war eine Entscheidung der Bürgermeisterin. Nicht eine Rechtspflicht.
Geheime Abstimmung – kein Gesicht, kein Grund, keine Verantwortung.
Unsere Fraktion hatte die geheime Abstimmung beantragt – als letzten Schutz für Frau Krabbe, damit ihr wenigstens das öffentliche Tribunal erspart bliebe. Doch das Ergebnis war ein anderes: 43 Ratsmitglieder haben für ihre Abberufung gestimmt, ohne je öffentlich erklären zu müssen, warum. Keine Begründung, kein Name, kein Gesicht. Eine Entscheidung dieser Tragweite wurde getroffen, ohne dass irgendjemand dafür persönlich einzustehen hatte. Das ist das eigentliche Problem dieser Abstimmung.
Haldorn ließ auch den Rechtsschutz wegstimmen.
Keine zwei Minuten nach der Abberufung beantragte CDU-Fraktionsvorsitzender Bernd Haldorn die sofortige Vollziehung – und bekam sie: 46 Stimmen dafür, 12 dagegen. Das bedeutet: Frau Krabbe verliert ihr Amt sofort, selbst wenn ein Gericht ihr später Recht gibt. Ihr gesetzlich garantierter Rechtsschutz durch die aufschiebende Wirkung einer Klage wurde ihr in dieser Sitzung bewusst entzogen. Als Begründung nannte Haldorn den Wunsch, keinen langen Rechtsstreit zu riskieren. Anders gesagt: Man wollte verhindern, dass ein Gericht das Verfahren überprüft. Die FDP / FW Fraktion wird diesen Beschluss anfechten.
Was die CDU und Bürgermeisterin Manuela Schmidt in der Ratssitzung vom 12. Mai 2026 veranstaltet haben, war kein ordentliches demokratisches Verfahren. Es war eine abgesprochene Aktion, bei der eine Frau aus ihrem Amt gejagt wurde, ohne je erfahren zu dürfen, warum. Bei der ihr das letzte Wort verwehrt wurde. Und bei der man ihr am Ende auch noch den Weg zum Gericht verbauen wollte.
Manuela Schmidt – Unprofessionell und menschenunwürdig.
Die Ratssitzung endete nicht mit der Abberufung. Danach folgte die öffentliche Einwohnerfragestunde – und Mendener Bürgerinnen und Bürger stellten die einzige Frage, die an diesem Abend zählte: Warum? Manuela Schmidt verweigerte jede Antwort. Das Verfahren lasse keine Aussprache zu. Das mag für die Abstimmung gelten – nicht für die öffentliche Bürgerfragestunde. Wer das Gesetz als Vorwand nutzt, um Bürgerinnen und Bürgern in einer öffentlichen Sitzung Antworten zu verweigern, der hat seinen Amtseid als Bürgermeisterin falsch verstanden.
Das ist kein Einzelfall in dieser Sitzung. Manuela Schmidt hat Frau Krabbe das Wort verboten. Manuela Schmidt hat den Bürgerinnen und Bürgern die Antwort verweigert. Manuela Schmidt hat das Verfahren geleitet, das eine Verwaltungsmitarbeiterin nach viereinhalb Jahren ohne Grund, ohne Gehör und ohne Würde aus dem Amt entfernt hat.
Die FDP / FW – Freie Wähler Fraktion distanziert sich ausdrücklich von diesem Verhalten. Es ist unprofessionell. Es ist menschenunwürdig. Und es ist das genaue Gegenteil von dem, was eine Bürgermeisterin dieser Stadt schuldet – den Ratsmitgliedern, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Verwaltung und den Bürgerinnen und Bürgern Mendens.
Und es geht um mehr als Henni Krabbe.
Wer sich fragt, warum immer mehr Menschen das Vertrauen in demokratische Institutionen verlieren, wer nicht versteht, warum rechtsextreme Parteien Zulauf bekommen und etablierte Politiker pauschal als unwürdig betrachtet werden – der sollte sich ansehen, was die CDU und Bürgermeisterin Manuela Schmidt am 12. Mai in Menden aufgeführt haben. Eine Abwahl ohne Begründung. Eine Frau, der das Wort verboten wird. Politische Entscheidungen, die hinter verschlossenen Türen vorbereitet und in der Öffentlichkeit mit dem Mantel des Schweigens zugehängt werden. Genau das – dieses Gefühl, dass Machtentscheidungen getroffen werden, ohne dass jemand Rechenschaft ablegen muss – ist der Nährboden, auf dem politischer Extremismus wächst. Wer so handelt wie CDU und Bürgermeisterin Manuela Schmidt, hat keinen Grund, sich über das Erstarken der Rechten zu wundern.
Wir nennen das, was es ist: Würdelos.