Das Panzergrenadierbataillons 352 Mellrichstadt gehörte zu den Gründungsbataillonen des Heeres. Juli 1956 in Coburg unter der
Bezeichnung Grenadierbataillon 34 aufgestellt. Es war unter anderem bei der Bekämpfung der Hochwasserkatastrophe 1997 an der Oder, 1999 in Bosnien-Herzegowina und im Jahr 2005 in Afghanistan im Einsatz. 1986 erhielt der Verband als Auszeichnung das Fahnenband der bayerisch
en Staatsregierung durch den damaligen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß. Diese Würdigung wurde im Jahr 2000 durch den bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Edmund Stoiber erneut verliehen. In der Hainbergkaserne waren zeitweise über 1000 Soldaten stationiert. Leider wurde die Kaserne auf Grund der Strukturreform der Bundeswehr und dem damit verbundenem Truppenabbau im September 2006 geschlossen. DRAN-DRAUF-DRÜBER
Geschichte des Bataillons:
01.07. 1956: Aufstellung als Grenadierbataillon 34 in Coburg aus Angehörigen der III. Bundesgrenzschutzabteilung der Grenzschutzgruppe 2
26.07.1956: Verlegung des Bataillons in die erste Heimatgarnision WILDFLECKEN mit 150 Mann Stammpersonal
26.09.1956: Vereidigung der ersten Rekruten (Jahrgänge 1933-1937)
13.09.1957: Erster Kommandeurwechsel: OTL Tumma übergibt an OTL Eberhard
27.03.1958: Umbenennung in Grenadierbataillon 52, Unterstellungswechsel von der 4. Grenadierdivision (GIESSEN).
03.05.1960: Baubeginn der neuen Kaserne in MELLRICHSTADT
01.07.1960: Das Bataillon wird der neu aufgestellten PzGrenBrig 35 unterstellt, hiermit verbunden ist die Umbenennung in Panzergrenadierbataillon 352. Desweiteren Umgliederung in Heeresstruktur 2
05.09.1962: Die Vorkommandos vom PzGrenBtl 352 und vom FeldArtBtl 355 rücken in die neue Kaserne ein (die letzten Teile der beiden Btl treffen am 01.10.1962 ein)
16.11.1962: Offizielle Übergabe der Kaserne an OTL Hahn – In der Kaserne sind nun das PzGrenBtl 352, FeldArtBtl 355 und die Ausbildungskompanie 2/12 beheimatet
28.04.1965: Nach Übergabe im Preußenstadion in Münster treffen die Truppenfahnen der beiden Bataillone in MET ein
Oktober 1965: Umrüstung auf MTW
September 1967: 5 Jahre Garnision MET
Januar 1971: Umrüstung auf Spz HS 30
Mai 1971: Das Panzerartilleriebataillon 355 verlässt MELLRICHSTADT und verlegt in den Standort WILDFLECKEN – das PzGrenBtl 352 steht an der Ausfahrt zur B 19 Spalier
Mai 1973: Als 1. Bataillon der Kampftruppen in Bayern Umrüstung auf Spz Marder
30.07.1975: Der Generalinspekteur der BW, Admiral Zimmerman, besucht das Bataillon
13. bis 16.05.1976: 20 Jahre Panzergrenadierbataillon 352 mit großem Zapfenstreich, Tag der offenen Tür und Gottesdienst auf dem Marktplatz in MELLRICHSTADT
September 1976: Zum ersten Mal auf dem TrÜbPl SHILO in Kanada
08.06.1979: Schwerer Schlag für das Bataillon: Der Kommandeur – OTL Rust – und sein S2Offz – Olt Drescher – kommen bei einem Hubschrauberabsturz in der Gegend von HOLZMINDEN ums Leben. Die beiden befanden sich auf dem Rückflug von der Dienstaufsicht bei der 4. und 5./352 auf dem Übungsplatz Putlos. Auch der Pilot von der Heeresfliegerstaffel 12 stirbt. September 1980: Gefechtsübung “CERTAIN RAMPART”, dabei besuchen Verteidigungsminister Strauß und MdB Manfred Wörner das Bataillon
ab 01.10.1980: Umgliederung in die Heeresstruktur 4: Abgabe der 2. Kompanie an das neue PzGrenBtl 351 – die 4. Kp wird zur neuen 2. Kp, die neue MTW-Kp zur neuen 4. Kompanie
Juli 1981: 25 Jahre PzGrenBtl 352 mit umfangreichen Feierlichkeiten. Leider verunglückt auf dem Nachhauseweg ein Soldat tödlich. Juni 1982: 20 Jahre Garnision Mellrichstadt
September 1982: Teilnahme an der Gefechtsübung “CARBINE FORTRESS” – Das Bataillon hat zahlreiche Ausfälle im Offz-Korps zu vekraften (Verletzungen, Krankheit, fam. Gründe), schlägt sich aber dennoch tapfer. Der S2 Offz muss sich als KpChef bewähren, der KpChef 5. als S3-Offz, der S3 übernimmt das BTL.
07.05.1983: Ein besonderer Tag: Der Kommandeur, OTL Gliemeroth heiratet! März 1984: Die Ausbildungskompanie 2/12 wird nach HAMMELBURG verlegt
April 1984: Verlegung der PzJgKp 350 nach MELLRICHSTADT; KpChef ist Hauptmann Herrlinger
12.07.-03.08.1985: 1./352, 2./352 und 2./351, das PzBtl 354 und das Aufklärungsbataillon 12 üben in SHILO – Gefechtsübung “SCHWARZER BÄR / NASH TRAIL” auf den Schiessbahnen Aachen und Berlin
Oktober 1985: Sanierung des Sportplatzes - Die Kaserne erhält als 1. Standort der BW einen ganzjährig nutzbaren Kunstrasen. Weitere Vorteile: Geringerer Pflegeaufwand und weniger Verletzungsgefahren
Juni 1986: 30 Jahre PzGrenBtl 352, Überreichung Fahnenband der bayerischen Staatsregierung. Der Landrat des Rhön-Grabfeld-Kreises, Dr. Steigerwald bezeichnet das Btl als seine “38. Landkreisgemeinde”.
18.09.-26.09.1986: Manöver “FRÄNKISCHER SCHILD”
Juli 1987: 25 Jahre Garnision MELLRICHSTADT – dabei großer Zapfenstreich
März 1989: TrÜbPl MÜNSINGEN, Besuch durch den Kommandierenden General des III. Korps
09.10.1989: Aufnahme von ersten DDR-Übersiedlern in der Kaserne
21.06.1990: Das Bataillon gewinnt den Infanterie-Wettkampf des Heeres, den Rommelpreis
31.03.1992: Verlegung der Panzerjägerkompanie 350 nach Bad Salzungen
ab Oktober 1992: Umgliederung in die Heeresstruktur 5
01.04.1993: Fahrschulgruppe des PzGrenBtl 352 verlegt nach EBERN
30.08.1993: Das Bataillon bekommt die Traditionspflege der sich in Auflösung befindlichen PzGrenBrig 35 übertragen
30.09.1993: Auflösung der PzGrenBrig 35
01.10.1993: Unterstellung der verbleibenden Einheiten (PzGrenBtl 352, PzArtBtl 355, PzPioKp 350) zur Panzerbrigade 36, VEITSHÖCHHEIM
01.01.1994: Das Bataillon wird der 1.Gebirgsdivision unterstellt
16.03.1995: Entscheidung: Bataillon und Standort werden nicht aufgelöst
06.-17.11.1995: 1. Truppenwehrübung mit Aufwuchsbataillon 362
Juni 1996: 40 Jahr-Feier
Juli 1996: Der Panzerjägerzug zieht mit 50 Soldaten in der Kaserne ein, die Panzermörserkompanie wird wieder “schwere Kompanie”
29.07. – 09.08.1997: Einsatz der 3./352 beim Oder-Hochwasser
Januar bis März 1998: Großauftrag für das Bataillon: Ausbildung des gepanzerten Einsatzverbandes für 5. Kontingent SFOR auf dem TrÜbPl HEUBERG
30.04.1998: Inbetriebnahme des Schießsimulators für Handwaffen (AGSHP) – Die Hainberg-Kaserne erhält als eine der ersten Kasernen dieses Ausbildunsgerät
05.05.1998: Kommandeur 1. GebDiv und Befehlshaber im WB VI, Generalmajor Henninger besucht MET
Februar 1999: Ausbildungsunterstützung der Verstärkungskräfte SFOR und EF-Notfall durch 3./352 und 4./352 in MITTENWALD
27.04.1999: Dienstaufsichtsbesuch des Kommandierenden Generals des II. Korps – Generalleutnant Gliemeroth. Er war von 1981 bis 1983 Bataillonskommandeur in MET
September 1999: Zum 10. Male üben Einheiten des Bataillons in SHILO / Kanada.
06.06.2000: Verleihung des Fahnenbandes der Bay. Regierung an Kommandeur durch Ministerpräsident Stoiber
01.07.2001: Nach Auflösung der 1. GebDiv wird das Bataillon der 10. PzDiv SIGMARINGEN unterstellt.
02.01.2002: Die ersten Wehrpflichtigen mit 9 Monaten GWD werden eingezogen
08.01.2002: Dienstaufsichtsbesuch durch den KDR der 10. PzDiv, GM Oerding
08. 06. 2002: Zur Ausserdienststellung der PzBrig 36 wird in VEITSHÖCHHEIM durch das Bataillon der große Zapfenstreich durchgeführt
13.-15.06.02: Feierlichkeiten zum Jubiläum ” 40 Jahre Garnision”
01.07.2002: Unterstellungswechsel zur PzGrenBrig 30, ELLWANGEN – das Verbandsabzeichen ändert sich endgültig vom “Edelweiss” auf den “Staufer Löwen”
12.07.2002: Umgliederungsappell in ELLWANGEN – Offizielle Aufnahme des Bataillons
ab September 2002: Die Gebäude der Kaserne (zunächst SanBereich und 3. Kompanie) werden schrittweise saniert
November 2002: In der 2. Novemberwoche beginnt die Verlegung in den Einsatz KFOR für die betroffenen Teile des Bataillons (3. / 352 und anderer Kompanien)
Von November 2001 bis Dezember 05 wird das Bataillon zusätzlich mit der Aufgabe betraut, Personal für die Bewachungen von US-Liegenschaften abzustellen. Es handelt sich um Liegenschaften in der näheren Umgebung, aber auch in Mannheim, Degerloch, Darmstadt und Katterbach werden die Soldaten eingesetzt. Zeitweise sind hierfür 400 Soldaten gebunden. Februar 2003: Verlegung Teile 4./352 in den ISAF-Einsatz
April 2003: Der Bahnhof MELLRICHSTADT erhält eine Verladerampe für die Bahnverladung (bisher wurde immer in Wíldflecken verladen)
29.04.2003: Der 20. (und wohl letzte) Kommandeur – OTL Schmitz – übernimmt das Kommando von OTL Stipanitz
Mai 2003: Die 3./352 und andere Teile des Bataillons kehren aus dem KFOR-Einsatz zurück
30.06.2003: Alle Teile der 4./352 kehren wohlbehalten aus dem ISAF-Einsatz zurück
03.07.2003: Bataillonsappell zur Begrüßung der Einheiten aus dem Einsatz, gleichzeitig wird das PzGrenBtl 362 nach OBERVIECHTACH verabschiedet
01.10.2003: Beginn der Umgliederung in die STAN “Heer der Zukunft” – das Bataillon wird den Reaktionskräften zugeteilt – Abschluss ist zum 31.03.2004 befohlen
August 2004: Einrichtung Lagezentrum im Stabsgebäude I im Hinblick auf den Einsatz im Jahre 2005
01.11.2004: Die wohl traurigste Stunde; Der Kommandeur wird informiert, dass das Bataillon der Strukturreform zum Opfer fallen wird – Weitergabe der Information am 02.11.04 um 0700 Uhr in einer Infostunde Kommandeur
01.04.2005: Einrichtung eines Steuerkopfes Personal im Hinblick auf die im Jahre 2006 anstehende Auflösung des Bataillons
05.04.-09.04.2005: Erkundung im Einsatzland im Hinblick auf die Funktion als Leitverband im VIII. Einsatzkontingent ISAF. Vorangegangen war bereits eine zentrale Führerausbildung in KOBLENZ
11.04.2005: Das Bataillon wird offiziell in Kenntnis gesetzt, dass die Auflösung im April 2006 beginnen wird und bis 30.09.06 beendet sein wird
09.05.2005: Abstellung von 20 Soldaten für das 11. Kontingent KFOR
07/2005: Verlegung in den Einsatz zu VIII. Kontingent ISAF
12.09.2005: Die ersten SPz Marder werden nach über 32 Jahren aus MET abgeholt
16.09.2005: Im Quartalsappell werden bereits über 40 Soldaten verabschiedet, die im Zuge der Auflösung versetzt werden
29.11.2005: Gründung des Traditionsvereines
09.12.2005: Begrüßungsappell für die Einsatz-Rückkehrer – Gleichzeitig weitere Verabschiedungen und Versetzungen von Soldaten verschiedener Dienstgradgruppen
02.01.2006: Die 3./352 nimmt nochmals 80 Rekruten als “Fremdausbildung” auf
25.01.2006: Verleihung des Fahnenbandes der bayer. Staatsregierung in FÜSSEN, an alle Bataillone in Bayern, die in diesem Jahre 50 Jahre bestehen. Ein gewisse Ironie der Geschichte kann nicht verheimlicht werden…
30.03.2006: Letzter Schuss des Bataillons auf dem TrÜbPl WILDFLECKEN
13.03.-03.05.2006: Die DLO aus Veitshöchheim belegt die Kaserne mit zeitweise über 1.000 Soldaten im Rahmen der Übung “JOINT SWORD”. Hier wird der Gefechtsstand betrieben. Unterkunft findet die ÜbTruppe in den Gebäuden der bereits aufgelösten 2. und 4. Kompanie
28./29.05.2006: Feierlichkeiten zum 50. jährigen Bestehen des Bataillons. Großer Zapfenstreich auf dem Sportplatz in MELLRICHSTADT. Sommer 2006: Die noch bestehenden Patenschaften werden gelöst und die Traditionssammlung des Bataillons wird nach WILDFLECKEN verlagert, wo sie eine neue Heimat findet. So schliesst sich ein Kreis.
30.09.2006: Die Truppenfahne wird eingerollt, das Bataillon ist aufgelöst
15.10.2006: Der Kasernenfeldwebel verlässt als letzter Soldat die Kaserne und “löscht das Licht”. Ein paar links :
http://www.myvideo.de/watch/7234910/Hainberg_Kaserne_Mellrichstadt
http://www.hainberg-areal.de/cms/front_content.php?idcat=1
http://www.pzgren352.de/