29/03/2026
Georg II. von Sachsen-Meiningen war weit mehr als nur ein Theaterherzog:
Am 2. April 2026 jährt sich sein Geburtstag zum 200. Mal. Zu diesem Anlass wurde am Meininger Theatermuseum die Skulptur enthüllt, die Markus Lüpertz von ihm geschaffen hat.
Sie zeigt Georg II. in der Pose des Julius Caesar – als Hommage an seine Liebe zum Schauspiel. Shakespeare war der Autor, den Georg II. besonders schätzte und bevorzugt auf die Bühne brachte. Er führte selbst Regie, entwarf Kostüme und schrieb mit den Meininger Prinzipien weltweite Theatergeschichte.
Wir verdanken ihm unser Staatstheater, in dem heute 350 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus über 30 Nationen Theater machen. Wir verdanken ihm eine einzigartige Theatergeschichte. Und wir verdanken ihm die außergewöhnliche Tatsache, dass eine Stadt mit 25.000 Einwohnerinnen und Einwohnern rund 1.000 Theaterplätze an drei Spielstätten hat.
Doch Georg II. prägte Meiningen nicht nur kulturell. Unter seiner Regentschaft wurden Politik, Recht und Gesellschaft liberalisiert. Er stand für Reformen im Schulwesen, in Verwaltung und Wahlrecht, für mehr Chancen von Frauen in pädagogischen und akademischen Berufen und für Fortschritte im Gesundheitswesen, etwa mit der Herzog-Georg-Stiftung zur Ausbildung von Krankenschwestern.
Den Kritikern der modernen Skulptur sagen wir deshalb: Georg II. war selbst ein moderner Regent. Er hat nicht das Alte verwaltet, sondern Neues möglich gemacht – in der Kunst wie in der Gesellschaft. Ein zeitgenössisches Denkmal für einen solchen Mann ist kein Widerspruch. Es ist folgerichtig. Oder pointierter gesagt: Ein moderner Regent verdient kein Denkmal von gestern.