Die Schreibweise des Ortes war unterschiedlich: Riddesenowe, Riddessenowe und Rydzenov. „Rydz“ (Reizker, ein Pilz) oder „rydzy“ (rot, rotgelb) können Bedeutung bei der Ortsnamenbildung gehabt haben. Es kann aber auch als Ort des Rydzen (Name) gedeutet werden. Den Zusatz „Groß“ erhielt der Ort im Zusammenhang mit der deutschen Besiedelung. Eine Wassermühle in Ortsnähe wird 1287 angegeben. Der Ort w
ird etwas später (1304) erstmals schriftlich genannt, als der Fürst von Werle dem Ritter Deneke zwei Hufen für den Bau einer Kapelle schenkt. Eine Glashütte wurde 1711 (Genehmigung des Baues) und 1721 erwähnt. Viele Ritterfamilien waren in den folgenden Zeiten Besitzer im Ort. Das 1857 genannte Rittergut bestand bis zur Aufsiedlung, die 1938 begann, nachdem die Siedlungsgesellschaft Ostland seit 1935 Vorbereitungen dafür getroffen hatte. Gutshaus Groß Ridsenow
Das Gutshaus von Groß Ridsenow ist von einem großen sehenswerten Park umgeben. Das architektonisch ansprechend gestaltete Gebäude war 1776 als Fachwerkbau mit Mansardwalmdach errichtet worden. Die hohen Sprossenfenster am Haus blieben erhalten. Der Mittelrisalit ist im Erdgeschoss verputzt, im oberen Teil weist er noch Fachwerk auf. Im Dreiecksgiebel befindet sich ein ovales Fenster. Das Gutshaus ist verkauft, steht aber leer. Baustil/Bauweise: Fachwerk, Barock
Kontakt:
An den Wiesen 5
18299 Groß Ridsenow
Park
Der 4 ha große Park von Groß Ridsenow zeichnet sich durch einen gut erhaltenen Altholzbestand aus. Besonders fallen die ehrwürdigen Linden und Robinien auf. Auf einer Fläche sind Weißbuchen als kleine Alleen gepflanzt. Sie waren vermutlich früher regelmäßig in Formen geschnitten worden. Siedlerhaus
Die Siedlerhäuser von Groß Ridsenow waren von der Siedlungsgesellschaft von 1935 bis 1938 für 25 Stellen errichtet worden. Das dazugehörige Land umfasste Flächen von 20 bis 40 ha. Interessant war, dass die Kaufverträge die Verpflichtung enthielten, Zuckerrüben für die Zuckerfabrik von Tessin anzubauen. Friedhof mit hölzernem Glockenstuhl
Die Kapelle hat die Zeiten nicht überdauert. Nur die Fundamentreste blieben erhalten. Auf dem Friedhof steht ein großer hölzerner Glockenstuhl.