02/09/2026
Am 1. September 2026 haben wir zum sechsten Mal Stolpersteine in Mayen verlegt — sieben Steine an drei Orten, dort, wo Menschen zu Hause waren.
Kelberger Straße 32: Irma Eggener, geborene Schubach, Jahrgang 1908, und Inge Eggener, Jahrgang 1932. Flucht in die USA, 1938.
Brückenstraße 12: Mathilde Cossmann, geborene Weitzenkorn, Jahrgang 1885, Alfred Cossmann, Jahrgang 1888, Manfred Cossmann, Jahrgang 1920, und Hans Cossmann, Jahrgang 1921. Flucht in die USA, 1939.
Goethestraße 13: Josef Hilger, Jahrgang 1907. Seit 1936 mehrmals verhaftet, verurteilt nach § 175 — dem Paragrafen, mit dem der NS-Staat homosexuelle Männer verfolgte. 1938 L***r Börgermoor, 1939 Zuchthaus Diez, 1942 KZ Buchenwald. Ermordet am 26. Juli 1942.
Der Auftakt fand um 11 Uhr im Foyer der BBS Mayen statt. Zur Begrüßung sprachen Schulleiterin Alexandra Birk-Märker sowie Oberbürgermeister Dirk Meid und Frank-Matthias Mann, der die Stolpersteine in Mayen eigenhändig verlegte und den leider erkrankten Gunter Demnig vertrat
Besonders bewegend war die Anwesenheit der Angehörigen:
Nicole Pohl und ihre Schwester Sylvia Hilger, Großnichten von Josef Hilger, sprachen zu den Gästen, ebenso, wie die extra aus den USA angereisten, Ron Weitzenkorn und seine Großcousine Joan Cossmann Scallion, eine Tochter von Manfred Cossmann.
Einen wichtigen Beitrag leisteten unsere Schülerinnen Mia Winnen, Sophia Löer und Hanna Zißner. Sie sprachen stellvertretend für die drei Gemeinschaftskunde-Kurse des Beruflichen Gymnasiums der BBS Mayen.
Abschließend möchten wir uns bei allen beteiligten Personen bedanken, die diese Veranstaltung möglich gemacht haben. Seien es unsere Schülerinnen und Schüler, die Verwandten und Hinterbliebenen, unsere Schulleitung, unsere Sponsoren oder die beteiligten Lehrkräfte. Besonderer Dank gilt Frau Fatmi-Schmidt, die in den vergangenen Wochen unendlich viel Zeit investiert hat – danke dir!
Erinnern ist nichts, was man erbt. Es ist etwas, das jede Generation neu tun muss.
(Bilder: BBS Mayen/WilM/Canva)