19/06/2026
Baumschutz braucht eine ehrliche Bilanz
Bäume prägen Markt Schwaben. Sie spenden Schatten, kühlen im Sommer, halten Regenwasser zurück und machen unseren Ort lebenswerter. Deshalb müssen kranke oder gefährliche Bäume natürlich entfernt werden können. Sicherheit geht vor.
Aber Baumschutz endet nicht mit der Genehmigung einer Fällung.
Vom 1. Oktober 2024 bis zum 31. Oktober 2025 wurden 21 Anträge auf Baumfällung gestellt. Insgesamt waren 46 Bäume betroffen.
Vom 1. Oktober 2025 bis zum 28. Februar 2026 gingen weitere zwölf Anträge auf Baumfällung und ein Antrag auf Baumveränderung ein. Dabei wurden Fällungen von 105 Bäumen beantragt.
Für jede Fällung fordert die Gemeinde eine Ersatzpflanzung. Das ist richtig. Aber dabei geht es nicht nur um private Grundstücke.
Auch die Gemeinde selbst muss transparent zeigen, wie sie mit gefällten Bäumen auf ihren Flächen umgeht: Welche Bäume mussten entfernt werden? Wo werden neue Bäume gepflanzt? Welche Baumarten werden gewählt? Und wie viele dieser jungen Bäume wachsen nach zwei Jahren noch?
Die bisherige Übersicht zeigt Anträge, Entscheidungen und angeordnete Ersatzpflanzungen. Sie zeigt aber nicht ausreichend, wie viele Ersatzbäume tatsächlich gepflanzt wurden, wo sie stehen oder ob sie angewachsen sind.
Zukunft Markt Schwaben setzt sich deshalb für eine jährliche Baumbilanz ein – für private und gemeindliche Fällungen:
Wie viele Bäume wurden entfernt?
Wie viele Ersatzpflanzungen wurden angeordnet oder von der Gemeinde selbst umgesetzt?
Wo stehen die neuen Bäume?
Und wie viele sind nach zwei Jahren noch gesund und angewachsen?
Ein alter, gewachsener Baum lässt sich ökologisch nicht einfach ersetzen.
Aber jeder gefällte Baum verpflichtet uns, neue Bäume zu pflanzen, zu pflegen und ihr Wachstum sichtbar zu machen.
SchreibaWolfgang Kordaz