17/06/2025
„Paperbomb“ in Oradour-sur-Glane – Ein Denkzeichen zwischen Schmerz und Hoffnung
Ein Mahnmal für Europa am Ort eines der schwersten NS-Verbrechen
Am 10. Juni 2025 – dem 81. Jahrestag des Massakers von Oradour-sur-Glane – wurde vor den Ruinen des zerstörten Dorfs die Skulptur Paperbomb der deutsch-italienischen Künstlerin Nessi Nezilla feierlich enthüllt. Die Installation markiert den Abschluss einer vierteiligen Mannheimer Kunstreihe, die sich dem Gedenken an NS-Verbrechen und der deutsch-französischen Versöhnung widmet.
In Oradour-sur-Glane ermordeten Angehörige der SS-Division „Das Reich“ am 10. Juni 1944 innerhalb weniger Stunden 643 Zivilistinnen und Zivilisten – Männer, Frauen und Kinder. Das Dorf wurde nie wieder aufgebaut, sondern in seinem zerstörten Zustand als Mahnmal bewahrt. Heute ist Oradour ein europäischer Erinnerungsort – und nun auch Standort der letzten Paperbomb.
Die Skulptur aus gegossenem Aluminium erinnert formal an einen Origami-Kranich – ein Friedenssymbol –, wirkt aber durch ihre Materialität fest, widerständig, dauerhaft. Sie wurde bewusst nicht als dekoratives Element gestaltet, sondern als stilles Denkzeichen „zwischen Schmerz und Hoffnung“, wie Honorarkonsul Folker R. Zöller in seiner Rede betonte.
Mit der Aufstellung der Skulptur setzt die Gemeinde Oradour-sur-Glane ein starkes Zeichen: Erinnerung endet nicht im Schweigen – sie findet neue Formen, neue Stimmen, neue Wege. Die Paperbomb will nicht versöhnen, wo Wunden bleiben, sondern Verantwortung sichtbar machen – und Hoffnung bewahren.