05/03/2026
Brennpunkt BeKo ! PflegeGesellschaft Rheinland-Pfalz warnt: Zukunft der Pflegeberatung im Land sichern
Mainz, 5. März 2026
Die PflegeGesellschaft Rheinland-Pfalz hat heute Träger und Fachkräfte der Beratungs- und Koordinierungsstellen (BeKo) in den Pflegestützpunkten zu einem landesweiten Fachforum nach Mainz eingeladen. Hintergrund sind zunehmende finanzielle und strukturelle Probleme, die die Zukunft der Beratungsangebote für pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen gefährden könnten.
Die Beratungs- und Koordinierungsstellen sind ein zentraler Bestandteil der pflegerischen Infrastruktur im Land. In den derzeit 135 Pflegestützpunkten beraten sie Pflegebedürftige und ihre Familien, helfen bei der Organisation von Unterstützung und koordinieren Leistungen zwischen Pflege, Medizin und sozialen Diensten. Gerade angesichts steigender Pflegebedarfe kommt diesen Strukturen eine immer größere Bedeutung zu.
Gleichzeitig berichten immer mehr Träger von erheblichen finanziellen Schwierigkeiten. Die derzeitige Förderstruktur deckt die tatsächlichen Kosten vieler Einrichtungen nicht mehr ab. In einzelnen Regionen konnten Stellen bereits nicht mehr nachbesetzt werden oder standen zeitweise leer – mit unmittelbaren Folgen für die Versorgung und Beratung vor Ort.
Die PflegeGesellschaft Rheinland-Pfalz sieht hier dringenden politischen Handlungsbedarf. In ihrem Positionspapier zur Landtagswahl fordert sie unter anderem eine verlässliche und auskömmliche Finanzierung der Beratungs- und Koordinierungsstellen sowie eine klare politische Entscheidung für den langfristigen Erhalt dieser Strukturen. Dazu gehört insbesondere eine vollständige Finanzierung der Personalkosten und eine Dynamisierung der Fördermittel.
„Die Beratungsstellen sind für viele Menschen der erste Ansprechpartner, wenn Pflege plötzlich zum Thema wird. Wenn diese Strukturen aus finanziellen Gründen ausgedünnt werden, trifft das unmittelbar Pflegebedürftige und ihre Familien“, erklärt Jutta Schier, Vorsitzende der PflegeGesellschaft Rheinland-Pfalz.
Bei der heutigen Veranstaltung diskutieren Träger, Fachkräfte und Vertreter des Ministeriums für Arbeit, Soziales, Transformation und Digitalisierung über die aktuelle Lage sowie mögliche Zukunftsmodelle. Ziel ist es, Erfahrungen aus der Praxis zusammenzuführen und klare Perspektiven für eine stabile und verlässliche Beratungsstruktur im Land zu entwickeln.
Die PflegeGesellschaft Rheinland-Pfalz appelliert an Politik und Landesregierung, die Zukunft der Pflegeberatung zu einem zentralen Thema der kommenden Legislaturperiode zu machen. Pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen seien auf funktionierende Beratungsstrukturen angewiesen – gerade in einem zunehmend komplexen Pflegesystem.