20/02/2024
Statement von Kirsten Kappert-Gonther (MdB, Berichterstatterin für Cannabispolitik der Bündnis 90/Die Grünen Bundestagsfraktion und stv. Vorsitzende des Gesundheitsausschusses im Bundestag:
Das Thema Cannabis polarisiert. Insbesondere von konservativer Seite werden Schreckensszenarien an die Wand gemalt, die durch Erfahrungen aus anderen Ländern nicht gedeckt sind.
Die aktuelle Drogenpolitik ist gescheitert. Die Zahlen der Konsument*innen von Cannabis steigen trotz Verbots beständig.
Cannabis ist derzeit leicht an jeder Straßenecke zu bekommen, der Dealer fragt nicht nach dem Ausweis und die Konsumierenden können nicht wissen, was sie auf dem Schwarzmarkt tatsächlich erwerben.
Sie wissen nicht, wie hoch die THC-Konzentration ist.
Allerdings können sie ziemlich sicher sein, dass gefährliche Streckmittel oder synthetische Cannabinoide zugesetzt sind. Das verstärkt die Gesundheitsgefahren von Cannabis.
Konsumierende, die merken, dass sie mit ihrem Konsum nicht mehr gut zurechtkommen, vermeiden aus Angst vor Kriminalisierung und Repression, eine Drogenberatungsstelle oder ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Die Kriminalisierung zerstört wirtschaftliche Existenzen und Biografien.
Alles gute Gründe für Veränderung.
Darum werden wir den Konsum von Cannabis für Erwachsene entkriminalisieren und den Anbau für den Eigenbedarf erlauben.
Der Eigenanbau kann auch gemeinschaftlich in Cannabis Clubs durchgeführt werden. So wissen die erwachsenen Konsumierenden, was sie anbauen und können sicher sein, dass keine schädigenden Beimischungen zugesetzt werden.
Das Gesetz macht also den Konsum sichererer und stärkt den Jugendschutz. Denn Jugendliche haben keinen Zugang zu Cannabis Clubs. 1/2