04/03/2026
Liebe CDU, da habt ihr euch doch verwählt? Da wurde wohl zu weit rechts gefischt und geangelt!
Da kann man nur den Kopf schütteln!
Quellen: Badische Neueste Nachrichten -
BNN Donnerstag, 05.03.2026: Angst vor dem Verlust von Wählerstimmen?
Fehlen bei Veranstaltungen lässt Kritik am CDU-Kandidaten Lorenzo Saladino laut werden
Angst vor dem Verlust von Wählerstimmen?
**Ettlingen. **Wie stark grenzt sich der Ettlinger CDU-Landtagskandidat Lorenzo Saladino von der AfD ab? Oder tut er es gerade nicht? Fragen, die zuletzt wieder laut geworden sind.
Denn während die Kandidaten von Grünen, SPD und FDP bei der Kundgebung für Menschenwürde und gegen den umstrittenen AfD-Bürgerdialog gemeinsam gesprochen haben, war Saladino nicht einmal vor Ort. Doch nicht nur das: Wie die Redaktion aus informierten Kreisen erfuhr, habe er CDU-Mitgliedern ausdrücklich untersagt, an der Veranstaltung teilzunehmen.
Auch bei der Podiumsdiskussion der „Omas for Future“ in der Paulusgemeinde am Tag danach fehlte Saladino. Angeblich, weil der AfD-Kandidat gar nicht erst eingeladen wurde.
Böse Gerüchte in der heißesten Phase des Wahlkampfs? Oder ist an den Gerüchten mehr dran? Fakt ist: Saladino hat insbesondere auf seinem Tiktok-Kanal die Jungwähler im Visier. Postet dort viele Videos, teilweise mit harten Botschaften, die auf seinen anderen Social-Media-Plattformen nicht auftauchen. Beispiel: „Bikini statt Burkini“. Schon damals wurde ihm eine politische Nähe zur AfD unterstellt.
Bekannt ist auch: Kaum einer Partei gelingt es wie der AfD, die Jungwähler so gut anzusprechen. Hier könnten die entscheidenden Stimmen herkommen. Kritiker seiner Person vermuten, dass die Teilnahme an einem Gegenprotest nicht ins Bild gepasst haben könnte?
Die SPD äußert ihre Kritik öffentlich. Auf Instagram postet sie im Nachgang zu der Kundgebung: „Eine Partei der bürgerlichen Mitte blieb demonstrativ fern. (...) Selbst bei so einem konkreten Thema, das an dem Fundament unseres Grundgesetzes rührt, an christlichen Überzeugungen, herrscht dröhnende Stille bei der Partei, die sich selbst als ,Rechtsstaatspartei’ bezeichnet und als einzige ein ,C’ im Titel hat.“
Die CDU reagiert bei Instagram auf diesen Post: „Ihr letzter Abschnitt ist amüsant – wir seien ,sichtlich ferngeblieben’, während auf Ihrem Foto unser ehemaliger CDU-OB prominent platziert ist.“
Gemeint ist Josef Offele. Er bestätigt gegenüber der Redaktion seine Teilnahme: „Ja, ich war dort. Als Bürger, als Alt-OB, als CDU-Mitglied und als Kirchenmitglied.“ Eine offizielle Anfrage der CDU, stellvertretend für Saladino vor Ort zu sein, habe er nicht erhalten. Von einem mahnenden Hinweis, sich als CDU-Mitglied nicht dort zu zeigen, wisse er nichts.
Diesen mahnenden Hinweis soll Saladino aber im Gespräch mit einer der Personen aus dem Organisatorenkreis wörtlich geäußert haben. Gepaart mit der Erklärung, Protest mache die AfD zum Opfer und damit größer. Eine andere Person aus diesem Kreis sagt, es sei dabei um die Angst vor dem Verlust von Wählerstimmen gegangen. „Wir waren schockiert“, sagen beide.
Mit all diesen Menschen hat die Redaktion über das Thema gesprochen. Sie haben berufliche und politische Gründe genannt, aus denen sie nicht namentlich genannt werden wollen.
Eine andere Person hat sich an einem CDU-Wahlstand nach Saladinos Teilnahme an der Podiumsdiskussion am Folgetag erkundigt. Sie sagt im Gespräch mit dieser Redaktion, die Absage sei damit erklärt worden, dass die AfD auch nicht teilnehme. „Das sei undemokratisch.“
Adelheid Blaich von den veranstaltenden „Omas 4 Future“ weiß nichts von derartigen Diskussionen. Dass die AfD nicht eingeladen war, habe schlicht am Thema gelegen. „Wir haben über den Klimawandel diskutiert. Die AfD leugnet den Klimawandel. Warum hätten wir sie also einladen sollen?“
Lorenzo Saladino habe aus persönlichen Gründen abgesagt, so Blaich. Stattdessen war seine Ersatzkandidatin Maria Dik vor Ort.
Auf eine entsprechende Anfrage der Redaktion reagiert das Wahlkampfteam schnell und ausführlich. Saladino habe niemandem die Teilnahme an der Kundgebung verboten – das beweise schon allein die Anwesenheit von Offele. Aus der Abwesenheit von Saladino zu schlussfolgern, man unterstütze eine Veranstaltung zur Menschenwürde nicht, weist die CDU „scharf“ zurück.
Die Redaktion hat auch nachgefragt, warum er an den beiden Veranstaltungen nicht teilgenommen hat. Bei der Podiumsdiskussion seien es „Termingründe“ gewesen.
Die Redaktion versucht, ihn am Mittwoch telefonisch zu erreichen, um die bis dahin offene Frage zu klären, warum er bei der Kundgebung gefehlt hat. Kurz vor Redaktionsschluss kommt die Antwort vom Wahlkampfmanagement: „Herr Saladino hatte in der Zwischenzeit bereits andere Termine.“ Welche, blieb bis Redaktionsschluss unbeantwortet.
Lorenzo Saladino will für die CDU das Direktmandat erkämpfen. Foto: Marcel Ditrich
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