15/09/2021
An den Planungsdezernenten Gregor Bonin und die Stadtplanung
Die „Aktion Geropark“, bestehend aus einer Gruppe Anwohner*innen der Altstadt, sammelte
ca. 2.500 Unterschriften (physisch und über eine Online-Petition) zum Erhalt der Bäume UND dem Erhalt der naturbelassenen Uferböschung an der Südseite (ohne Begehbarkeit!) im Zuge der geplanten Umbaumaßnahmen des Geroparks im Herzen Mönchengladbachs.
Diese Bürger*innenbeteiligung entwickelte sich im Planungsprozess zunächst positiv. Die meisten
Bäume im Park wurden gerettet, auf einen Rundweg am Südufer sollte als Schutzraum für
Flora und Fauna verzichtet werden. Auch wenn weitere Planungselemente den Wünschen der Anwohnerschaft nicht entsprachen, hat die „Aktion Geropark“ auf eine weitere Mitsprache verzichtet, damit ein zeitnaher Kompromiss erreicht werden konnte.
Dennoch wurde immer wieder der Rundweg seitens der Stadtplanung ins Spiel gebracht. Nach Erkenntnissen der „Aktion Geropark“ wurden durch städtische Vertreter*innen die
unterschiedlichen Interessengruppen in individuellen Telefonaten/Gesprächen durch
suggestive Fragetechniken beeinflusst und gegeneinander ausgespielt, anstatt sich gemeinsam „an einen Tisch zu setzen“.
Gespräche der „Aktion Geropark“ mit den Interessengruppen haben offengelegt, dass der Weg weder erforderlich noch zwingend erwünscht ist.
In einem gemeinsamen Workshop wurde ein Kompromiss erzielt, in dem sich auf einen gemulchten Weg der „Familienfreundlichkeit“ wegen geeinigt wurde, der allerdings nicht von Fahrrädern / Skateboards o. Ä. befahren werden kann, um eine größtmögliche Ruhezone, vor allem für die im Park befindliche Fauna, zu gewährleisten.
In der letzten Infoveranstaltung für die Bürger*innen der städtischen Vertretung, die allerdings zu einer nicht gerade arbeitnehmer*innenfreundlichen Uhrzeit (16:30 Uhr) stattfand, wurden die Bürger*innen mit der Tatsache konfrontiert, dass ein Rundweg mit wassergebundener Decke – also befahrbar, sogar für motorisierte Fahrzeuge – bereits im Bauausschuss beschlossen wurde.
Für uns als „Aktion Geropark“ ist das mehr als enttäuschend. Wir fühlen uns hintergangen und ausgeschlossen. Auch haben wir das Gefühl, dass unsere Beteiligung nie richtig gewollt war. Zumindest keine Beteiligung, die stärker in den Planungsprozess eingreift und größere
Änderungen nach sich zieht. Denn rückblickend haben wir festgestellt, dass bei unseren
Vorschlägen nach Gründen gesucht wurde, warum man diese nicht umsetzen kann, anstatt
Wege zu finden, wie die Wünsche der Menschen, die diesen Park regelmäßig nutzen,
tatsächlich umgesetzt werden können – wie es bei einer gewollten Bürger*innenbeteiligung
eigentlich der Fall sein sollte, oder?
Unsere „Aktion Geropark“, die übrigens Kompetenzen von Architekten*innen; Ingenieur*innen und Designer*innen beinhaltet, kann dauerhaft einer Blockade der städtischen Mitarbeiter*innen nicht standhalten. Denn unser Engagement ist ehrenamtlich und berufsbegleitend!
Aus diesem Grund möchten wir uns hiermit offiziell aus dem Prozess der Bürger*innenbeteiligung
verabschieden, auch wenn es im Hinblick auf die Gestaltung unseres Wohnumfeldes sehr
schmerzlich ist. Aber unsere Kraftressourcen sind erschöpft.
Komisch. Ein strategisches Ziel des Quartiersmanagements lautet: „bürgerschaftliches
Engagement stärken“ (https://qm.mg/aktive-mitwirkung). In Anbetracht unserer Erfahrungen
klingt das eher wie eine Farce. Daher unsere letzte Bitte an die Stadtplanung und Herrn Bonin:
Hören Sie auf, sich Bürger*innenbeteiligung auf die Fahne zu schreiben! Lassen Sie uns auch bitte künftig mit Pro-forma-Angeboten zur Beteiligung in Ruhe! Das wäre wenigstens ehrlich.
Nun überlassen wir das Feld den zumeist nicht in unserer Stadt lebenden
Stadtentwickler*innen, die weiterhin Mithilfe auswärtiger Planungsbüros unsere Heimat zu
einem (noch) preiswerten Vorort von Düsseldorf an die meistbietenden Investoren
verschachern können. Den hier lebenden Menschen bleibt immerhin noch die Kommunalwahl mit einer bereits langjährig unter 50%igen Wahlbeteiligung als Zeichen der
Politikverdrossenheit – und der Zynismus. Chapeau MG!
Unser Fazit: Wir ergeben uns. Ihr habt gewonnen!
Mönchengladbach, den 12.09.2021
Aktion Geropark