09/05/2025
GALL und SPD haben sich gestern Abend mit folgendem Beschlussvorschlag für die Reaktivierung der Bahnstrecke Merzig-Niederlosheim eingesetzt. Dieser Antrag wurde mit 19 Stimmen der anderen Fraktionen abgelehnt.
Beschlussvorschlag der Gemeinderatsfraktionen von SPD und GALL im Gemeinderat Losheim am See
Die Gemeinde Losheim am See begrüßt die Planungen der Landesregierung zur Stärkung des ÖPNV im Landkreis Merzig-Wadern und zur Verbesserung der Mobilität im ländlichen Raum. Die Reaktivierung der Bahntrasse Merzig-Niederlosheim kann ein wichtiger Bestandteil dessen sein und daher unterstützen wir den Einstieg in die konkreten Planungen.
Wir sehen in der Reaktivierung der Bahnstrecke eine Chance für eine langfristige Stärkung des ländlichen Raums und eine nachhaltige Entwicklung unserer Region, die sowohl den ökologischen, wirtschaftlichen, sozialen als auch den demografischen Bedürfnissen gerecht wird. Aus diesem
Grund sprechen wir uns für den Einstieg in die Planungen einer möglichen Reaktivierung aus und bieten dazu unsere aktive Unterstützung an.
Aus Sicht der Gemeinde Losheim am See müssen auf noch bestehende Fragestellungen im anstehenden Planungsverfahren einer detaillierten Betrachtung, gemeinsamen Bearbeitung und
der Entwicklung von möglichen Lösungsansätzen zugeführt werden. Hierzu zählen beispielsweise
die Aufarbeitung der zu erwartenden Kosten für die begleitenden baulichen Maßnahmen durch die Kommunen und deren Unterhaltung sowie Fördermöglichkeiten seitens des
Landes,
die frühzeitige Sicherung von Schlüsselgrundstücken im Bereich der Bahnhaltepunkte,
notwendige und durchzuführende Lärmschutzmaßnahmen in Siedlungsgebieten,
die Sicherstellung der Verträglichkeit der Reaktivierung mit der verkehrlichen Anbindung
von bestehenden oder in Planung befindlichen Gewerbeflächen,
eine langfristige Zukunftsperspektive für die Angebote der Museumseisenbahn und des Museums-Eisenbahn-Club Losheim (MECL) e. V. um den Bahnhof Losheim,
die Prüfung von temporären Zwischennutzungen der Bahntrasse auf Teilabschnitten der Strecke beispielsweise als Radweg sowie auch für die Museumseisenbahn und den Museums-Eisenbahn-Club Losheim (MECL) e. V.,
die frühzeitige Klärung der Rolle des künftigen Eisenbahninfrastrukturunternehmens (EIU) sowie die damit verbundene Übernahme der Grundstücke und Unterhaltungskosten desbisherigen EIU der Gemeinde Losheim am See.
die Abschätzung des notwendigen Ausbaus des Bus-ÖPNV im Landkreis mit größerer Taktung, alternativen Antriebstechnologien und mehr Flexibilität bis zum Zeitpunkt der Reaktivierung und darüber hinaus.
die Einbindung der möglichen betroffenen gewerblichen Nutzer von Homanit, Villeroy &Boch u. Meiser für mehr Güterverkehr auf der Schiene.
Die langwierigen Planungs- und Genehmigungsprozesse dürfen aber nicht dazu führen, dass die Trasse über Jahre nicht sinnvoll genutzt wird und die Entwicklung des ÖPNV deswegen stagniert. Deshalb sollte eine ernsthafte Prüfung der Zwischennutzung der Strecke als Trassen-Radweg sowie die weitere Verbesserung des Busverkehrs durch kürzere Taktzeiten und den Ausbau von On-Demand-Verkehren erfolgen. nicht zuletzt auch als Plan B im Hinblick auf seine Auswirkungen auf die Mobilität, den Klimaschutz, die Kosten und den Tourismus im Landkreis.