07/08/2026
Das sieht unsere Fraktion in Lorch am Rhein genauso!
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Waldbrandgefahr, Windkraftausbau und der Schutz unserer Heimat – warum Windkraft im Wald für uns der völlig falsche Weg ist!
Liebe Hünfeldenerinnen und Hünfeldener,
liebe Freunde,
der aktuelle Waldbrand bei Bad Schwalbach hat vielen Menschen in unserer Region eindrücklich gezeigt, wie schnell aus trockenen Wäldern, hohen Temperaturen und schwierigen Wetterbedingungen eine im wahrsten Sinne des Wortes brandgefährliche Situation entstehen kann. Innerhalb kürzester Zeit können Waldbrände große Flächen erfassen und Menschen, Tiere und Natur erheblich gefährden.
Viele Bürgerinnen und Bürger blicken deshalb besorgt auf die Ereignisse bei Bad Schwalbach. Diese Sorge ist berechtigt. Doch gleichzeitig müssen wir uns die berechtigte Frage stellen: Warum schauen wir nur auf andere Orte, wenn wir auch vor unserer eigenen Haustür Entwicklungen haben, die äußerst kritisch hinterfragt werden müssen?
Auch Hünfelden muss sich mit der zunehmenden Waldbrandgefahr und den möglichen Folgen des weiteren Ausbaus von Windenergieanlagen intensiv beschäftigen.
Unsere Position ist klar: Windkraftanlagen haben in unseren Wäldern nichts, aber auch rein gar nichts zu suchen!
Unsere Wälder sind keine Industrieflächen. Sie sind unser wichtigster Wasserspeicher, Lebensraum für Tiere und Pflanzen, Erholungsraum für die Menschen unserer Gemeinde und ein essenzieller sowie unverzichtbarer Bestandteil unserer Heimat.
Aus unserer Sicht ist es grundfalsch, diese sensiblen Bereiche für riesige technische Anlagen zu öffnen und damit dauerhaft zu zerstören.
Die Entwicklung in Hünfelden zeigt eindrucksvoll, warum eine offene Diskussion hierüber absolut notwendig ist:
Aktuell stehen auf dem Gemeindegebiet Hünfelden sieben Windenergieanlagen. Nach den bereits bekannten Planungen und Genehmigungen sollen in den kommenden ein bis zwei Jahren mindestens sieben weitere Windräder hinzukommen. Damit wird sich die Zahl der Windenergieanlagen in Hünfelden verdoppeln – auf mindestens 14 Anlagen!
Besonders kritisch sehen wir dabei, dass von diesen mindestens 14 Windenergieanlagen voraussichtlich sieben auf Waldstandorten im Hünfeldener Gemeindewald stehen werden beziehungsweise dort errichtet werden sollen. Damit befindet sich mindestens die Hälfte der Anlagen in einem besonders sensiblen Bereich.
Dass diese weiteren Planungen und Genehmigungen überhaupt vollumfänglich öffentlich bekannt wurden, ist insbesondere einer von uns als AfD-Fraktion Hünfelden durchgeführten Anfrage an die Gemeinde Hünfelden zu verdanken (Siehe Beitrag vom 19. Juli 2026). Durch diese Anfrage konnten wichtige Informationen transparent gemacht werden, sodass die Bürgerinnen und Bürger erfahren konnten, welche verheerende Dimension der weitere Windkraftausbau in unserer Gemeinde tatsächlich erreichen soll.
Dabei geht es nicht nur um zusätzliche Anlagen im Wald. Auch drei weitere Windräder auf privaten Flächen beziehungsweise landwirtschaftlich genutzten Standorten im Feld sind vorgesehen. Die Veränderung unseres Gemeindegebiets durch weitere Windenergieanlagen wird damit erheblich sein.
Doch aus unserer Sicht wird eine entscheidende Frage viel zu wenig gestellt:
Was passiert im Ernstfall?
Moderne Windenergieanlagen sind keine kleinen Anlagen, sondern technische Großbauwerke mit enormen Höhen. Sollte es zu einem Brand im oberen Bereich – beispielsweise an Gondel oder Rotor – kommen, sind die Möglichkeiten der Feuerwehr massiv eingeschränkt.
Gerade bei den zahlreichen Windenergieanlagen in Hünfelden, die sich unmittelbar in oder in der Nähe von Waldflächen befinden, stellt sich deshalb eine besonders kritische Frage:
Was passiert im Ernstfall, wenn eine brennende Windenergieanlage nicht gelöscht werden kann und gleichzeitig trockener Wald betroffen ist?
Bei einem solchen Brand kann die Feuerwehr aufgrund der erheblichen Gefahren für Leib und Leben der Einsatzkräfte gezwungen sein, einen großräumigen Sicherheitsbereich einzurichten. Je nach Situation können dabei Abstände von bis zu 500 Metern notwendig werden.
Das bedeutet: Ein unmittelbarer Löschangriff auf die brennende Anlage ist unter Umständen gar nicht möglich. Die Anlage kann dann nicht aktiv gelöscht werden, sondern muss kontrolliert abbrennen. Steht eine solche Windenergieanlage – wie mehrere der Hünfeldener Anlagen – in Waldgebieten, besteht die akute Gefahr, dass die Anlage selbst und die angrenzenden Waldflächen durch Feuer, herabstürzende brennende Teile und Funkenflug schwer beschädigt oder vollständig zerstört werden.
Ein solcher Fall würde bedeuten, dass, nebenbei bemerkt, nicht nur eine technische Großanlage verloren geht, sondern vor allem und insbesondere auch wertvolle Waldflächen verloren gehen, die über Jahrzehnte gewachsen sind und nicht einfach ersetzt werden können.
Der Waldbrand bei Bad Schwalbach sollte uns genau für solche Fragen sensibilisieren. Denn Waldbrände können sich durch Trockenheit, Wind und schwierige Geländegegebenheiten sehr schnell ausbreiten.
Deutschland verfügt zudem über keine eigene Flotte von Löschflugzeugen. Zwar können bei großen Katastrophen theorhetisch europäische Unterstützung und bestimmte Luftfahrzeuge angefordert werden, aber ob dies im Worst Case schnell und vor allem unbürokratisch funktioniert, das sei an dieser Stelle mal dahingestellt. Nicht nur unter diesem Gesichtspunkt sind daher eine gute Planung, Vorsorge und eine ausreichende Ausstattung vor Ort im Fall der Fälle absolut entscheidend.
Wir müssen uns deshalb fragen:
Sind unsere Feuerwehren auf mögliche Szenarien mit brennenden Windenergieanlagen im Wald ausreichend vorbereitet?
Gibt es ausreichend befestigte Zufahrtswege für Einsatzkräfte?
Ist genügend Löschwasser vorhanden?
Gibt es klare Einsatzkonzepte für einen Brand einer großen Windenergieanlage in Waldnähe?
Wurden die möglichen Folgen für Natur, Bevölkerung und Feuerwehr umfassend betrachtet?
Für uns ist klar: Eine ideologisch verblendete (man kann auch getrost sagen "verblödete") Energiepolitik darf unter keinen Umständen dazu führen, dass unsere Wälder und unsere Sicherheit zu einem nachrangigen Thema werden.
Wir lehnen Windkraftanlagen im Wald kategorisch und ausnahmslos ab. Es geht dabei nicht darum, über Energieversorgung nicht zu diskutieren. Es geht darum wo die Grenzen liegen müssen. Für uns ist der Wald kein Standort für Industrieanlagen.
Der Wald ist unsere Heimat. Er ist Lebensraum, Erholungsgebiet und ein wertvolles Gut, das wir mit aller Kraft und mit vollstem Einsatz schützen müssen.
Die Ereignisse bei Bad Schwalbach sollten deshalb ein Weckruf sein. Nicht erst nach einem möglichen Schadensfall darf gefragt werden, ob alle Risiken ausreichend berücksichtigt wurden.
Unsere Position ist eindeutig:
- Der Wald muss Wald bleiben
- Unsere Heimat ist kein Industriegebiet
- Windkraft gehört nicht in unsere Wälder
Punkt.
Wir als AfD-Fraktion Hünfelden werden weiterhin Transparenz einfordern, kritisch und scharf nachfragen und die Interessen unserer Bürgerinnen und Bürger vertreten.
Jochen Ernst
Fraktionsvorsitzender
AfD-Fraktion Hünfelden