17/06/2025
Stellungnahme der Freien Wähler Linkenheim-Hochstetten
Amtsblatt KW 25
Parkgebühren am Baggersee Streitköpfle - auch für Einheimische
Im Jubiläumsjahr unserer Gemeinde geht es viel um das Miteinander - darum, dass unsere Gemeinde davon lebt, dass sich die Bürger einbringen. Das erleben wir täglich im Alltag, im Vereinsleben, bei Aktivitäten für unsere Kinder und Senioren sowie vielen Veranstaltungen unterstützt durch Ehrenamtliche. Warum also sollen unsere Bürger jetzt auch Parkgebühren am Baggersee bezahlen? Ist das nicht unangemessen?
Man kann es drehen und wenden wie man will: Die Unterhaltung unseres Baggersees „Streitköpfle“ ist nicht zum Nulltarif machbar und schon gar nicht, wenn wir Wert auf Sauberkeit, Sicherheit und Umweltschutz legen. Die Ausgaben summieren sich mittlerweile auf jährlich knapp 90.000 Euro – Tendenz steigend.
Trotz den finanziellen Herausforderungen, vor denen unsere Gemeinde steht, hat sich eine große Mehrheit des Gemeinderats nach ausführlicher Diskussion dafür ausgesprochen, das bisherige Angebot am Streitköpflesee als sozialen Treffpunkt weiterzuführen und dafür Investitionsmittel von 280.000 Euro zur Verfügung zu stellen.
Zusätzlich werden in den nächsten Jahren umfangreiche Naturschutzmaßnahmen auf uns zukommen: In den Eichen auf dem Parkplatz hat sich der Heldbock eingenistet. Ein Käfer, der auf der roten Liste der gefährdeten Arten steht und einen hohen Schutzstatus hat. Die Bäume müssen deshalb regelmäßig begutachtet, gegebenenfalls eingekürzt und im Endstadium auch gestützt werden. Sie dürfen - selbst aus Gründen der Verkehrssicherheit - nicht gefällt werden. Die Kosten sind von unserer Gemeinde zu tragen.
Eine weitere Herausforderung ist der Sauerstoffgehalt unseres Badesees: Im November 2023 hatten wir bereits Blaualgen-Alarm nach einem heißen, trockenen Sommer. Sollte sich die Wasserqualität weiter verschlechtern, müssen wir über technische Belüftungsmaßnahmen nachdenken, sonst kippt der See um. Aufgrund der steigenden Temperaturen ein Szenario, mit dem wir rechnen müssen. Die Kosten hierfür sind noch nicht absehbar.
Die Parkgebühren, die ermäßigt auch von Einheimischen verlangt werden, sind daher nicht Ausdruck bürokratischer Willkür, sondern ein notwendiger Beitrag zur Finanzierung des Seebetriebs. Wer mit dem Auto an den See fährt, trägt über das Parkentgelt dazu bei, dass Toiletten gereinigt, Müll beseitigt, Gefahrenstellen gesichert und Wasserproben genommen werden können. Die Einnahmen fließen also direkt zurück in den Unterhalt des Sees – und damit auch in die Erhaltung eines attraktiven Freizeitangebots für uns alle.
Natürlich wäre es uns lieber, wir könnten die Kosten wie bisher über den allgemeinen Gemeindehaushalt abdecken. Aber wenn wir realistisch bleiben – und das ist die Basis unserer kommunalpolitischen Arbeit – müssen wir anerkennen: Das Geld dafür reicht nicht mehr. Wir halten es daher für gerecht und sozial, dass ein Teil dieser Kosten von den Bürgern getragen wird, die den Baggersee nutzen. Die Parkgebühren helfen uns, unseren See zu erhalten!
Jeder Einwohner unserer Gemeinde hat weiterhin die Möglichkeit das Angebot am Baggersee kostenlos zu nutzen, wenn er mit dem Fahrrad den See aufsucht. Wer dies nicht will oder kann und mit dem Auto kommt, trägt mit der Jahresgebühr von 40 Euro zum Erhalt des Sees und der Infrastruktur bei – ein nach unserer Meinung angemessener Beitrag.
Die Freien Wähler stehen zu dem Beschluss des Gemeinderats, ermäßigte Parkgebühren von unseren Bürgern zu verlangen.