08/06/2026
Christine Gironcoli ZUFALL UND IDEE
27. Juni bis 6. September 2026
Eröffnung am Freitag, 26. Juni um 19 Uhr
Zum ersten Mal weltweit werden die Werke der österreichischen Künstlerin Christine Gironcoli in einer institutionellen Einzelausstellung präsentiert. Unter dem Titel „ZUFALL UND IDEE“ sind zahlreiche Arbeiten zu sehen, die Malerei und Assemblage miteinander verbinden und sichtbar machen, wie Geschichte in Material weiterlebt.
Christine Gironcolis künstlerische Praxis ist eng mit ihrer dreißigjährigen Tätigkeit als Gemälderestauratorin verbunden. Ausgangsmaterial ihrer Arbeiten sind gebrauchte Doublierleinwände, welche zur Stützung gealterter Leinwände mit schwacher oder spröder Gewebestruktur eingesetzt und in gewissen Abständen ausgetauscht werden. Neu aufgespannt, reagiert sie mit Ölfarben und diversen Applikationen auf das Vorhandene. Alterungsspuren werden in ihrer Wertigkeit erfasst und intuitiv mit Neuem verbunden, dessen Form, Farbe und Ästhetik sich dem Dagewesen annähert. Das Neben- und Aufeinander verschiedener Oberflächen, grobe Gitter dicker Leinwände oder feinere Raster von Papieruntergründen, definieren den Charakter der Werke. In einer Zeit stetigen Wandels, die stark vom technischen Fortschritt beeinflusst ist, regen die Bilder von Christine Gironcoli zum Innehalten an und dazu, Aspekte wie Erinnerung und Vergangenheit zu bewahren.
Christine Gironcoli (geb. 1941 in Wien, lebt dort) studierte Ende der 1950er Jahre Malerei bei Prof. Eduard Bäumer an der Universität für angewandte Kunst in Wien gemeinsam mit Bruno Gironcoli, Günter Brus und H.C. Attersee. 1961 absolvierte sie ihr Studium und arbeitete danach bis 1995 als Restauratorin für Gemälde und seitdem als freie Künstlerin. Erstmals überhaupt wurden ihre Werke 2019 in der Galerie Kai Middendorff in Frankfurt am Main öffentlich präsentiert. Es folgten Ausstellungen im Kunstforum Troadkastn im Kramsach in Tirol, in der Kunstfabrik Gross Siegharts und in der Galerie Elisabeth & Klaus Thoman in Wien, sowie im Wiener Museum für Moderne Kunst (mumok) ab Juni 2026.