07/12/2025
Nach Möglichkeit bitte wenden! Wer im Auto mit einem Navi unterwegs ist, kennt diese Ansage bestimmt. Vor allem wenn wir uns verfahren haben oder vom Weg, zu unserem Ziel hin, abgekommen sind 🚗 🗺️.
Das Evangelium an diesem zweiten Adventssonntag 🕯️🕯️ bringt uns mit einer Gestalt aus der Bibel in Kontakt, die uns Maltesern vertraut ist: Der Heilige Johannes der Täufer als Namenspatron der Malteser. Er ist bekannt als „Radikaler“, der Jesus vorausgeht und die Menschen mit Wasser tauft und zurecht auf den kommenden Messias verweist, der mit dem Heiligen Geist taufen wird.
Was haben aber nun die Ansage aus dem Navi und der Heilige Johannes gemeinsam?
Im heutigen Evangelium ruft er die Menschen in seiner Gegenwart zur Umkehr auf. Umkehr meint eindeutig nicht die Abwendung von Gott (oder einem Ziel), sondern die Fokussierung und Ausrichtung auf ihn hin. Er baut seine Rede auf die Zusage und die Liebe Gottes an jeden Menschen auf 💛. Er erinnert uns daran, dass das eine gute Basis, ein guter Boden ist, auf dem etwas wachsen kann.
Gott steht zu dieser Zusage mit all seiner Treue. Er stellt uns allerdings keinen Freifahrtschein aus und er will uns auch nicht an irgendein unspezifisches Ziel führen. Er erwartet von uns, dass wir uns dieser Zusage und Liebe vergewissern und sie nicht missbrauchen.
Das bedeutet: immer wieder neu ausrichten und hinschauen. Vergewissern, ob wir noch auf dem rechten Weg sind oder ob wir im Zweifelsfall eine Kurskorrektur vornehmen sollten. Manchmal reicht eine kleine Bewegung am Lenkrad aus. Im schlimmsten Fall ist die Kurskorrektur so groß, dass wir Umkehren müssen. „Wenn möglich, bitte wenden!“, damit wir unser Ziel erreichen. Unser Ziel im Advent ist Weihnachten: Gott wird Mensch in einem kleinen Kind im Stall 👶✨.
✍️ Jürgen Seeger, Referent Malteser Pastoral Diözese Mainz
📸 Lena Kirchner/Malteser (Collage)