22/02/2026
Rudufersee in Michelau von verendeten Wasservögeln beseitigt
In den letzten zwei Wochen kam es zu einem vermehrten Sterben von Wassergeflügel am Badesee Rudufer in Michelau i. OFr. An der eisfreien Mitte des Sees wurden zeitweise bis zu 50 verendete Tiere gesichtet. Da die Bergung der Tierkadaver in den vergangenen Wochen aufgrund der Eisbildung auf dem See nicht gefahrlos möglich war, wurde für Samstag, den 21.02.2026 eine großflächige Beseitigung der Tierkadaver angesetzt.
Unsere Feuerwehr Lichtenfels/Main – Gefahrenschutzzug wurde hierbei durch das Veterinäramt des Landkreises Lichtenfels um Amtshilfe bei der Beseitigung der verendeten Tiere gebeten.
Schon in der Woche zuvor wurde der Einsatz detailliert geplant, da die Umgebungsbedingungen aufgrund der Wetterlage nicht gerade einfach waren.
Seitens unserer Feuerwehr kamen unser Mehrzweckfahrzeug (MZF), das Rettungsboot 1 (RTB1), der GW-Logistik 2 mit Kran (GW-L2), der Gerätewagen Dekon P (GW-DekonP) sowie der ELW der UG-ÖEL samt Anhänger Schnelleinsatzzelt zum Einsatz.
Um 09.00 Uhr begannen wir mit dem Aufbau der Dekonstelle, der Absperrung des Gefahrenbereiches sowie der Trennung der Schwarz/Weiß-Zone. Zugleich wurde das Rettungsboot zu Wasser gelassen.
Die Drohnengruppe des Landkreises Lichtenfels startete mit den ersten Aufklärungsflügen. Diese wurde per Livestream an den ELW übermittelt, so dass hier bereits zahlreiche Tierkadaver lokalisiert werden konnten.
Perfekt unterstützt wurden wir durch die Wasserwacht Ortsgruppe Michelau, die zum einen ihre Wachstation zur Verfügung stellte und auch ihr Rettungsboot für Erkundungsaufgaben zum Einsatz brachte.
Unter entsprechender Infektionsschutzkleidung und ausgestattet mit Räummulde und diversen Bergegerät begaben sich dann drei Kameraden mit dem Rettungsboot der Feuerwehr zum ersten Hotspot, um dort die verendeten Tierkadaver aufzunehmen, die rund um eine Insel mitten im See angeschwemmt wurden.
Teilweise war es aufgrund des durch das Hochwasser der vorangegangenen Tage leicht erhöhten Wasserstandes nicht immer ganz einfach, alle Tiere mit dem Boot zu erreichen.
Funkspruch des Bootes: „Das Tier ist zu weit im Geäst, da kommen wir nicht hin“; Rückfrage des Einsatzleiters: „Auch nicht mit dem lagen Einreißhaken?“; Antwort des Bootes: „Nein – die Ente hat keinen Haken – das ist nicht wie auf dem Schützenfest!“.
Natürlich war es für alle ein erster und belastender Einsatz ob dem Anblick der verendeten Tiere, die teils bereits durch Raubvögel stark zugerichtet waren. Dennoch durfte bei all dem auch der Spaß nicht zu kurz kommen.
Nach und nach wurden die Tiere mit dem Boot zum Ufer verbracht. Dort erfolgte die Aufnahme durch ebenfalls voll geschützte Einsatzkräfte, um diese in speziell bereitgestellte Container zu verbringen. Stichprobenweise wurden die Tiere durch die Amtsärztin des Veterinäramtes beprobt. Landseits verendete Tiere wurden durch das Veterinäramt eingesammelt.
Einige Tiere waren dennoch weder landseits noch vom Boot aus zu erreichen. Hier kamen dann die Wasserretter der Wasserwacht Ortsgruppe Michelau zum Einsatz, die mit Neoprenanzügen und langem Haken die Tiere aus dem Geäst zogen, so dass diese dann mit dem Boot aufgenommen werden konnten.
Der Einsatz zog sich bis in die späten Nachmittagsstunden. Insgesamt wurden 43 Tierkadaver geborgen und werden nun der Tierkörperverwertungsanstalt in Walsdorf zur Entsorgung zugeführt.
Nachdem alle Tiere geborgen waren, mussten sämtliche Einsatzkräfte vor Ort durch unsere Kameraden dekontaminiert werden, um einen Virusverschleppung zu vermeiden. Gleiches galt für sämtliche eingesetzte Gerätschaften sowie dem Boot. Alles wurde unter Aufsicht des Veterinäramtes mit entsprechend bereitgestellten und geeigneten Desinfektionsmittel dekontaminiert.
In der Folgewoche gilt es jetzt noch, die benutzten Gerätschaften weiter zu reinigen und wieder einsatzbereit zu machen.
Unser Dank gilt an dieser Stelle dem wirklich hervorragenden Miteinander aller beteiligter Einsatzkräfte, der Drohnengruppe des Landkreises und insbesondere der Wasserwacht Ortsgruppe Michelau für die perfekte und kameradschaftliche Zusammenarbeit während des gesamten Einsatzes. Ein Dank gilt auch dem Landratsamt Lichtenfels, dass die Verpflegung für diesen Tag bereitstellte.
Es wird wohl nicht zu vermeiden sein, dass auch in den kommenden Wochen noch weitere Tiere verenden werden, aber wir hoffen dennoch, dass wir durch diese aufwendige Aktion dazu beitragen konnten, die Verbreitung der Vogelgrippe (H5N1) etwas einzudämmen.