29/01/2026
Vorläufige Haushaltsführung – Kommunalaufsicht zieht die Reißleine!
Wenn der Bürgermeister seiner Verantwortung nicht nachkommt und lieber nach Gründen sucht, statt seinem Kämmerer kräftig auf die Füße zu treten, muss die Kommunalaufsicht die Genehmigung zukünftiger Haushaltssatzungen verweigern und bei nicht genehmigungspflichtigen Haushalten die Veröffentlichung untersagen.
Mit dieser Maßnahme werden Kommunen, die ihren Pflichten nicht nachkommen, endlich in die Schranken gewiesen. Bereits für das Haushaltsjahr 2025 hatte die Landesregierung den in ihrer Haushaltsführung schlampigen Kommunen diese Sanktion angedroht.
Die Stadt Leuna konnte diese Sanktion nur umgehen, da die Einheitsparteien im Stadtrat mehrheitlich einen Doppelhaushalt im Jahr 2024 beschlossen haben.
Mit diesem Trick wollten sie auch für die Haushaltsjahre 26/27 die Gesetzlichkeit umgehen.
Seit 13 Jahren (in Worten: dreizehn) hat die Stadt Leuna keine Jahresabschlüsse erarbeitet. Dies zeugt von absoluter gesetzlicher Ignoranz oder fachlichem Unvermögen des Bürgermeisters und seines Fachbereichsleiters Finanzen.
Die Ergebnisse der Jahresabschlüsse sind wichtige Indikatoren für die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen.
Stellen Sie sich eine derartige Arbeitsweise mal in einem privatrechtlichen Unternehmen vor: Der Finanzgeschäftsführer könnte ein Ordnungsgeld in Höhe von 25.000 € erwarten und es würde ihn nicht mehr geben.
Dies wird auch ein wesentlicher Grund sein, warum der öffentliche Dienst immer mehr zum Sammelbecken unfähiger Beamter und leitender Angestellter wird.
Was darf Leuna nunmehr noch aktiv tun?
Es dürfen nur noch bereits begonnene und genehmigte Maßnahmen fortgeführt werden.
Auch erhalten die Angestellten – und ja, auch die Unfähigen – ihren Lohn.
Was wird vorläufig jedoch nicht möglich sein?
Leidtragende sind doch die Ortschaften, die teilweise Jahrzehnte auf notwendige Investitionen gewartet haben, oder die zahlreichen Vereine, die wohl so schnell nicht mit Zuschüssen zur Brauchtumspflege rechnen können.
Ja, lieber Bürgermeister Bedla, so geht es, wenn man seinen Laden nicht im Griff hat und der Kämmerer sich lieber in der Gestalt des zweiten stellvertretenden Bürgermeisters anstatt in seiner eigentlichen Funktion sonnt.
Rüdiger Patzsch
Fraktionsvorsitzender der AfD-Fraktion im Stadtrat Leuna