09/09/2026
September: Herbstweiden nicht unterschätzen 🍁
Sonnige Tage und kalte Nächte mit Temperaturen unter ca. 8 °C verwandeln die Weide im Herbst in eine unsichtbare Zuckerfalle. Tagsüber produziert das Gras durch das Sonnenlicht reichlich Energie in Form von Zucker (nicht-strukturelle Kohlenhydrate wie Fruktane). Da das Pflanzenwachstum bei den niedrigen Nachttemperaturen jedoch stoppt, wird dieser Zucker nicht verbraucht, sondern direkt im Halm gespeichert. Die Weide wird so zur echten Zuckerfalle.
Der Stoffwechsel unserer Esel ist als ursprüngliche Wüstentiere auf karge Kost ausgelegt. Diese plötzliche Zuckerschwemme führt zu einem verhängnisvollen Insulinanstieg im Blut und kann direkt eine lebensbedrohliche endokrine Hufrehe auslösen. Gleichzeitig bringt der Zuckerüberschuss die Darmflora durcheinander und begünstigt Stoffwechselprobleme sowie Koliken. Hufrehe ist also längst kein reines Frühjahrsproblem!
So schützt du dein Langohr:💛
• Weide einschränken: Besonders an frostigen Morgen oder nach kühlen, sonnigen Tagen.
• Karg füttern: Auf rohfaserreiches, spät geschnittenes Heu und Stroh setzen.
• Genau hinschauen: Achte auf subtile Anzeichen von Hufschmerzen (z. B. vorsichtiges Fußen, Wendeschmerz oder verändertes Liegeverhalten, Fressunlust – Gefahr der Hyperlipidämie).