13/06/2026
Die GFL ist sich bewusst, dass die Diskussion um die Zukunft der ehemaligen Steag-Fläche viele Bürgerinnen und Bürger inzwischen ermüdet. Dennoch sehen wir uns in der Pflicht, auf die Tragweite der Entscheidung hinzuweisen.
Die ehem. Steag-Fläche kann nur ein einziges Mal vermarktet werden. Wird sie heute für einen großflächigen Logistikstandort genutzt, sind die Weichen für die nächsten Jahrzehnte gestellt. Sollte sich später herausstellen, dass Lünen dadurch dauerhaft unter zusätzlichen Verkehrsbelastungen leidet, wollen wir uns nicht vorwerfen lassen müssen, davor nicht gewarnt zu haben.
Besonders irritierend ist für uns der Kurswechsel der SPD. 2021 erklärte der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Martin Püschel: „Für unsere Fraktion ist es klar, dass der Standort für eine grüne Industrie genutzt werden muss.“
Heute unterstützt dieselbe SPD die Ansiedlung eines Logistikers auf genau dieser Fläche. Nach den bisher bekannt gewordenen Planungen ist mit rund 420 zusätzlichen Lkw-Fahrten pro Tag zu rechnen. Schon heute sind die Verkehrsachsen rund um Lippholthausen stark belastet.
Vor diesem Hintergrund war der Antrag der GFL auf Verkehrszählungen ausdrücklich kein „Störmanöver“, sondern der Versuch, belastbare Fakten zu schaffen. Wer eine Entscheidung mit Auswirkungen für Jahrzehnte trifft, sollte wissen, wie hoch die Verkehrsbelastung heute ist und welche Folgen zusätzliche Verkehre haben werden.
Betroffen wären nicht nur Anwohnerinnen und Anwohner, sondern auch die in Lippholthausen ansässigen Unternehmen und Handwerksbetriebe. Zusätzliche Staus bedeuten längere Fahrzeiten, verzögerte Lieferungen und höhere Kosten.
Die eigentliche Frage lautet daher: Was ist aus dem Ziel eines „grünen Industriestandortes“ geworden? Hat sich die Fläche verändert? Nein. Hat sich die Verkehrssituation verbessert? Nein.
Die Bürgerinnen und Bürger haben Anspruch auf eine ehrliche Antwort darauf, warum die Versprechen von gestern heute nicht mehr gelten sollen. Die GFL wird diese Fragen weiterhin stellen. Denn die Verantwortung gegenüber kommenden Generationen wiegt schwerer als die Bequemlichkeit des politischen Augenblicks.