18/04/2026
Taschenspielertricks statt Entlastung: Bundesregierung und CDU-Landrat lassen die Menschen im Regen stehen
Der angebliche Entlastungsvorstoß von Kanzler Friedrich Merz und SPD-Chef Lars Klingbeil entpuppt sich als dreiste Nebelkerze und billiger Etikettenschwindel. Anstatt selbst Verantwortung zu übernehmen, wirft die Bundesregierung den Unternehmen den Ball zu: Sie dürfen den Beschäftigten in ihren Betrieben als Ausgleich für die explodierenden Lebenshaltungskosten eine steuer- und abgabenfreie 1000-Euro-Prämie auszahlen – natürlich aus eigener Tasche. Das ist keine Politik, das ist Arbeitsverweigerung in Berlin! Wir erinnern uns: In der Krise 2022 lag diese Prämie noch bei 3.000 Euro. Jetzt will man die arbeitende Mitte mit einem Drittel abspeisen und hofft, dass es niemand merkt.
Hinzu kommt die absolute soziale Schieflage: Wer am dringendsten auf Hilfe angewiesen ist – Rentnerinnen und Rentner, Studierende sowie Bürgergeld-Beziehende –, schaut komplett in die Röhre. Und die hart arbeitenden Menschen in den Betrieben? Sie werden zu Bittstellern bei ihren eigenen Geschäftsführungen degradiert und sind der reinen Gnade der Arbeitgeber ausgeliefert. Tarifliche Sicherheit sieht anders aus.
Wie die heutige Berichterstattung der Lüdenscheider Nachrichten aufzeigt, fällt diese Luftnummer im Praxistest in Südwestfalen krachend durch. Die Bundesregierung nimmt keinen Cent in die Hand, sondern wälzt die finanzielle Last auf die regionale Wirtschaft ab. Ein bezeichnendes Licht auf die politische Doppelmoral wirft dabei der hiesige CDU-Landrat Ralf Schwarzkopf: Für das eigene Kreishaus verweigert er die Zahlung und pocht völlig zu Recht auf das Konnexitätsprinzip – wer die Musik bestellt, muss sie auch bezahlen. Dass er damit faktisch den billigen PR-Stunt seines eigenen Bundeskanzlers demontiert, belegt die absolute Planlosigkeit der Union.
Doch während der Landrat den Kreisetat rettet, lässt seine Partei die heimischen Betriebe bluten. Die Unternehmen der Region sollten genau diese Vorlage nutzen: Auch sie müssen das Konnexitätsprinzip für sich reklamieren und die Rechnung für diese durchsichtige Symbolpolitik postwendend ans Kanzleramt schicken! Es darf nicht sein, dass die Betriebe für das neoliberale Totalversagen in Berlin geradestehen müssen.
Währenddessen hält Wirtschaftsministerin Katherina Reiche weiter unbeirrt ihre schützende Hand über die Rekordgewinne der Energiekonzerne, statt endlich regulierend einzugreifen. Die Zeche zahlen die Menschen:
• Abkassierte Haushalte: Die privaten Haushalte in Deutschland ächzen unter massiven Kosten und zahlen aktuell zwischen 32 und 37 Cent je Kilowattstunde Strom.
• Profiteure der Krise: Während die breite Mehrheit massiv an Kaufkraft verliert und die Energiekonzerne ungeniert Kasse machen, lag der Strompreis für Teile der Industrie durch den Wegfall von Umlagen faktisch längst wieder auf dem gemütlichen Vorkrisenniveau vom Januar 2021.
Als Die Linke fordern wir echte, direkte und vom Staat finanzierte Entlastungen statt hohler Phrasen:
• Sofortige Wiedereinführung des 9-Euro-Tickets: Um die Menschen sofort unbürokratisch an der Zapfsäule zu entlasten, muss das 9-Euro-Ticket als dauerhafte Lösung als Alternative zum Auto her.
• Konsequente Übergewinnsteuer: Die obszönen Krisenprofite der Konzerne müssen endlich abgeschöpft werden. Was hierzulande von der Regierungsliga blockiert wird, ist bei unseren europäischen Nachbarn längst Realität: Spanien, Italien und Rumänien holen sich das Geld mit Sondersteuern im Energiesektor längst zurück.
• Staatliche Preiskontrollen: Wir brauchen einen harten staatlichen Preisdeckel für Haushaltsstrom, der der Spekulation ein Ende setzt und die Menschen direkt entlastet, anstatt die Verantwortung feige an die Werkstore abzuwälzen.
Die Krise darf nicht länger auf dem Rücken der Menschen ausgetragen werden!