10/08/2024
Für Jörg Teusch war es der Einsatz seines Lebens: Als in der Nacht zum Mittwoch in der Moselgemeinde Kröv ein Hotel in sich zusammenstürzte, lag es an ihm – dem Einsatzleiter – und seinen Truppen, die überlebenden Menschen zu befreien aus einem Gebäude, das er das Kartenhaus nannte. Weil die kleinste falsche Bewegung die nächste Katastrophe bedeutet hätte. Am Ende wurden alle sieben noch lebenden Menschen geborgen. An Jörg Teusch geht das Posting der Woche von SWR3-Reporter Sebastian Grauer:
📍„Lieber Jörg Teusch,
als Reporter sieht man viele Unfälle und Unglücke. So etwas wie in Kröv ist aber noch mal eine ganz andere Hausnummer.
Als jemand, der aus der Region kommt, war ich zutiefst getroffen. Ich habe aber – man mag es kaum glauben – auch etwas Gutes gesehen. Sie! Wie Sie Ihre Arbeit gemacht haben: Mit Leidenschaft, sortiert, ruhig, kompetent. Das alles in einer Situation, wie Sie selbst sagten, die sie trotz mehrerer tausend Einsätze noch nicht erlebt haben. Sie haben Größe und Gefühle gezeigt. Sie haben davon gesprochen, dass Sie Tränen in den Augen hatten, als es Ihnen gelang, ein zweijähriges Kind aus den Trümmern zu befreien.
Noch etwas hat mich stark beeindruckt: Sie haben vor Ort zahlreichen Medienvertretern jede Frage – auch nicht so ganz schlaue Fragen – beantwortet, sortiert und auf den Punkt und dabei immer den richtigen Ton getroffen. Es war Ihnen dabei nie zu viel, auch eine Frage zwei Mal zu beantworten. Sie waren nicht genervt.
Die Bürgerinnen und Bürger des Landkreises Bernkastel-Wittlich können sich glücklich schätzen, einen solchen Brand- und Katastrophenschutz-Inspekteur zu haben. Menschen wie Sie werden in diesen Zeiten dringend benötigt. Es ist unglaublich erleichternd zu sehen, dass es Menschen wie Sie gibt, die alles andere zurückstellen, um Ihren Mitmenschen zu helfen. Das ist mehr als eine Ausbildung, das zu können ist eine Gabe. Am Ende des Einsatzes applaudierten Sie und Ihre Mannschaft, als die letzte überlebende Frau aus dem eingestürzten Hotel getragen wurde. Herr Teusch, mit diesen Zeilen applaudiere ich – applaudieren wir alle – Ihnen!
Ihr Sebastian Grauer“📍