Koblenz Postkolonial e.V.

Koblenz Postkolonial e.V. Koblenz Postkolonial e.V. Unser Ziel ist es, Erinnerungsarbeit zu leisten und Diskurse anzuregen.

ist eine Stadtinitiative, die aus einem Universitätsseminar entsprungen ist und den kolonialgeschichtlichen Hintergrund der Stadt kritisch betrachtet.

27/04/2026

Intersektionalität der ersten Stunde: Gemeinsam mit anderen Feministinnen wie Kimberlé Cranshaw arbeitete Mohanty mit intersektionalen Perspektiven und erkannte schon früh die Gefahren und Tücken des weißen, westlichen Feminismus. Lange Zeit hat der westliche Feminismus ein Bild von der „dritten Welt-Frau“ geprägt, was auf Charityveranstaltungen und in Spendenaufrufen wirkungsvoll inszeniert wurde. Gut gemeint? Vielleicht. Aber viele Frauen des Globalen Südens fühlten sich eben nicht repräsentiert und von der Entwicklungspolitik bevormundet, anstatt als Partnerinnen und auf Augenhöhe behandelt.
Auch wenn sich in dieser Hinsicht seit den 80er Jahren einiges getan hat, kämpfen noch immer viele Women of Colour und Frauen des Globalen Südens um angemessene Repräsentation und Partizipation.

Kennt ihr Accounts, die dieses Thema aufgreifen? Schreibt sie gerne in die Kommentare! ✍️

08/04/2026

Der Kolonialismus hat es glücklicherweise nicht geschafft, die seit jeher gelebte, indigene geschlechtliche Vielfalt und fluide Rollenbilder zu verdrängen. Beispiele dafür finden wir in den Amerikas heute noch in Form der Two Spirits und IndigiQueers in Nord-Amerika, Muxes in Oaxaca (Mexiko) und q’iwsa bei den Aymara in der Andenregion.

Sie eignen sich die vorkoloniale Geschlechtervielfalt wieder an und kämpfen gegen koloniale, heteronormative Strukturen. Auch wenn sie oft in ihrer Gemeinschaft besondere Rollen als z.B. Vermittler*innen übernehmen und kulturell akzeptiert sind, sitzen die kolonialen Vorstellungen von Gender tief und können zu Marginalisierung führen.

Durch dekoloniale und queere Kämpfe wird ihre Sichtbarkeit wieder erhöht, was ein Bewusstsein für die Kolonialität von Gender herstellt und diverse Geschlechteridentitäten wieder aufleben lässt.

Prominente Channels: und muxe_lukas_avendano_muxes

Quellen:

Lugones, M. (2016). Coloniality of Gender. In W. Harcourt, The Palgrave Handbook of Gender and Development

Oyewùmí, Oyéronké (1997). The invention of Women: Making an African Sense of Western Gender Discourses

Segato, Rita (2012). Género y colonialidad: en busca de claves de lectura y de un vocabulario estratégico descolonial

Gunn Allen, Paula (1992). The Sacred Hoop. Recovering the Feminine in American Indian Traditions

24/03/2026

Welches Leben gilt als schützenswert und welches nicht? Warum wird bei so vielen Krisen auf der Welt weggeschaut? Mbembe ergänzt Foucaults Konzept der Biopolitik und betont, dass eben nicht nur das Leben kontrolliert wird, sondern auch das Sterben. Ob in Flüchtlingslagern, besetzten Gebieten, Kriegen oder durch unterlassene Hilfeleistung in der Seenotrettung: Nekropolitik hat oft rassifizierte und ökonomische Dimensionen.

Schaut bei vorbei!

22/02/2026

Moderne, Kapitalismus und rassifizierte Hierarchien sind für Quijano untrennbar. Wie im Reel kurz als Grafik eingeblendet, ist der transatlantische Dreieckshandel kein Randphänomen der Geschichte, sondern Voraussetzung für die wirtschaftliche Entwicklung Europas. Der damals erlangte Reichtum und die Ausbeutung von Mensch und Natur in den Kolonien gehören strukturell zusammen.

Auch heute basieren globale Lieferketten auf Arbeitsteilungen, die historisch in kolonialen Machtverhältnissen entstanden sind.

Parallel bildete sich eine Hierarchie des Wissens heraus, die bis heute in Universitäten, Schulbüchern und politischen Institutionen spürbar ist.

Die Dekolonisierung fordert das Durchbrechen dieser Denk- und Machtmuster.

lateinamerika

19/02/2026

09/02/2026

Haiti wird heute als „failed state“ bezeichnet und ist das ärmste Land der westlichen Hemisphäre. Frankreich beharrte auf Reparationszahlungen für die durch die Revolution und Unabhängigkeit entstandenen „Verluste“ an Territorium und stürzte das Land in enorme Schulden. Hinzu kamen innere Spannungen und Machtkämpfe, Naturkatastrophen und ein langes internationales Handelsembargo, was eine wirtschaftliche Entwicklung unmöglich machte. Der Staat hat nur noch Kontrolle über etwa die Hälfte des Landes, der Rest ist in der Hand bewaffneter Akteure.

Ein weiteres Objekt, das eine Rolle in der Kolonialgeschichte von Koblenz gespielt hat, ist die Boelcke-Kaserne. Heute i...
05/02/2026

Ein weiteres Objekt, das eine Rolle in der Kolonialgeschichte von Koblenz gespielt hat, ist die Boelcke-Kaserne. Heute ist sie abgerissen und durch Wohnhäuser ersetzt. Kanntet ihr die Boelcke-Kaserne?

30/01/2026

Stuart Hall (1932–2014) ist in Jamaika geboren und war einer der einflussreichsten Kulturtheoretiker des 20. Jahrhunderts und Mitbegründer der Cultural Studies. Er prägte das Verständnis von Identität, Repräsentation und Medien und zeigte, wie Vorstellungen über Menschen, Kulturen und Geschichte entstehen und weitergegeben werden.
Seine Arbeiten machen deutlich, dass Kultur immer mit Macht, Geschichte und Politik verbunden ist. Seine Gedanken sind bis heute zentral für postkoloniale und rassismuskritische Analysen.

kolonialismus

Habt ihr schonmal von Max Weidtman gehört?
22/01/2026

Habt ihr schonmal von Max Weidtman gehört?

19/01/2026

Frantz Fanon (1925-1961) war einer der radikalsten Denker des antikolonialen Widerstands. Seine Schriften beeinflussten Befreiungsbewegungen von Südafrika über Kuba bis zu den Black Panthers in den USA.
Aufgrund seines psychiatrischen und psychologischen Hintergrunds war Fanon einer der ersten Theoretiker, der Kolonialismus nicht nur als politisches oder ökonomisches System analysierte, sondern auch seine tiefgreifenden psychischen Folgen für das Individuum untersuchte.
In „Schwarze Haut, weiße Masken“ beschreibt er, wie koloniale Machtverhältnisse zu Assimilationszwang und internalisiertem Rassismus bei Schwarzen Menschen führen. Fanon versteht dies als direkte Folge einer Welt, in der Weißsein als Norm und Maßstab gesetzt ist.

10/01/2026

Heute etwas theoretischer 📚💭

Gayatri Chakravorty Spivak, geboren 1942 in Kolkata (damals Britisch-Indien), ist eine Schlüsselfigur der postkolonialen Theorie. Durch ihre Fragen über Repräsentation integriert sie feministische Themen in die damals noch eher männlich dominierte Forschung. Sie übt auch bewusst Kritik am westlichen Feminismus, indem sie ein universelles Frauenbild sowie die Annahme, alle Frauen teilten die gleichen Erfahrungen, hinterfragt.
Als „Subalterne“ begreift Spivak Menschen, die nicht einfach „unterdrückt“, sondern strukturell von Repräsentation ausgeschlossen sind.

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