22/05/2026
Unser Infoabend am vergangenen Freitag im Goldenen Adler in Großheubach war für unseren Kreisverband ein voller Erfolg. Rund 50 Gäste waren vor Ort, darunter viele neue Gesichter. Unsere frisch gewählten Kreisräte haben sich vorgestellt, es wurde offen diskutiert, kritisch nachgefragt und sich intensiv ausgetauscht. Genau so stelle ich mir politische Arbeit vor: Menschen kommen zusammen, sprechen miteinander und vertreten ihre Meinung offen und direkt. Und ja, darunter waren auch Menschen, die früher andere Parteien gewählt oder unterstützt haben. Das ist für mich überhaupt kein Problem. Ich stehe für Meinungspluralismus und für den offenen politischen Diskurs.
Aber Meinungspluralismus bedeutet nicht, dass man alles grenzenlos akzeptieren muss – vor allem dann nicht, wenn über Monate und Jahre hinweg immer wieder bewusst Grenzen überschritten werden.
Und genau deshalb möchte ich zu den aktuellen Vorwürfen gegen mich und unseren Kreisverband jetzt einmal klar Stellung beziehen.
Die betreffende Person war nicht „zum ersten Mal kritisch“ auf einer unserer Veranstaltungen. Ich war bei jedem einzelnen Vorfall, den ich hier anspreche, persönlich dabei.
Seit meiner Bundestagskandidatur wurde immer wieder versucht, Kontakt zu mir aufzubauen – zunächst über meine private Telefonnummer, die über meine Visitenkarte bekannt wurde. Daraus wurden teilweise tägliche Nachrichtenserien mit zehn bis fünfzehn Nachrichten am Tag. Wenn ich nicht sofort antwortete, kamen weitere Nachrichten hinterher. Mehrfach habe ich klar und respektvoll gesagt, dass ich keinen privaten Kontakt wünsche und politische Diskussionen gerne auf öffentlichen Veranstaltungen geführt werden können. Das wurde ignoriert. Erst nachdem ich entsprechende Kontakte blockiert habe, hörte das auf.
Dazu kamen weitere Situationen, die bei vielen Mitgliedern und Unterstützern massiv Vertrauen zerstört haben.
Am Infostand in Obernburg wurde versucht, eine offen liegende Mappe mit Kontaktdaten und E-Mail-Adressen von Interessenten zu fotografieren. Auch dort war ich persönlich dabei. In Erlenbach war dieselbe Person bei einer Gegendemonstration gegen uns vor Ort und sagte gegenüber unserer Lokalzeitung wörtlich: „Ich muss doch wissen, was der Feind macht.“ Genau dieses Zitat stammt nicht von uns, sondern aus der Öffentlichkeit selbst. Darüber hinaus war sie mehrfach bei Gegendemonstrationen, Mahnwachen und Veranstaltungen gegen uns präsent und hat dort nie den Eindruck vermittelt, an einem ehrlichen politischen Austausch interessiert zu sein.
Und genau das war der entscheidende Punkt am Freitag.
Denn die betreffende Person kam zwar ruhig in die Veranstaltung, aber kurz danach kamen mehrere Gäste und Mitglieder auf uns zu. Nicht einer, nicht zwei, sondern mehrere. Menschen sagten offen, dass sie sich nicht mehr frei äußern können, weil sie Sorge haben, dass Aussagen aus dem Zusammenhang gerissen, weitergetragen oder gegen sie verwendet werden. Und an diesem Punkt endet für mich die Grenze dessen, was ein Vorsitzender ignorieren kann.
Deshalb haben wir uns im Vorstand gemeinsam dazu entschieden, diese Person höflich zu bitten, die Veranstaltung zu verlassen. Nicht aggressiv, nicht beleidigend und nicht eskalierend. Es gab keinen „Rausschmiss“, keine Drohungen und keinen Druck auf irgendjemanden. Sondern eine klare und ruhige Entscheidung zum Schutz eines offenen Austauschs innerhalb unserer Veranstaltung.
Und eines möchte ich ebenfalls klarstellen:
Entgegen mancher Kommentare auf Facebook ist der Wirt des Goldenen Adlers niemandem „gehorsam“. Wer den Goldenen Adler kennt, weiß genau das Gegenteil. Der Wirt lässt unterschiedlichste Veranstaltungen zu, grenzt niemanden aus und steht dafür, dass Menschen mit verschiedenen Meinungen zusammenkommen können. Genau deshalb schätze ich ihn auch. Ihn jetzt öffentlich als irgendeinen „gehorsamen“ Gastgeber darzustellen, ist schlicht respektlos und entspricht nicht der Wahrheit.
Ich lasse mir viel nachsagen. Kritik gehört zur Politik dazu. Aber ich werde nicht zulassen, dass bewusst Halbwahrheiten verbreitet werden, während die komplette Vorgeschichte verschwiegen wird.
Wir werden weiterhin offen für Diskussionen bleiben. Jeder kann Fragen stellen. Jeder kann anderer Meinung sein. Aber wer über lange Zeit ausschließlich provoziert, Informationen sammeln will, Menschen unter Druck setzt und immer wieder Grenzen überschreitet, darf sich nicht wundern, wenn irgendwann Konsequenzen gezogen werden.
Und genau das ist am Freitag passiert. Nicht mehr und nicht weniger.
AfD Kreisverband Miltenberg
AfD Unterfranken