14/03/2023
Ein Landtagsantrag, der nicht von Menschen geschrieben wurden? Vor einem Jahr noch undenkbar. In der nächsten Woche werden wir darüber im Landtag von Schleswig-Holstein sprechen.
Technologische Entwicklungen verlaufen oft gemächlich über Jahre, um dann plötzlich Tempo aufzunehmen. Das erleben wir gerade beim Thema generative KI. Die Veröffentlichung von ChatGPT und anderen Services, die auf ähnlichen Technologien basieren, haben den Entwicklungssprung in diesem Bereich deutlich gemacht.
Plötzlich hat jeder Zugang zu einer leistungsfähigen KI, die Kindergeschichten schreiben, programmieren, Reden formulieren oder Informationen zusammenfassen kann. Die Texte sind quasi nicht mehr von den menschlicher Autoren zu unterscheiden sind. Das führt zu neuen politischen Fragen.
Verschiedene Regierungen in Schleswig-Holstein haben sich intensiv und bundesweit vorne um Fragen der Digitalisierung gekümmert. Gerade im Bereich der KI gab es eine Reihe von Initiativen der Landesregierung in den vergangenen Jahren. Jetzt erleben wir aber eine Entwicklung, die von Beobachtern als Kulturschock beschrieben werden. Die Auswirkungen auf Arbeitsmarkt, Medien und das gesellschaftliche Zusammenleben sind gewaltig und sie werden schnell kommen.
Deshalb halten wir es für wichtig, die Diskussion darüber jetzt auch im Schleswig-Holsteinischen Landtag zu führen. Wir haben der KI den Auftrag gegeben, einen Text zu formulieren, der genau diese neuen Fragen zusammenfasst.
Das Ergebnis ist so gut, dass wir im März in den Landtag einbringen werden. Damit wird erstmals in einem Parlament über Gedanken diskutiert, die nicht von einem Menschen stammen. Allein das zeigt schon, dass wir das Verhältnis von Technologie und Gesellschaft neu verhandeln müssen.
📸 Pepe Lange