20/06/2021
Unter dem Motto veranstalteten wir zum eine Kundgebung in der Kaufbeurer Fußgängerzone.
Die ehemalige Europaabgeordnete Barbara Lochbihler zitierte aus dem gerade erschienenen neuen -Bericht, dass weltweit im Vergleich zum Vorjahr rund drei Millionen mehr Flüchtende gezählt wurden. Insgesamt sind 82,4 Millionen Menschen aktuell auf der Flucht, so viele wie nie zuvor. Die Zahlen der Asylanträge in Deutschland sei hingegen rückläufig, aufgrund der deutschen Position, „immer weiter auf Abwehr und Abschottung an den EU-Außengrenzen zu setzen,“ so Lochbihler: „Im Jahr des 70. Geburtstags der Genfer Flüchtlingskonvention ist es beschämend, dass es einen Höchststand an Flüchtenden gibt, von denen 40 % Kinder und Jugendliche sind, die unter solchen tragischen Bedingungen aufwachsen und wenig Perspektiven auf ein gutes Leben haben.“
Günter Kamleiter vom AK Asyl betonte, dass die Helfergruppen in Kaufbeuren seit 30 Jahren gut organisiert sind und sich um die Geflüchteten kümmern. Im Hinblick auf die Seebrücken-Initiative , die bald im Stadtrat eingebracht werden soll, betonte Kamleiter: „Ich hoffe, dass Kaufbeuren ein sicherer Hafen wird, wie er auch schon für viele ist. Wir haben noch Platz und sind noch aufnahmebereit.“ Aktuell sucht der Arbeitskreis nach weiteren Ehrenamtlichen, die Flüchtlingsfamilien bei der schulischen Unterstützung und beim Spracherwerb helfen wollen.
Dr. Thomas Melcher von der Kaufbeurer Friedensinitiative wies vor allem auf Krieg als Fluchtursache hin. Aus dem Unterallgäu war Daniel Pflügl zu Gast. Im Unterallgäuer Kreistag hatte der Bundestagskandidat ebenfalls einen Antrag zur Aufnahme von Flüchtlingen gestellt, der jedoch vom Landrat abgelehnt wurde. Angesichts der bundesweit über 250 Städten und Kommunen, die bereits sind und ihre Aufnahmebereitschaft erklärt haben, sei es vor allem die Verantwortung des Innenministeriums, etwas zu bewegen, so Pflügl: „Aber was will man von einem Innenminister erwarten, dem man eine Freude machen kann, wenn zu seinem Geburtstag Leute abgeschoben werden?“