ATB Autismus Hessen

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„Ich habe eben Autismus!“Wir hören diesen Satz zunehmend.Prominente Menschen sprechen öffentlich über ihre Diagnose, Aut...
07/09/2026

„Ich habe eben Autismus!“

Wir hören diesen Satz zunehmend.

Prominente Menschen sprechen öffentlich über ihre Diagnose, Autismus ist Thema in Podcasts, Interviews und sozialen Netzwerken. Grundsätzlich ist es gut, wenn Autismus sichtbar wird.

Sichtbarkeit kann aufklären und Vorurteile abbauen. Trotzdem beobachten wir diese Entwicklung mit gemischten Gefühlen, denn in unserer täglichen Arbeit erleben wir auch eine andere Seite.

Wir erleben erwachsene autistische Menschen, die sehr genau überlegen, ob sie ihrem Arbeitgeber ihre Diagnose mitteilen. Aus Sorge, anschließend anders betrachtet zu werden.

Eltern fragen sich, wem sie die Diagnose ihres Kindes anvertrauen und welche Konsequenzen diese Information irgendwann haben könnte.

Gleichzeitig gibt es Menschen, die ihre Diagnose dringend benötigen. Weil sie ihnen endlich eine Erklärung für viele Erfahrungen ihres Lebens gibt und den Zugang zu notwendiger Unterstützung ermöglichen kann.

Deshalb irritiert uns eine öffentliche Erzählung, in der Autismus manchmal fast wie eine interessante Besonderheit, eine „Superkraft“ oder eine Erklärung für sämtliche Eigenarten erscheint.

Autismus ist kein Trend.
Eine Diagnose ist kein Lifestyle-Label.
Sie ist kein Freifahrtschein für jedes Verhalten und macht einen Menschen nicht interessanter.

Eine gute Diagnose kann etwas viel Bedeutenderes leisten:

Sie kann einem Menschen helfen, sich selbst zu verstehen.

Vielleicht sollten wir deshalb weniger darüber sprechen, wer öffentlich verkündet, autistisch zu sein und mehr darüber, warum andere Menschen noch immer genau überlegen müssen, wem sie ihre Diagnose anvertrauen.

Erst wenn ein Mensch sagen kann: „Ich bin autistisch!“ ohne befürchten zu müssen, dass ihm anschließend weniger zugetraut wird, haben wir gesellschaftlich wirklich etwas erreicht.

Bis dahin sollten wir die Lebensrealität hinter dem Label nicht vergessen.

Autismus ist nicht das, was gerade gut in eine Schlagzeile passt.
Autismus ist Teil des Lebens realer Menschen.
Diese Menschen verdienen mehr als ein Etikett.

02/09/2026

Wir sehen dasselbe, aber nehmen wir auch dasselbe wahr?

Ein Geräusch, das wir kaum bemerken, in Licht, das für uns völlig normal ist, eine Berührung, die sich angenehm anfühlt oder ein Raum, in dem wir uns problemlos konzentrieren können.

Für einen anderen Menschen kann genau das ganz anders sein.

Wahrnehmung ist individuell und bei autistischen Menschen können Besonderheiten in der Wahrnehmungsverarbeitung den Alltag ganz erheblich beeinflussen.

Was von außen manchmal wie Unruhe, Rückzug, Verweigerung oder „unangemessenes Verhalten“ aussieht, kann deshalb eine ganz andere Ursache haben:

➡️ Es ist vielleicht gerade einfach zu viel.

Aber wie erkennen wir das?
Was passiert bei der Wahrnehmungsverarbeitung?
Was können wir im Alltag konkret verändern?

Darüber sprechen wir in unserem

Themenforum „Wahrnehmungsbesonderheiten bei Autismus“

📅 18.09.2026
⏰ 09:00–15:00 Uhr
📍 ATB Campus Kassel

Wir wollen nicht nur erklären, was Wahrnehmungsbesonderheiten sind, wir wollen gemeinsam verstehen, was sie für einen Menschen bedeuten können – und wie daraus bessere Begleitung entstehen kann.

Mit Hintergrundwissen, Praxisbeispielen, konkreten Ideen und natürlich Raum für Fragen und Austausch.

Denn manchmal verändert sich unser Umgang mit einem Menschen schon dadurch, dass wir beginnen, seine Wahrnehmung mitzudenken.

Wahrnehmung verstehen. Verhalten anders betrachten. Menschen besser begleiten.

Anmeldung und Kontaktdaten finden Sie am Ende des Videos.

Die Kinder wollen in die Schule!Dieser Satz aus unserem Interview mit der hessenschau beschäftigt uns, denn hinter der a...
31/08/2026

Die Kinder wollen in die Schule!

Dieser Satz aus unserem Interview mit der hessenschau beschäftigt uns, denn hinter der aktuellen Diskussion um Schulassistenz stehen keine abstrakten Fallzahlen.
Dahinter stehen Kinder, Familien, Lehrerinnen und Lehrer und jeden Morgen dieselbe ganz konkrete Frage:
Kann dieses Kind heute zur Schule gehen?

Für manche autistische Kinder ist Schulassistenz nicht einfach eine zusätzliche Unterstützung, sie kann die Voraussetzung dafür sein, dass Teilhabe an Schule überhaupt gelingt.

Natürlich müssen wir über geeignete Modelle sprechen, über Poollösungen, über Fachkräfte, über Zuständigkeiten und auch über Kosten.

Aber wir dürfen dabei eine Frage nicht aus den Augen verlieren:
Was braucht dieses eine Kind, damit Schule für dieses eine Kind möglich ist?

Nicht jedes autistische Kind braucht eine 1:1-Assistenz, aber ein Kind, das sie braucht, braucht sie auch dann, wenn Systeme unter Druck stehen.

Wir erleben im ATB immer häufiger, wie Eltern, Schulen und Leistungsträger um Lösungen ringen und wir erleben ebenso, wie viel möglich wird, wenn die Beteiligten nicht übereinander, sondern miteinander sprechen.

Deshalb ist unsere Botschaft:

Lassen Sie uns miteinander reden!

Eltern kennen ihr Kind, Schulen kennen ihren Alltag, Leistungsträger kennen ihre Verantwortung und ihre rechtlichen Rahmenbedingungen und spezialisierte Fachstellen können helfen, den individuellen Bedarf einzuordnen.

Diese Perspektiven gehören an einen Tisch.

Denn am Ende darf ein Kind nicht zwischen Zuständigkeiten, Verfahren und Systemgrenzen verloren gehen.

🎥 Den Beitrag der hessenschau zum Thema Schulassistenz findet ihr über den Link in unserer Bio.

26/08/2026

Essen gehört zu unserem Alltag - und ich doch weit mehr als nur die Aufnahme von Nahrung. Wahrnehmung, Körpergefühl, Stress, Routinen, Planung, soziale Erwartungen und Unweltbedingungen beeinflussen, wie und was wir essen.
Essen kann dadurch zu einer großen Herausforderung werden.
Im Mittelpunkt steht nicht die Frage, wie Essverhalten „normalisiert“ werden kann, sondern das Verständnis für individuelle Bedürfnisse sowie konkrete Möglichkeiten, Belastungen zu reduzieren und Teilhabe zu fördern. Die Veranstaltung richtet sich an autistische Menschen, Angehörige und Fachkräfte aus dem pädagogischen Bereich.
Melden Sie sich jetzt an!
Senden Sie uns eine E-Mail an [email protected] oder rufen Sie an unter 0561-33430 .

Veranstaltung: Autismus und Essen - Mehr als nur Nahrunhsaufnahme
Datum: 19.10.2026
Uhrzeit: 17:00-19:00 Uhr
Ort: online via webex

„Mein Kind hat doch eine Autismusdiagnose. Warum reicht das für einen Antrag nicht aus?“Diese Frage hören wir im ATB seh...
24/08/2026

„Mein Kind hat doch eine Autismusdiagnose. Warum reicht das für einen Antrag nicht aus?“

Diese Frage hören wir im ATB sehr häufig und ehrlich gesagt verstehen wir gut, warum sie gestellt wird.

Schließlich bedeutet eine Autismusdiagnose oft einen langen Weg mit vielen Untersuchungen, Gesprächen und Unsicherheiten. Umso verständlicher ist die Erwartung:

„Jetzt liegt die Diagnose vor – jetzt kann die Unterstützung doch beginnen.“

Doch genau hier unterscheiden sich medizinische Diagnostik und Eingliederungshilfe.

Eine Diagnose beantwortet die Frage:
➡️ Liegt eine Autismus-Spektrum-Störung vor?

Ein Antrag auf Leistungen der Eingliederungshilfe muss dagegen eine andere Frage beantworten:
➡️ Welche Unterstützung benötigt dieser Mensch, damit gesellschaftliche Teilhabe gelingen kann?

Deshalb geht es in einem Antrag nicht nur um die Diagnose.

Es geht um den Alltag.

🏫 Welche Herausforderungen gibt es in der Schule?
🏡 Was fällt zu Hause besonders schwer?
👥 Welche Auswirkungen hat Autismus auf soziale Kontakte?
💼 Welche Unterstützung wird in Ausbildung oder Beruf benötigt?
🎯 Welche Ziele sollen mit der Förderung erreicht werden?

Jeder Mensch mit Autismus ist einzigartig, deshalb kann auch der Unterstützungsbedarf sehr unterschiedlich sein, selbst wenn zwei Menschen die gleiche Diagnose haben.

Genau deshalb wird bei der Eingliederungshilfe nicht nur die Diagnose betrachtet, sondern immer auch der individuelle Teilhabebedarf.

Unser Rat an Familien:

Beschreiben Sie im Antrag nicht nur die Diagnose, beschreiben Sie vor allem den Alltag, denn genau dort wird sichtbar, welche Unterstützung tatsächlich gebraucht wird.

💬 Welche Fragen rund um die Antragstellung beschäftigen Sie? Schreiben Sie sie gern in die Kommentare – vielleicht greifen wir Ihr Thema in einem der nächsten Beiträge auf.

Dieser Beitrag vermittelt allgemeine Informationen und ersetzt keine individuelle Rechtsberatung. Welche Leistungen bewilligt werden können, hängt immer von der individuellen Situation und den gesetzlichen Voraussetzungen ab.

„Wer entscheidet eigentlich über meinen Antrag?“Diese Frage hören wir im ATB regelmäßig.Meistens folgen direkt noch weit...
17/08/2026

„Wer entscheidet eigentlich über meinen Antrag?“
Diese Frage hören wir im ATB regelmäßig.

Meistens folgen direkt noch weitere Fragen:
👉 Wer bezahlt die Unterstützung?
👉 Was ist ein Leistungsträger?
👉 Warum sprechen manche vom Kostenträger?
👉 Welche Rolle hat eigentlich das ATB?

Kein Wunder, dass diese Begriffe verwirrend sind, denn im Alltag werden sie häufig durcheinander verwendet.
Der gesetzliche Begriff lautet Leistungsträger.
Viele Menschen sagen jedoch bis heute Kostenträger – weil diese Stelle die bewilligte Leistung finanziert.
Beides wird im Alltag oft für dieselbe zuständige Stelle verwendet.
Der Begriff Leistungsträger beschreibt jedoch mehr als nur die Finanzierung, sie prüfen beispielsweise,
✔️ ob die gesetzlichen Voraussetzungen vorliegen,
✔️ welcher Unterstützungsbedarf besteht,
✔️ welche Leistung geeignet ist,
✔️ ob die beantragte Unterstützung bewilligt werden kann.

Und wo steht das ATB?
Wir sind Leistungserbringer.

Das bedeutet:
Wir entscheiden nicht über Ihren Antrag, wir führen die bewilligten Leistungen fachlich durch, beraten Menschen mit Autismus und ihre Angehörigen und begleiten sie auf ihrem individuellen Weg.

💬 Welchen Begriff aus dem Sozialrecht sollen wir als Nächstes verständlich erklären?

Dieser Beitrag vermittelt allgemeine Informationen und ersetzt keine individuelle Rechtsberatung.

12/08/2026

„Wie war die Schule?“

Eine ganz normale Frage und manchmal eine unglaublich schwierige.

Denn während wir vielleicht wissen möchten, was im Unterricht passiert ist, wie die Klassenarbeit lief oder was es Neues gibt, liegt hinter einem autistischen Kind möglicherweise gerade ein Tag voller Anstrengung.

🏫 Geräusche aushalten.
👥 Viele Menschen gleichzeitig wahrnehmen.
🗣️ Gespräche verstehen und angemessen reagieren.
🔄 Wechsel und Veränderungen bewältigen.
🧠 Reize sortieren.
🎭 Sich anpassen.
💪 Irgendwie bis zum Ende des Schultages durchhalten.

Wenn dieses Kind nach Hause kommt, fehlen manchmal schlicht die Worte für eine Zusammenfassung des Tages.

Deshalb dürfen unsere Fragen konkreter sein:

💬 Was war heute leicht?
💬 Was war besonders anstrengend?
💬 Wann hast du dich sicher gefühlt?
💬 Was hat dir heute geholfen?

Und vielleicht braucht es manchmal auch gar keine Frage, vielleicht braucht es erst einmal Ruhe, etwas Vertrautes und keine Erwartungen.

Und einen Satz:
„Schön, dass du wieder da bist.“

Denn bevor wir wissen wollen, wie Schule war, dürfen wir wahrnehmen, was Schule heute gekostet hat.

05/08/2026

Autismus braucht mehr Platz!
Nicht nur mehr Räume, sondern mehr Verständnis, Wissen, Begegnungen und Möglichkeiten zur Teilhabe.

Mit dem Deventerhaus ist für uns weit mehr entstanden als ein neuer Standort.

Ein Haus, das Menschen zusammenbringt.
Ein Ort für Gespräche, Beratung, Therapie, Gruppenangebote und Fortbildungen.
Ein Ort, an dem Familien Antworten finden und Menschen mit Autismus Unterstützung erfahren.

Besonders schön finden wir die Geschichte dieses Hauses:

Wo früher Kunst entstand, entsteht heute Teilhabe, denn Teilhabe braucht Räume und vor allem Menschen, die sie möglich machen.

Wir freuen uns darauf, das Deventerhaus gemeinsam mit Ihnen mit Leben zu füllen.

29/07/2026

„Ich habe doch eine Überweisung...“

Diesen Satz hören wir fast täglich.

Aus diesem Grund möchten wir heute ein Missverständnis aufklären:

Eine Autismustherapie im ATB wird nicht über eine ärztliche Überweisung oder die Krankenkasse finanziert!

Autismustherapie ist in der Regel eine Leistung der Eingliederungshilfe. Ziel ist nicht die Behandlung einer Erkrankung, sondern die Unterstützung dabei, den Alltag, Schule, Ausbildung, Beruf und das soziale Leben besser bewältigen zu können.

Deshalb reicht eine Überweisung allein leider nicht aus.

Der erste Schritt ist meist ein Antrag beim zuständigen Leistungsträger.

Die gute Nachricht:
Mit diesem Weg müssen Sie nicht allein zurechtkommen.

Wir erklären Ihnen, welche Schritte notwendig sind, welche Unterlagen benötigt werden und wer für Sie zuständig ist, denn viele Familien und Betroffene stehen am Anfang vor genau denselben Fragen.

📞 Wenn Sie unsicher sind, sprechen Sie uns an. Dafür sind wir da.

22/07/2026

Was wäre, wenn 6 Stunden Ihren Alltag verändern würden?

Nicht, weil sich der Autismus verändert.

Sondern weil Sie verstehen, was dahinter steckt.

Vielleicht erkennen Sie plötzlich,
warum ein Meltdown keine Trotzreaktion ist.

Warum ein Kind scheinbar „nicht zuhört“, obwohl es sich gerade unglaublich anstrengt.

Warum kleine Veränderungen manchmal große Krisen auslösen.

Und warum viele Konflikte gar nicht entstehen müssten, wenn wir Autismus besser verstehen würden.

Fachwissen verändert nicht den Menschen.

Fachwissen verändert unseren Blick auf den Menschen.

Und genau das verändert den Alltag.

🧡 Weniger Unsicherheit.
🧡 Weniger Missverständnisse.
🧡 Weniger Stress.
🧡 Mehr Verständnis.
🧡 Mehr Handlungssicherheit.
🧡 Mehr Lebensqualität – für autistische Menschen und für alle, die sie begleiten.

Unsere Fortbildungen im ATB Campus vermitteln kein theoretisches Wissen für die Schublade.

Sie vermitteln Wissen, das Sie am nächsten Tag direkt anwenden können.

Denn manchmal reichen 6 Stunden, um den Alltag nachhaltig zu verändern.

👉 Den Link zu unseren Fortbildungen finden Sie in unserer Bio.

Adresse

Kassel

Öffnungszeiten

Montag 09:00 - 18:30
Dienstag 09:00 - 18:30
Mittwoch 09:00 - 18:30
Donnerstag 09:00 - 18:30
Freitag 09:00 - 18:30

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