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Muss man mich gut finden, um mich zu akzeptieren?Diese Frage finden wir unglaublich spannend, denn in vielen aktuellen D...
26/10/2026

Muss man mich gut finden, um mich zu akzeptieren?
Diese Frage finden wir unglaublich spannend, denn in vielen aktuellen Diskussionen werden Begriffe miteinander vermischt:

Akzeptanz, Respekt, Rücksichtnahme, Verständnis, Wertschätzung oder Zustimmung.

Sie bedeuten nicht dasselbe.

Ich kann einen Menschen respektieren, ohne jedes Verhalten gutzuheißen.
Ich kann Verständnis für eine Schwierigkeit haben und trotzdem eine Grenze setzen.
Ich kann Rücksicht nehmen und gleichzeitig eigene Bedürfnisse haben.

Und ich kann eine Behinderung vollständig akzeptieren, ohne so zu tun, als wären die daraus entstehenden Schwierigkeiten immer nur eine Bereicherung.

Vielleicht müssen wir deshalb auch darüber sprechen, dass Akzeptanz keine Einbahnstraße ist.

Menschen mit Behinderung dürfen zu Recht erwarten, dass Barrieren abgebaut werden und notwendige Unterstützung ermöglicht wird, aber menschliches Zusammenleben besteht immer aus mehreren Menschen, mit unterschiedlichen Bedürfnissen, unterschiedlichen Belastungsgrenzen und manchmal auch unterschiedlichen Interessen.

Die interessante Frage lautet deshalb vielleicht nicht:

„Akzeptierst du mich?“
Sondern:
„Wie schaffen wir es, dass wir beide hier sein können?“

Das ist für uns viel näher an wirklicher Teilhabe.

Wir möchten nicht weniger Verständnis. Wir möchten mehr Genauigkeit.

21/10/2026

Systemsprenger oder gesprengtes System? 🎒

Wenn Schule zur täglichen Herausforderung wird, betrifft das selten nur eine Person.

Für autistische Schüler:innen kann unser Schulsystem mit seinen sozialen Anforderungen, Reizen, Leistungsansprüchen und vielen unausgesprochenen Regeln eine enorme Herausforderung darstellen. Doch auch Lehrkräfte stehen vor der Aufgabe, den unterschiedlichen Bedürfnissen ihrer Schüler:innen gerecht zu werden. Und Eltern erleben häufig, wie belastend es sein kann, zwischen den Bedürfnissen ihres Kindes, den schulischen Erwartungen und den vorhandenen Möglichkeiten zu vermitteln.

Wer sprengt hier eigentlich das System – oder ist das System längst an seiner Belastungsgrenze angekommen?

Statt nach Schuldigen zu suchen, sollten wir gemeinsam hinschauen: Was brauchen autistische Schüler:innen, um in der Schule gut lernen und teilhaben zu können? Welche Unterstützung hilft Lehrkräften im Schulalltag? Und wie können Eltern sinnvoll einbezogen und entlastet werden?

Eines ist dabei klar: Es gibt keine Patentlösung. Was hilfreich ist, muss individuell betrachtet und an die Bedürfnisse, Ressourcen und Rahmenbedingungen aller Beteiligten angepasst werden.

💡 Im Reel sprechen wir über mögliche Ansatzpunkte, die den Schulalltag erleichtern können. Denn manchmal braucht es neue Perspektiven, mehr Verständnis und konkrete autismusspezifische Strategien, um Veränderungen anzustoßen.

Das ATB unterstützt Sie dabei gerne – mit individueller Beratung und fachlichen Weiterbildungen rund um Autismus und Schule.

📚 Sie möchten mehr erfahren oder Ihre Handlungsmöglichkeiten erweitern? Dann informieren Sie sich auf unserer Internetseite oder entdecken Sie die Fortbildungsangebote des ATB Campus in unserem Fortbildungsheft.

Gemeinsam können wir daran arbeiten, dass Schule für alle Beteiligten ein Ort des Lernens und der Teilhabe sein kann.

Wer spricht eigentlich für das Spektrum?Diese Frage beschäftigt uns zunehmend.Wir finden es großartig, dass autistische ...
19/10/2026

Wer spricht eigentlich für das Spektrum?

Diese Frage beschäftigt uns zunehmend.

Wir finden es großartig, dass autistische Menschen heute öffentlich über ihre Erfahrungen sprechen und damit Perspektiven sichtbar machen, die viel zu lange ignoriert wurden, aber Social Media hat einen eingebauten Filter:
Wer dort seine Erfahrungen differenziert beschreiben kann, muss sie auch beschreiben können.

Damit bleiben andere Lebensrealitäten zwangsläufig leiser.

In mehr als 20 Jahren Arbeit mit autistischen Menschen haben wir eine enorme Bandbreite kennengelernt.

Menschen, die studieren, arbeiten, Familien gründen und sehr genau erklären können, was Autismus für sie bedeutet.

Und Menschen, die dauerhaft Unterstützung benötigen, um ihren Alltag bewältigen und am gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu können.

Das eine macht das andere nicht weniger wahr.
Genau deshalb stört uns zunehmend die Frage:
„Wie sind Autisten?“

Darauf gibt es keine einfache Antwort, denn das Spektrum ist groß.

Vielleicht müssen wir gerade deshalb besonders aufpassen, dass aus den sichtbarsten Stimmen nicht ungewollt die vermeintlich repräsentativen Stimmen werden.

Wir brauchen Selbstvertretung, Fachlichkeit, Angehörigenperspektiven und vor allem müssen wir den einzelnen Menschen sehen.

Autismus entstigmatisieren – unbedingt!
Autismus romantisieren – bitte nicht!

Wir möchten nicht weniger Verständnis, wir möchten mehr Genauigkeit.

Hinweis: das Bild wurde mit Unterstützung von KI erstellt.

14/10/2026

Wer laut wird, bekommt Aufmerksamkeit und wer sich zurückzieht, wird oft übersehen.

Ein Kind schreit, verweigert sich, wird wütend. Sofort reagieren wir, ein anderes Kind wird still, zieht sich zurück, versucht irgendwie durchzuhalten und wir denken: Läuft doch!

❗Aber seit wann bedeutet unauffälliges Verhalten eigentlich, dass es einem Menschen gut geht?

Gerade bei autistischen Menschen kann Überforderung ganz unterschiedlich aussehen.

Nicht jeder Stress ist laut, nicht jede Krise ist sichtbar und nicht jeder Mensch, der funktioniert, kommt auch gut zurecht.

Vielleicht sollten wir weniger danach fragen, wie sehr uns ein Verhalten stört und häufiger danach, was dieses Verhalten über die Situation des Menschen erzählt.

💬 Was meinen Sie? Übersehen wir die Menschen, die ihre Überforderung nicht laut zeigen?

Anderssein braucht nicht automatisch Hilfe, Beeinträchtigung manchmal schon.Deshalb finden wir die Unterscheidung so wic...
12/10/2026

Anderssein braucht nicht automatisch Hilfe, Beeinträchtigung manchmal schon.

Deshalb finden wir die Unterscheidung so wichtig.

In der aktuellen Diskussion sprechen wir viel darüber, dass Menschen unterschiedlich wahrnehmen, denken, kommunizieren und handeln.

Gut so.

Aber wenn wir über Autismus, Behinderung und Teilhabe sprechen, reicht die Feststellung „Dieser Mensch ist eben anders“ irgendwann nicht mehr.

Wir müssen auch fragen dürfen:
Was gelingt diesem Menschen nicht oder nur mit erheblichem Aufwand?

Wo entstehen Barrieren?
Wo ist seine Teilhabe eingeschränkt?
Was kann das Umfeld verändern?
Was kann der Mensch selbst lernen?
Welche Unterstützung braucht er?

Das ist keine defizitorientierte Sicht auf einen Menschen.

Es ist die Voraussetzung dafür, Unterstützung individuell zu gestalten.

Denn zwei Menschen mit derselben Diagnose können völlig unterschiedliche Fähigkeiten, Schwierigkeiten und Unterstützungsbedarfe haben.

Deshalb sollten wir weder jedes Anderssein pathologisieren noch tatsächliche Beeinträchtigungen romantisieren.
Menschen sind mehr als ihre Schwierigkeiten, aber Schwierigkeiten verschwinden nicht, indem wir ihnen einen schöneren Namen geben.

Wir möchten nicht weniger Verständnis. Wir möchten mehr Genauigkeit.

07/10/2026

Gerade wenn es um Teilhabe, Behinderung, Anträge und Unterstützungsmöglichkeiten geht, kann man sich durch unglaublich viele Informationen kämpfen – und am Ende trotzdem nicht wissen:

Was davon gilt eigentlich für mich?
Wo muss ich hin?
Was kann ich beantragen?
Wer hilft mir, das alles zu verstehen?

Genau dafür gibt es die EUTB – die Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung.

Die EUTB berät Menschen mit Behinderungen, von Behinderung bedrohte Menschen und ihre Angehörigen kostenlos und unabhängig zu Fragen rund um Rehabilitation und Teilhabe.

Und das ist mir wichtig:
👉 Die EUTB ist keine Beratungsstelle nur für Autismus.
Aber sie kann eine richtig gute Anlaufstelle sein, wenn es darum geht, sich im Hilfesystem zu orientieren und die eigenen Möglichkeiten besser zu verstehen.

Denn manchmal braucht man nicht noch mehr Informationen, man braucht jemanden, der hilft, sie zu sortieren.

„Neurodivergent“ ist inzwischen fast Alltagssprache geworden und vielleicht liegt genau darin eine kleine Schwierigkeit....
05/10/2026

„Neurodivergent“ ist inzwischen fast Alltagssprache geworden und vielleicht liegt genau darin eine kleine Schwierigkeit.

Denn je häufiger wir einen Begriff benutzen, desto selbstverständlicher glauben wir zu wissen, was er bedeutet.

Bei „neurodivergent“ ist das gar nicht so eindeutig, es ist keine medizinische Diagnose, es gibt keinen diagnostischen Kriterienkatalog für „Neurodivergenz“ und keine allgemein verbindliche Grenze, welche Diagnosen oder Eigenschaften darunterfallen.

Das macht den Begriff nicht wertlos.

Im Gegenteil: Die Neurodiversitätsperspektive hat einen wichtigen Gedanken stark gemacht – neurologische Unterschiede müssen nicht ausschließlich als Defizite betrachtet werden.

Aber ein sehr weit gefasster Begriff beantwortet eben noch nicht die entscheidende Frage:

Was bedeutet die Besonderheit für diesen einen Menschen?

➡️ Wo kommt er gut zurecht?
➡️ Wo entstehen Barrieren?
➡️ Wo leidet er?
➡️ Wo ist seine Teilhabe eingeschränkt?
➡️ Wo braucht er tatsächlich Unterstützung?

Darüber sollten wir sprechen, denn zwischen „anders“ und „beeinträchtigt“ liegt ein Unterschied.

Wir möchten nicht weniger Verständnis. Wir möchten mehr Genauigkeit.

30/09/2026

Wissen kann man nachlesen, aber manche Fragen brauchen ein Gegenüber.📚

Bücher, Fachartikel und Fortbildungsunterlagen liefern uns unglaublich viel Wissen über Autismus und trotzdem ersetzen sie eines nicht: den persönlichen Austausch.

Die Frage stellen, die gerade wirklich beschäftigt, einen Fall gemeinsam durchdenken, eine andere Perspektive hören, Erfahrungen teilen und manchmal auch feststellen: Genau dieses Problem kenne ich auch.

Dafür gibt es den ATB Campus.

In Workshops und Seminaren, bei Netzwerktreffen und Fallberatungen schaffen wir Raum für Fachwissen, aber vor allem für echten Austausch.

Denn Wissen wächst nicht nur beim Lesen, es wächst auch im Gespräch.

Neurodivergenz, Autismus, PDA. Masking, Akzeptanz, Selbstdiagnose oder Behinderung.Begriffe und Themen, die uns auf Soci...
28/09/2026

Neurodivergenz, Autismus, PDA. Masking, Akzeptanz, Selbstdiagnose oder Behinderung.

Begriffe und Themen, die uns auf Social Media inzwischen täglich begegnen und das ist erst einmal gut!
Denn lange wurde zu wenig gesprochen, zu wenig erkannt und zu wenig verstanden, aber wir merken zunehmend, dass uns in der aktuellen Diskussion etwas fehlt: die Differenzierung.

Nicht jeder Unterschied ist eine Störung.
Nicht jede Belastung ist eine Behinderung.
Nicht jede Erklärung ist eine Diagnose.
Nicht jede kritische Nachfrage bedeutet, dass man einem Menschen seine Erfahrung abspricht.

Wir arbeiten seit über 20 Jahren mit autistischen Menschen – mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen und mit sehr unterschiedlichen Unterstützungsbedarfen.

Vielleicht gerade deshalb möchten wir einige Fragen stellen, die in der aktuellen Debatte manchmal untergehen.

➡️ Was bedeutet „neurodivergent“ eigentlich?
➡️ Warum hören wir diesen Begriff heute überall und früher kaum?
➡️ Wann wird Anderssein zur Beeinträchtigung?
➡️ Was bedeutet Akzeptanz – und bedeutet Akzeptanz automatisch, dass andere alles an mir gut finden müssen?
➡️ Wo bleibt bei all dem die Behinderung?
➡️ Was ist eigentlich mit PDA?

Wir möchten in dieser Reihe nicht weniger Verständnis, wir möchten mehr Genauigkeit.

Denn wir können Unterschiede wertschätzen und trotzdem über Beeinträchtigungen sprechen.
Wir können entstigmatisieren, ohne zu romantisieren und wir können Menschen ernst nehmen, ohne auf jede schwierige Frage eine einfache Antwort zu geben.

Weniger Etiketten, mehr genaues Hinschauen.

Hinweis: das Klassenfoto wurde mit Hilfe von KI generiert.

23/09/2026

Vielleicht brauchen wir nicht immer mehr Angebote oder vielleicht brauchen wir manchmal einfach jemanden, der erklärt, wie es weitergeht.

Denn genau das erleben wir jeden Tag:

Menschen haben einen Antrag vor sich und verstehen ihn nicht. Eltern wissen nicht, wer eigentlich zuständig ist.
Erwachsene fragen sich, welche Unterstützung ihnen überhaupt zusteht.
Und immer wieder hören wir:
„Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll.“

Dann braucht es nicht sofort Therapie, nicht noch ein Konzept und nicht noch zehn Internetseiten, sondern jemanden, der zuhört, sortiert und Orientierung gibt.

Manchmal kann ein einziges gutes Gespräch unglaublich viel verändern.

Vielleicht sollten wir genau darüber wieder mehr sprechen: Beratung ist keine Nebensache, sie kann der Anfang von Teilhabe sein.

💬 Wie erleben Sie das? Ist es heute schwieriger geworden, überhaupt herauszufinden, welche Hilfe möglich ist?



Hinweis: das Titelbild wurde mit Hilfe von KI erstellt

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Dienstag 09:00 - 18:30
Mittwoch 09:00 - 18:30
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