26/10/2026
Muss man mich gut finden, um mich zu akzeptieren?
Diese Frage finden wir unglaublich spannend, denn in vielen aktuellen Diskussionen werden Begriffe miteinander vermischt:
Akzeptanz, Respekt, Rücksichtnahme, Verständnis, Wertschätzung oder Zustimmung.
Sie bedeuten nicht dasselbe.
Ich kann einen Menschen respektieren, ohne jedes Verhalten gutzuheißen.
Ich kann Verständnis für eine Schwierigkeit haben und trotzdem eine Grenze setzen.
Ich kann Rücksicht nehmen und gleichzeitig eigene Bedürfnisse haben.
Und ich kann eine Behinderung vollständig akzeptieren, ohne so zu tun, als wären die daraus entstehenden Schwierigkeiten immer nur eine Bereicherung.
Vielleicht müssen wir deshalb auch darüber sprechen, dass Akzeptanz keine Einbahnstraße ist.
Menschen mit Behinderung dürfen zu Recht erwarten, dass Barrieren abgebaut werden und notwendige Unterstützung ermöglicht wird, aber menschliches Zusammenleben besteht immer aus mehreren Menschen, mit unterschiedlichen Bedürfnissen, unterschiedlichen Belastungsgrenzen und manchmal auch unterschiedlichen Interessen.
Die interessante Frage lautet deshalb vielleicht nicht:
„Akzeptierst du mich?“
Sondern:
„Wie schaffen wir es, dass wir beide hier sein können?“
Das ist für uns viel näher an wirklicher Teilhabe.
Wir möchten nicht weniger Verständnis. Wir möchten mehr Genauigkeit.