13/06/2026
++ Akkubrand in Karlsteiner Industriekomplex fordert Feuerwehren über mehrere Stunden ++
Am Samstagmorgen wurden die Feuerwehren Karlstein und Kahl zu einem Brandereignis in einem Industriekomplex in Karlstein alarmiert. Bereits auf der Anfahrt war die Einsatzstelle aufgrund einer weithin sichtbaren Rauchsäule deutlich zu erkennen.
Nach dem Eintreffen der ersten Einsatzkräfte stellte sich heraus, dass insgesamt rund 25 Paletten mit Lithium-Ionen-Akkus in voller Ausdehnung brannten. Durch die enorme Hitzeentwicklung und die hohe Brandintensität bestand die Gefahr, dass die Flammen auf ein angrenzendes Feld sowie zwei nahegelegene Zelte mit weiteren gelagerten Akkus übergreifen könnten.
Die Einsatzkräfte leiteten umgehend umfangreiche Löschmaßnahmen ein. Mit zeitweise bis zu fünf gleichzeitig eingesetzten C-Rohren gelang es den Feuerwehrkräften, die Brandausbreitung erfolgreich zu verhindern und die gefährdeten Bereiche zu schützen. Dadurch konnte ein deutlich größerer Schaden verhindert werden.
Besonders herausfordernd gestalteten sich die anschließenden Nachlöscharbeiten. Aufgrund der Eigenschaften von Lithium-Ionen-Akkus besteht auch nach dem eigentlichen Löscherfolg die Gefahr einer erneuten Reaktion oder Entzündung. Um dies zu verhindern, kam ein Teleskoplader des Landkreises zum Einsatz. Mit dessen Greifer wurden die durch die Hitze miteinander verschmolzenen Akku-Packs aufgenommen und in speziell vorbereitete Container der Feuerwehr Karlstein sowie verschiedener Entsorgungsunternehmen verbracht.
Anschließend wurden die Container mit Wasser geflutet, um die Akkus kontrolliert ausreagieren zu lassen und eine Wiederentzündung auszuschließen. Dieses Vorgehen ist bei Bränden von Lithium-Ionen-Akkus ein bewährtes Mittel, um verbleibende Reaktionsprozesse sicher zu beenden.
Parallel zu den Lösch- und Bergungsarbeiten wurden umfangreiche Messungen möglicher Schadstoffkonzentrationen in der Umgebung durchgeführt. Hierzu war das Messfahrzeug der Feuerwehr Stockstadt im Einsatz. Die durchgeführten Messungen in den Ortsteilen Großwelzheim sowie im benachbarten Kahl ergaben keine auffälligen Werte. Eine Gefährdung der Bevölkerung konnte somit nicht festgestellt werden.
Unter der Leitung von Einsatzleiter Marco Henning, stellvertretender Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Karlstein, waren insgesamt rund 70 Einsatzkräfte vor Ort tätig. Zur Absicherung der eingesetzten Atemschutzgeräteträger stand ein Rettungswagen des Bayerischen Roten Kreuzes bereit.
Auch die Karlsteiner Bürgermeister Peter Kress und Günther Raffler verschafften sich persönlich ein Bild von der Lage und dem Einsatzgeschehen vor Ort.
Aufgrund der hohen Temperaturen und der langen Einsatzdauer wurde zur Versorgung der Einsatzkräfte zusätzlich die Verpflegungskomponente des Landkreises alarmiert. Diese stellte Getränke sowie belegte Brötchen für die eingesetzten Kräfte bereit.
Nach insgesamt rund sechs Stunden konnten die umfangreichen Einsatzmaßnahmen abgeschlossen und die Einsatzstelle an den Betreiber übergeben werden.
Zur Ursache des Brandes können derzeit keine Angaben gemacht werden.
Eure Feuerwehr Karlstein 🚒