29/06/2026
📜 Heiligabend im Jahr 1992: Der dilettantische Organist und Musikforscher Jakob Kemper und sein viel jüngerer Halbbruder Leo finden auf der Empore der Naumburger St.-Wenzels-Kirche ein rätselhaftes Notenkonvolut. Es handelt sich um ein bisher verschollenes Werk Johann Sebastian Bachs, das alles sprenge, was man vom großen Barockkomponisten bisher gekannt habe.
📖 Robert Schneiders 2007 erschienenes Buch „Die Offenbarung“ erzählt die Geschichte rund um einen seltsamen Notenfund und einen unbeholfenen Provinzmusiker, der im Deutschland der Nachwendezeit sein Leben zu bewältigen, ihm Sinn und Perspektive zu geben versucht. Mit Witz und Tiefsinn gleichermaßen lotet der Roman den schmalen Grat zwischen Wahrheit und Trug, zwischen Genialität und Trivialität – und zwischen Verzweiflung und Resignation aus.
🎤 Auf dem Podium diskutierten hierzu Prof. Dr. Astrid Dröse (Karlsruher Institut für Technologie ), Prof. Dr. Thomas Seedorf (Hochschule für Musik Karlsruhe ), Prof. Dr. Christoph Wolff (Harvard University, USA), Isabel Steppeler (Badische Neueste Nachrichten ) und Peter Gortner (Christuskirche Karlsruhe christuskirche_karlsruhe). Ausgewählte Passagen aus dem Buch trugen Studierende der Germanistik vor, am Cembalo ließ Kristian Nyquist (HfM) Musik von Johann Sebastian Bach erklingen. Christoph Wolff – seinerseits nicht nur einer der weltweit führenden Musikwissenschaftler und Bach-Forscher, sondern auch Alter Ego einer von Schneiders Romanfiguren – hielt einen Kurzvortrag zum Thema „Verschollene Werke Bachs: Wunsch und Wirklichkeit“.
✨ Es war ein besonderer Abend zwischen Literatur und Musik, zwischen Wissenschaft, Kultur und Gesellschaft – für Bach-Fans, für Barockliebhaber*innen, für Literatur- und Musikbegeisterte.
🤝 Eine Veranstaltung des Instituts für Germanistik (KIT) in Kooperation mit der Literarischen Gesellschaft.
📸 Bild: © MLO