26/04/2026
Vor genau 90 Jahren, am 26. April 1936, fand in Ibbenbüren ein Kreistreffen der NSDAP statt, das für den damaligen Kreis Tecklenburg eine erhebliche Bedeutung hatte – und dennoch bis heute erstaunlich wenig erforscht worden ist.
Eingeladen waren vor allem lokale Funktionäre und Mitglieder der Partei, als prominentester Gast erwartete man den Stabschef der SA, Viktor Lutze, eine zu dieser Zeit reichsweit bekannte Persönlichkeit des NS-Regimes. Gerade seine Anwesenheit dürfte bei vielen Teilnehmern die Erwartung geweckt haben, dass dieses Treffen Karrierechancen eröffnen könnte. Und tatsächlich ist auffällig, wie viele der damals Anwesenden in den folgenden Jahren innerhalb des nationalsozialistischen Systems spürbar aufstiegen.
Wie sonst ließe sich erklären, dass aus einem eher provinziellen „Kaff“ wie Ibbenbüren mehrere Personen in vergleichsweise hohe oder einflussreiche Positionen innerhalb der NSDAP gelangen konnten? Das Kreistreffen scheint zumindest für einige der Beteiligten ein wichtiger Netzwerk-Termin gewesen zu sein – eine Plattform, auf der Kontakte geknüpft, Loyalitäten demonstriert und möglicherweise auch Posten und Aufstiegsmöglichkeiten verhandelt wurden.
Leider ist die Forschungslage zu diesem Ereignis noch immer unbefriedigend. Wir wissen bislang viel zu wenig über die konkrete netzwerkende und karrierefördernde Funktion dieses Treffens. Dennoch ist bereits die Auseinandersetzung mit dem, was wir wissen, überaus aufschlussreich und zeigt, wie auch in der Provinz die Mechanismen von Macht, Patronage und persönlicher Beziehung im NS-System funktionierten.
Am 26. April 1936 veranstaltete die NSDAP einen Kreistag in Ibbenbüren[51], zu dem u.a. der Stabschef der SA Viktor Lutze erwartet wurde[52]. In der Festschrift finden sich u.a. Reden von Gauleiter Alfred Meyer, der auf dem Kreistag auch eine Rede hielt, Viktor Lutze, Gauinspekteur Joseph Gerdes, K...