10/06/2026
Wahrhaft Nahrhaft 🤢🍽️
Wir planen einen offenen Brief an die Mitglieder des Saarländischen Landtages.
Der Grund: Thomas Bruch. Der Mann, dessen Ein-Euro-Fleischkäsweck vermutlich mehr Menschen für das Saarland begeistert hat als sämtliche Imagekampagnen jemals.
Nun hat sich Herr Bruch leider dazu entschieden, am St. Petersburger Wirtschaftsforum (SPIEF) teilzunehmen. Und zwar nicht nur als einfacher Gast – er saß auf der Bühne. Dazu muss man wissen, dass das SPIEF keine harmlose Wirtschaftsmesse ist, sondern eine internationale Prestige- und Propagandaveranstaltung des Kremls. Diktator und Kriegsverbrecher Putin tritt dort regelmäßig persönlich auf. So auch in diesem Jahr. Nur am Rande sei erwähnt, dass dort – wenn auch nicht gemeinsam mit Bruch – mehrere Politiker der anwesend waren. Kein Zufall. Natürlich nicht.
Aber zurück zu Bruch: Niemand hatte den vielleicht reichsten Saarländer nach Russland geschickt. Wie auch? Dürfte ihm doch kaum jemand weisungsbefugt sein. Er war auch nicht Teil einer offiziellen deutschen Delegation. Er war dort, weil er dort sein wollte.
Warum interessiert uns das?
Weil Thomas Bruch nicht nur Unternehmer, sondern auch Träger des Saarländischen Verdienstordens ist – der höchsten Auszeichnung, die unser kleines Bundesland zu vergeben hat. Verliehen wurde sie ihm 2020 durch den damaligen Ministerpräsidenten Tobias Irgendwas. Der Typ von der Tankstelle. Vielleicht erinnert sich noch jemand.
Was kann man da tun?
Artikel 6 des Erlasses über die Verleihung des Saarländischen Verdienstordens sieht ausdrücklich vor, dass die Verleihung widerrufen werden kann, wenn sich ein Beliehener durch sein späteres Verhalten der Auszeichnung als unwürdig erweist.
Wir denken, dass das bei Herrn Bruch mindestens der Fall sein könnte. Da aber leider nicht wir das zu entscheiden haben, wenden wir uns an den Saarländischen Landtag. Genauer: an die dort vertretenen demokratischen Fraktionen. Die ist also kein Adressat.
Eine Sache wollen wir hier noch ausdrücklich betonen: Unsere Kritik richtet sich natürlich nicht gegen die Tausenden Beschäftigten von Globus. Die können schließlich nichts dafür, wohin ihr ehemaliger Chef in seiner Freizeit reist.