12/03/2026
Nachteule“ fliegt zum 32.sten Mal
„Alpha, Bravo, Charlie…, oder wie war das nochmal?“
Spannungsfall und Zivilschutz im Brennpunkt
Bilder: Michael Ries/RK Hof
Text: Klaus Distler/Jürgen Knieling
Konzepte im Wandel der Zeit
In den Anfangsjahren stand der Ausbildungscharakter im Mittelpunkt. Mit den sich verändernden Einsatzspektren der Bundeswehr änderten sich in den Folgejahren auch die Ausbildungsanforderungen für Reservisten. Auslandsszenarien wurden entwickelt und fortgeschrieben. Seit 2023 konzentriert sich die Aufgabenstellung wieder mehr auf das Thema Landes- und Bündnisverteidigung sowie den Zivil- und Katastrophenschutz.
Auch diesmal konnte die Kreisgruppe Hochfranken im Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr e.V. und die mit der Durchführung beauftragte Reservistenkameradschaft Hof um die Stabsfeldwebel Klaus Distler und Oberstabsfeldwebel Manfred Hofmann, wieder den Bauhof der Gemeinde Töpen als Basis für die Ausbildungsveranstaltung.
Hier hatte der Leitende der Veranstaltung, Stabsfeldwebel Klaus Distler, seinen temporären Gefechtsstand eingerichtet. Unterstützt wurde er bei seinen Leitungstätigkeiten von den als zbV. eingesetzten Soldaten, Hauptfeldwebel Götz Ponater, Stabsunteroffizier Tobias Jäger (RK Naila) und Hauptgefreiter Markus Müller. Er konnte neben dem Kreisorganisationsleiter Stabsfeldwebel Michael Ries über siebzig Reservisten zur Ausbildung begrüßen.
Vielfältige und ideenreiche Eigenleistungen der einzelnen Stationsleitenden sorgten für manches „Aha-Erlebnis“. Für die Materialbereitstellung zeichnete Oberstabsfeldwebel Manfred Hofmann verantwortlich.
Die „Zelle“ Kompanietrupp besetzten Stabsfeldwebel Bernd Hecke, Oberfeldwebel Michael Schultz und Unteroffizier Uwe Beyerlein u8nd Hauptgefreiter Stefan Haussner. Diese waren für die Ausgabe von Material und Ausrüstungsgeständen sowie für die „Marketenderei“ zuständig und versorgten die Mannschaften zusammen mit Petra Haussner mit Marschverpflegung nach dem alten Spruch „ohne Mampf, kein Kampf“.
Durchgeführt wurde die Nachteule als Patrouille zu Fuß in Gruppenstärke mit dem Themenschwerpunkt „Aufklärung und Überwachung eines Raumes“.
Für den in und um den Ortskern Töpen fiktiv eingesetzten II. Zug der 2.Kompanie des Heimatschutzregiment Bayern galt für die nächsten Stunden folgender Kernauftrag:
„Sie haben den Auftrag, das vor Ihnen liegende Gelände zu beobachten, Aufklärung zu betreiben, die im Rückraum liegende Gruppen zu sichern und diese bei Feindaktivität zu alarmieren“
Pünktlich um 18:30 Uhr schickten die Verantwortlichen alle Teams zeitgleich an verschiedenen Punkten auf die rund 6 Kilometer lange Strecke. Orientieren mit Karte und Kompass, vorgegebenen Skizzen, Laufen nach Marschzahlen sowie nach mündlichen und schriftlichen Wegbeschreibungen.
Neben Mannschaften aus Naila, Selb-Schönwald, Nordhalben, Selb – Erkersreuth, Selb-Schönwald, Coburg, Oelsnitz i. Vogtland, Team Töpen und der Bundeswehr in Hof ging als erstes Team die Mannschaft der Rotaract auf die Strecke. Die „Jungen“ verschafften sich damit einen eigenen Eindruck von der Reservistenarbeit.
Die Anforderungen 2026
(alle genannten Dienstgrade sind d.R. / Maximalpunktzahl pro Station 100 Punkte)
Station 1 Alter Bauhof: „Einsatz von Brandflaschen“
Hauptgefreiter Phillip Neidhardt und Hauptgefreiter Alexander Hartmann, sowie die Soldaten Obergefreiter Phillipp Heinecke, Hauptgefreiter Marcel Brink.
Stationsaufgabe
„Sie stoßen während Ihres Aufklärungsauftrages auf eingedrungene, feindliche Kräfte. Bekämpfen Sie diese Stellungen mit Handgranaten. Es stehen insgesamt 10 Handgranaten zur Verfügung“. Hierbei wurden Einsatzgrundsätze wie Eigenschutz sowie die Trefferquote bewertet.
Station 2 Flurbereinigungsdenkmal: „Zielaufklärung“
Oberfeldwebel Detlef Opel und Obergefreiter Thomas Triller
Stationsaufgabe
Ermitteln Sie im Rahmen ihres Aufklärungsauftrages Marschzahlen und Entfernungen zu ausgeleuchteten Zielen.
Station 3 Sportplatz: Militärische Leuchtmittel zuordnen
Stabsunteroffizier Werner Schmidt und Hauptgefreiter Florian Kober
Stationsaufgabe
Sie sind Teil einer Aufklärungseinheit. Vor sich im Gelände erkennen Sie verschiedene Leuchtmittel. Ordnen Sie deren militärische Bedeutung zu. Insbesondere kommt es darauf an, die Farben Blau, Grün, Gelb, Orange und Rot korrekt zuzuordnen.
Station 4 Kleintierzüchterheim: „Funk- und Fernmeldeausbildung“
Stabsfeldwebel Jürgen Knieling und Hauptgefreiter Jochen Ulshöfer
Stationsaufgabe
Sie erhalten einen Funkspruch. Entschlüsseln Sie diesen mit der Sprechtafel und legen Sie mittels Karte 1:50.000 und einem Planzeiger und dem anzuwendenden Bezugspunktverfahren ihre nächste Aufgabe und Marschstrecke fest.
Geben Sie das NATO-Alphabet korrekt wieder
Station 5 Feldscheune: “Führen Feuerkampf“
Oberstabsfeldwebel Manfred Hofmann und Feldwebel Werner Hetz
Stationsaufgabe:
Nach Beschuss Ihrer Gruppe, nehmen Sie den Feuerkampf auf. Ausweichendem Feind wird nicht nachgesetzt. Meldung über eigene Verluste an Kompaniegefechtsstand. Patrouille setzt den Auftrag weiter fort.
Station 6 Jugendzentrum: Sanitätsausbildung „Militärische Triage“ und „Bau einer behelfsmäßigen Trage“
Oberstabstabsfeldwebel Thomas Lein und Hauptgefreiter Kai Schreiner
Stationsaufgabe
Führen Sie nach den bekannten Schemata eine militärische Triage durch. Für einen leichtverletzten bauen Sie eine behelfsmäßige Trage und organisieren den Transport.
„Tote Briefkästen“ als Marschaufgabe:
Auf der Marschstrecke fanden die Teams 6 Fragen zum Zivil- und Krisenschutz in unserem unmittelbaren Umfeld (Oberfranken). Von der Anzahl der Schutzbunker, über mögliche Unterbringungsmöglichkeiten bis zum Zeitraum ab wann der kommunale Notfallplan greifen muss und für wie viele Tage sich jeder Einzelne Bevorraten sollte reichte die Bandbreite. Wer in den letzten Wochen die Frankenpost aufmerksam las, hatte da schon Vorteile.
Fazit der 32. Nachteule
Zur Siegerehrung konnte der Vorsitzende der RK Hof Stabsfeldwebel Klaus Distler zusammen mit Bürgermeister Alexander Kätzel die Mannschaft der Reservistenkameradschaft Oelsnitz unter Führung von Oberstleutnant Kai Burmeister, zum verdienten Sieger ausrufen. Die hatten mit über 100 Punkten Vorsprung „den Vogel abgeschossen“. Den Glückwünschen folgte ein Brotzeitkorb (Gutschein) und 2 Flaschen Töpen Sekt. Dieser Brauch spiegelt seit 32 Jahren die Wertschätzung und den Umgang mit unseren Soldaten der Reserve vollumgänglich wider.