28/05/2026
Kommunalfinanzen: „Weitere Kürzungen sind nicht mehr möglich“
Steigende Ausgaben, wegbrechende finanzielle Spielräume und immer neue Aufgaben: Viele Kommunen in Baden-Württemberg geraten finanziell unter imensen Druck. Während Pflichtaufgaben weiterhin erfüllt werden müssen, geraten freiwillige Leistungen immer stärker auf den Prüfstand – mit spürbaren Folgen für Kultur, Infrastruktur und kommunale Entwicklung.
Dies gilt auch für Hockenheim. Insbesondere bei den Überlegungen, wie die Zukunft des Hockenheimer Schwimmbades "Aquadrom" ausschaut.
Hier fehlen nun Mittel durch die Sportstättenförderung von Land und Bund. Viele Sporthallen und Schwimmbäder in Baden-Württemberg tragen noch die Handschrift der 1970er Jahre - gebaut in einer Zeit kommunalen Aufbruchs, seitdem aber kaum grundlegend erneuert. Eine Befragung des deutschen Instituts für Urbanistik im Rahmen einer Befragung im Rahmen des KfW- Kommunalpanels ergab, dass 59 % der Kommunen den Investitionsrückstand bei Sportstätten als "gravierend" oder "nennenswert" einschätzen.
Nicht nur, aber gerade im ländlichen Raum, kommt den Sportstädten eine Bedeutung zu, die weit über den Sport hinausgeht: Vereine sind oft das soziale Rückgrat einer Gemeinde, Orte der Begegnung für Jung und Alt, für Alteingesessene wie Zugezogene.
Bedarf übersteigt die Mittel!
Dass der Sanierungsbedarf enorm ist, hat zuletzt ein Bundesprogramm auf bezeichnende Weise vor Augen geführt. Von Oktober 2025 bis Mitte Januar 2026 konnten Kommunen, Projektskizzen für das neue Bundesprogramm "Sanierung kommunaler Sportstädten" einreichen - mit 333 Millionen € ausgestattet, finanziert aus dem Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität. Das Ergebnis war ernüchternd eindeutig:
Über 3600 Anträge gingen ein, mit einem beantragten Gesamtvolumen von mehr als 7,5 Milliarden €. Das Programm war damit 21fach überzeichnet. Anders gesagt: auf jeden bewilligten Euro kamen 21 € an ungedecktem Bedarf. Hockenheim hat hiervon für das Aquadrom leider nichts erhalten!
Immerhin: für 2026 ist ein weiterer Förderaufruf speziell für Schwimmbäder angekündigt, mit 250 Millionen € aus dem selben Sondervermögen. Doch auch diese Mittel dürften angesichts des strukturellen Rückstands kaum mehr als ein erster Schritt sein.
Auch hier wird davon ausgegangen, dass Hockenheim aus diesem Fördertopf nichts erhält.
Was fehlt, ist eine dauerhaft gesicherte, ausreichend dimensionierte Förderkulisse - keine einmaligen Programme, sondern eine verlässliche Infrastrukturpolitik in Bund und Land für den Sport!
Steigende Ausgaben, wegbrechende Spielräume und immer neue Aufgaben: Die finanzielle Lage vieler Städte und Gemeinden verschärft sich weiter. Drei Kommunen schildern, wie sie inzwischen priorisieren müssen – und welche Folgen das hat.