21/08/2017
Was ist mit dem Stadion in Hildburghausen und den Verantwortlichen bloß los?
Seit längerem gibt es Probleme bei der Nutzung des Rasenplatzes im Werner-Bergmann-Stadion. Immer wieder wird der Spielbetrieb infrage gestellt, der Vorstand des FSV 06 macht allein die Stadt Hildburghausen verantwortlich und betreibt wiederholt auf vielen Wegen Stimmungsmache. Was ist da los?
Dazu nehmen die Fraktionen von CDU, Feuerwehr und Freie Wähler im folgenden Stellung.
Jahrelang wurden verschiedene Chancen, die Situation im Stadion zu verbessern nicht genutzt, eine mögliche Zusammenarbeit mit dem Landkreis ausgeschlagen, Synergie-Effekte abgelehnt. Viele in Hildburghausen wissen, dass mögliche Gelder dem Stadion längst hätten zugute kommen können, wenn die einst Verantwortlichen kooperativ gehandelt hätten - was sie jetzt wieder nicht tun.
Ein bestehender Nutzungsvertrag zwischen Stadt und Verein, der den Betrieb und die Unterhaltung des Stadions sinnvoll regelte und einen regulären Spielbetrieb ermöglichte, wurde durch den jetzt amtierenden Vorstand des FSV 06 voreilig gekündigt. Warum eigentlich? Den Schaden hatte der Verein, der mit demselben Vertragspartner (Stadt) als Eigentümer neue Konditionen aushandeln musste.
Da die Stadt Hildburghausen die Vereinsarbeit des FSV 06 dennoch angemessen unterstützten will, genauso wie auch die Arbeit anderer Vereine, gab es mit dem Stadtrat, dem Kulturausschuss und dem FSV 06 in einer Vielzahl von Sitzungen und Vor-Ort-Terminen Versuche, den Wünschen des Vereins nach Lösungen entgegenzukommen und einen neuen Nutzungsvertrag zu gestalten.
Der Weg der Einigung war sehr zeitintensiv und steinig, die Forderungen des FSV hoch. Im Vorstand des Vereins, so der Eindruck in den Fraktionen, gibt es Stimmen, die auch vor einem Scheitern der Gespräche nicht zurückschrecken wollten. Kein Vertrag mit der Stadt als Eigentümer der Anlage - wem schadet das am Ende?
Fakt ist: Das Stadion wird nur durch den FSV genutzt! Alle Unterhaltungskosten, die der Verein in angemessener Weise mitzutragen hat, sind gedeckelt, Mehrkosten übernimmt die Stadt. Die Pflege des Kunstrasenplatzes trägt allein die Stadt. Für die Wünsche des Vereins zur Umgestaltung der Bereiche um die Rasenfläche wird immer wieder Unterstützung zugesagt und geleistet. Der städtische Bauhof führt eine Vielzahl von Arbeiten durch, die Stadt unterstützt den Verein nach Kräften. Das heisst aber nicht, das diesem Fussballverein der alleinige Zugriff auf die Stadtkasse zustünde!
Dennoch scheint der Vereinsvorstand hier Mitte und Maß verloren zu haben. Ohne Absprachen tätigte der Verein beispielsweise Eingriffe auf der Anlage und willkürliche Umgestaltungsmaßnahmen, wurden technische Geräte wie die Flutlichtanlage unsachgemäß genutzt. Die notwendige Bereinigung der Schäden wird der Stadt überlassen, die daraufhin angewandte kulante Regelung nur zum Auftakt für die nächste Runde an stetig wachsenden Forderungen genutzt. Dabei geht es doch um die Wiederherstellung des Spielbetriebes im Stadion. Weil Neubau und Vollsanierung als kurzfristige Lösungen ausscheiden, ist die Sanierung der Rasenfläche vordringlich zu lösen, immerhin Voraussetzung für den Spielbetrieb eines Fußballvereins.
Im Mai 2017 wurde die einzig mögliche und sinnvolle Lösung gemeinsam erarbeitet. Mit Hilfe von Fördermitteln, städtischer Unterstützung und einem Eigenanteil des FSV sollte die Rasenfläche repariert und in einen guten, wieder dauerhaft bespielbaren Zustand versetzt werden. Bei Gesamtkosten von 8000 € hätte der Verein dabei nur 800 € an Eigenmitteln tragen müssen. Diese Lösung aber hat der Vorstand des FSV 06 in kürzester Zeit verworfen und präsentierte ein eigenes Konzept: den Neubau eines Fussball-Stadions, mit komplett neu zu schaffender Rasenfläche, Neuerrichtung einer Flutlichtanlage, erweiterter Steh-Tribüne, Bewässerungsanlage, Anzeigetafel etc . Der Kostenrahmen wird durch den Verein mit 600.000 € angegeben.
Ganz abgesehen von dieser Schätzung und vom Eigenanteil, den der Verein zu stemmen hätte, wird hier in einem Zeithorizont gedacht, dem offensichtlich nicht an der kurzfristigen Wiederaufnahme des Spielbetriebs im Bergmann-Stadion gelegen ist.
Die sich wiederholenden Äußerungen durch den FSV 06 z.B. via Facebook gegen die Stadt Hildburghausen werfen schon die ernsthafte Frage auf, ob der Vorstand des Vereins überhaupt an einer realistischen Lösung interessiert ist, oder ob hier versucht wird, ein finanzielles Vorhaben auf den Weg zu bringen, das in naher Zukunft nicht umzusetzten ist und so dem Verein selbst den größten Schaden zufügt.