06/10/2025
Erster landesweiter Übungstag Rheinland-Pfalz 2025
Verbandsgemeinde Herrstein-Rhaunen nimmt mit Großübung teil
Am letzten Wochenende im September fand in Rheinland-Pfalz der erste landesweite Übungstag im Brand- und Katastrophenschutz statt. Für das Gebiet der Verbandsgemeinde Herrstein-Rhaunen hatte man hierzu frühzeitig mit der Planung eines außergewöhnlichen und besonderen Szenarios begonnen. Mit knapp einem halben Jahr Vorlauf wurde durch den Wehrleiter der Verbandsgemeinde, Nils Heidrich, den BKI des Landkreises Birkenfeld, Lukas Klein, sowie Jennifer Dunkel, Feuerwehr Herrstein-Niederwörresbach, eine Szenario geplant, welches den teilnehmenden Einsatzkräfte einiges abverlangen sollte.
Als Übungsobjekt stand das Kupferbergwerk in Fischbach zur Verfügung. Angenommen wurde ein Geröllabgang im inneren des Bergwerkes, wodurch eine Besuchergruppe in Mitleidenschaft gezogen wurde. Hierbei wurden mehrere Statisten im Bergwerk und im Eingangsbereich zum Stollen positioniert. Über ein Bergwerkstelefon nahmen die ersten Einsatzkräfte Kontakt mit der Gruppe auf. Hierbei stellte sich heraus, dass mehrere Personen schwer verletzt seien und die Gruppe geteilt wurde. Durch den Geröllabgang sei auch offenbar das Stromnetz ausgefallen. Es sei „stockdunkel“ im Bergwerk, so die Meldung aus dem Inneren des Stollens. Das ausgewählte Einsatzstichwort „H3- Einsturz groß“ setzte eine Rettungskette aus Kräften der Feuerwehr, DRK, DLRG, THW, sowie einer für die Übungslage speziell ausgebildeten Höhlenrettungsgruppe in Gang.
Die Einsatzleitung übernahm Julian Dunkel, Wehrführer der Feuerwehr Herrstein-Niederwörresbach. Ihm stand zur Unterstützung die Führungsstaffel der Verbandsgemeinde zur Seite.
Nach Lagefeststellung folgte eine Aufteilung in mehrere Einsatzabschnitte. So wurde über den Haupteingang eine Stromversorgung ins Bergwerk verlegt. Zur schnellen Ausleuchtung kamen mehrere akkubetriebene Strahler zum Einsatz. Die Rettung der Personen aus dem Stollen erfolgte durch mehrere Trupps. Die komplette Ausrüstung wurde hierbei mittels der UTV’s der Verbandsgemeinde über den steilen Weg zum Eingangsbereich befördert. Die Einsatzleitung richtete sich derweil im Bereich des Besucherzentrums ein. Dort wurde ebenfalls ein Schnelleinsatzzelt als Behandlungsplatz errichtet. Solche Zelte werden speziell für solche MANV (Massenanfall Verletzte) Lagen durch den Landkreis vorgehalten.
Parallel wurde durch Kräfte der Feuerwehr mit Unterstützung der Höhlenrettungsgruppe Rheinland-Pfalz (diese fand sich aufgrund der Übungskünstlichkeit bereits vor Beginn im Umkreis von Fischbach ein) die umfangreiche Rettung der vermissten Person über den Rettungsschacht vorbereitet. Durch einen Tunnel, in dem ein aufrechtes Stehen nicht möglich war, wurde unter hohem Kräfteeinsatz die Rettung durchgeführt. Nach etwa drei Stunden konnte durch die Einsatzleitung festgestellt werden, dass alle Personen gerettet und dem medizinischen Personal übergeben wurden.
Im Einsatz waren aus der Verbandsgemeinde Kräfte aus den Ausrückebereichen 1, 2,4, 6, und 12, die Führungsstaffel der Verbandsgemeinde, die Wachen 3 und 4 der Stadt Idar-Oberstein, die Facheinheit Bereitstellungsraum des Landkreises Birkenfeld, das THW Idar-Oberstein, das DRK, die DLRG, sowie die Höhlenrettungsgruppe Rheinland-Pfalz. Insgesamt nahmen knapp 150 Einsatzkräfte an der Übung teil.
Die Übungsleitung zeigte sich sehr zufrieden mit dem Übungsablauf und dem Engagement der Einsatzkräfte. So wurden wichtige Erkenntnisse gesammelt, um im Einsatzfall schnell und wirksam im Bergwerk Hilfe leisten zu können. Ein besonderer Dank gilt der Ortsgemeinde Fischbach und der Leitung des Kupferbergwerkes Fischbach, dass diese Übung möglich gemacht wurde, sowie allen Helfern und Statisten bei der Durchführung der Übung.
Fotos: Feuerwehr, Foto Hosser