30/09/2025
Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) in Herdecke warnt vor einem „Teufelskreis“ rund um die Altkleidercontainer. Immer häufiger landen Kleidungsberge unsachgemäß vor den Containern – oft in Einkaufswagen oder lose auf dem Boden, wo sie durch Witterung unbrauchbar werden. Viele Menschen stellen ihre Kleidung dort einfach ab, unabhängig davon, ob die Container voll sind. Für einige ist das Spenden gleichbedeutend mit Müllentsorgung.
Das führt zu großem zusätzlichen Aufwand für die DRK-Mitarbeiter, die meist auf Minijobbasis arbeiten. Neben dem Entleeren müssen sie auch verdreckte oder kaputte Kleidung entsorgen. Der Anteil der Kleidung, die im Müll landet, wächst stetig.
Das Problem hat mehrere Ursachen:
• Gesetzliche Regelung: Nur völlig kaputte Kleidung darf in den Hausmüll – dadurch wird alles andere in Containern entsorgt, auch minderwertige Ware.
• Fast Fashion: Immer billigere Kleidung wird schneller gekauft und weggeworfen, oft kaum getragen.
• Fehlende Abnehmer: Früher gingen viele Spenden ins Ausland (z. B. nach Vietnam, Rumänien, Russland). Heute werden sie kaum noch abgenommen, die Lager sind voll.
Dadurch stapelt sich Kleidung in Containern und Lagern.
Die Kleiderkammer ist ebenfalls voll.
Auch die einzige verbliebene Verwertungsfirma in der Region (Dortmund) ist überlastet. Statt dreimal pro Woche können die DRK-Mitarbeiter ihre Ladungen nur noch einmal abgeben. Die Container quellen über, was das Problem noch verschärft.
Die Einnahmen sind minimal: nur noch 10 Cent pro Kilo, wodurch kaum noch Vereinsarbeit finanziert werden kann. Perspektivisch droht sogar die Schließung aller Altkleidercontainer in Herdecke.
Fazit: Das System steckt in einer Krise: zu viel minderwertige Kleidung, zu wenige Abnehmer, sinkende Einnahmen – und damit ein drohendes Aus der Altkleidersammlung.