26/03/2026
Wir setzen uns weiterhin für das Jugendparlament ein damit, das Jugendparlament Harsewinkel weiter besteht.
Für ein demokratisches und vielfältiges Greffen, Harsewinkel und Marienfeld
Demokratie wächst durch Vertrauen - nicht durch Abschaffung und Gegenwind. Das Problem ist nicht das Jugendparament, sondern die Rahmenbedingungen, die müssen geändert werden. Die Zahl 13 ist realitätsfern und unflexibel.....
In Harsewinkel soll das Jugendparlament nicht in Kraft treten, weil sich statt der benötigten 13 nur 11 Mitglieder beworben haben. Doch diese Zahl ist kein Misserfolg, sondern vielmehr ein ermutigender Anfang. Demokratie lernt man nicht theoretisch, sondern durch Mitmachen, durch Verantwortung und durch eigene Erfahrungen. Ein Jugendparlament ist daher kein bloßes „Nice-to-have“, sondern ein zentraler Lernort für demokratische Kultur. Wird ein solches Projekt bereits bei den ersten Schwierigkeiten aufgegeben, sendet das eine problematische Botschaft: Wenn etwas nicht sofort perfekt funktioniert, lohnt es sich nicht, weiterzumachen.
Dabei sind elf engagierte Jugendliche ein klares Zeichen von Interesse und Bereitschaft, sich einzubringen. In vielen Bereichen – etwa in Vereinen, im Ehrenamt oder in der Kommunalpolitik – gibt es Nachwuchsprobleme, ohne dass diese Strukturen gleich abgeschafft werden. Eine geringere Zahl an Bewerbungen bedeutet nicht automatisch Desinteresse. Häufig sind vielmehr mangelnde Bekanntheit, zu hohe Einstiegshürden oder fehlende Unterstützung die Gründe. Die logische Konsequenz daraus sollte sein, das System zu verbessern und zugänglicher zu machen, anstatt es komplett aufzugeben.
Auch aus pädagogischer Sicht ist ein Jugendparlament von großer Bedeutung. Politische Bildung funktioniert am besten durch echte Beteiligung: durch eigene Projekte, durch Diskussionen und durch die Möglichkeit, tatsächlich Einfluss auf Entscheidungen zu nehmen. Genau das fördert ein Jugendparlament. Es stärkt das Verantwortungsgefühl junger Menschen, ihr Verständnis für demokratische Prozesse und ihr Vertrauen in politische Strukturen. Wird diese Chance genommen, schwächt das langfristig die demokratische Kultur vor Ort.