22/02/2018
www.CheckDeinLehrer.org
Mit viel Freude, aber auch Besorgnis haben wir den Artikel im Hamburger Abendblatt zur Seite „CheckDeinLehrer.org“ wahrgenommen. Die Unterstellung, dass gegen Lehrer gehetzt werden würde, weisen wir aufs Schärfste zurück. Jegliche Kommentare werden von Schülerinnen und Schülern verfasst, die genauso wie jeder andere ein Recht auf freie Meinungsäßerung haben. Die Benotungen dienen außerdem lediglich der sachlichen Kritik. Beleidigungen und Kommentare die andere Straftatbestände erfüllen werden, soweit dies möglich ist, von uns ausgelesen und danach gelöscht.
Die Schule und damit auch die Lehrer sind jedoch ein wichtiger Bestandteil der Sozialisation junger Menschen. In Zeiten der zunehmenden Rechtsentwicklung ist es gerade wichtig, dass die Meinungsfreiheit mehr denn je im Vordergrund steht, solange es von der Meinungsfreiheit gedeckt ist, dazu gehören selbstverständlich keine Beleidigungen oder rassistische Äußerungen. Lehrer sollten allerdings gerade unterschiedliche Meinungen fördern und nicht einzelne durch Zensur verbieten lassen. Dies geschieht allerdings, wenn sich Lehrer auf unserer Seite ungerecht behandelt fühlen und juristisch dagegen vorgehen wollen. Uns erreichen einige Nachrichten, wonach die besagte Lehrerin, die Anzeige erstattet hat, nun im Unterricht versucht herauszufinden, wer die Bewertungen über sie abgegeben hat. Sie drohte außerdem vereinzelten SchülerInnen mit einer Klage, sofern diese Bildschirmaufnahmen von den Bewertungen besäßen. Auf welcher Rechtsgrundlage dies geschehen solle, ist nicht ersichtlich. Nun sollte zuerst einmal die kostbare Unterrichtszeit besser genutzt werden, zum Anderen sind Kollektivstrafen wie Nachsitzen für alle SchülerInnen kein probates Mittel. Leider ist dies allerdings nach Aussagen der SchülerInnen zuletzt vorgefallen. Interessant ist auch die Tatsache, dass die deutsche Rechtsprechung eine solche Plattform zulässt. In ständiger Rechtsprechung, bis hin zum Bundesgerichtshof, ist die Meinungsäußerungsfreiheit genug geschützt, um Lehrerbewertungen im Internet zuzulassen.
Interessant ist auch die Tatsache, dass LehrerInnen nun vermehrt versuchen Ihre Profile besser darstellen zu lassen, indem sie sich selber „benoten“. Dies geschieht vornehmlich in der Unterrichtszeit. Auch hier zeigt sich wieder ein Problem im Bildungssystem. Es zeigt uns aber auch, dass die Lehrer die Plattform ernstnehmen. Statt sich jedoch selbst 5-Sterne zu geben, wäre es vor allem an der Zeit den Unterricht auf 5-Sterne zu bringen. Die mangelnde Kritikfähigkeit vieler Lehrer zeigt sich hier besonders und lässt eine solche Plattform unausweichlich werden.
Die Plattform ist erstellt worden, um Das Hamburger Bildungssystem kritisch zu hinterfragen und auch LehrerInnen in die Pflicht zu nehmen, einen vernünftigen Unterricht zu machen und den Schülern gegenüber fair zu sein. Die im Artikel genannten Feedback-Methoden sind jedenfalls nicht so erfolgreich und ehrlich, wie eine anonyme Bewertung. Sie werden von den LehrerInnen weder ernst genommen, noch sind sie größtenteils Anonym. Des Öfteren haben wir von Feedback-Bögen gehört, die mit Namen versehen werden sollen. Alternativ kennt ein Lehrer die Handschrift seiner SchülerInnen oder kann diese herausfinden. Anonymität ist in diesen Fällen jedenfalls nicht gewahrt. Es wird Zeit, dass es endlich ein vernünftiges Feedback von SchülerInnen gibt.
Der Name der Seite weißt einem grammatikalischen Fehler auf, der im Sprachgebrauch der heutigen Jugend allerdings so gebraucht wird. Wir verschließen uns der Wandlung der Sprache nicht und weisen darauf hin, dass der Name so auch einfach flüssiger ist. Zu guter Letzt weisen wir allerdings auch auf journalistische Fehler hin. Die Aussage dass nicht jede. weiterführende Schule in Hamburg eingetragen ist, ist schlichtweg falsch. Bei jeder Schule kein Lehrer hinzugefügt werden sofern dies aber noch nicht geschehen ist, kann man sie nicht aus der Suchfunktion herausfiltern.
Bei der Website geht es lediglich um die Bewertung einzelner LehrerInnen, was vom Recht auf freie Meinungsäußerung gedeckt ist, nicht jedoch ums verletzen ihrer Persönlichkeitsrechte.
Massive Kritik an neuem Bewertungsportal. Die Schulbehörde würde gern einschreiten – darf es oft aber nicht.