11/12/2021
Achidi John - Das war Mord❗
Vor 20 Jahren starb Achidi John. Er wurde nicht nur Opfer von rassistischen Polizeimaßnahmen, sondern auch von einer Praktik, die heute als Folter anerkannt ist: dem Brechmitteleinsatz. Durchgeführt von deutschen Polizist*innen und Mitarbeiter*innen der Rechtsmedizin des Universitätsklinikums in Hamburg.
Zum Gedenken an Achidi John und gegen den strukturellen Rassismus sind wir gestern mit einigen Dutzend Menschen auf die Straße gegangen. Das Gedenken an Achidi John und das Benennen der Täter*innen muss erkämpft werden. Erkämpft gegen das UKE, dass sich seit Jahren gegen eine Aufarbeitung wehrt und gestern sogar verhindert hat, dass die Kundgebung - wie angemeldet - auf dem Gelände neben der Rechtsmedizin stattfinden kann. Erkämpft gegen das von der Versammlungsbehörde, die die Demo nicht über das Gelände des UKE gehen lassen wollte. Erkämpft gegen den Hamburger Senat, der gemeinsam mit den Stimmen von AfD, CDU & FDP seit Jahren verhindert, dass eine Aufarbeitung, eine Entschädigung, ein Gedenkort für die Opfer oder auch nur ein Eingeständnis der politischen Schuld ermöglicht wird. Unser Dank geht raus, an die Initiative zum Gedenken an Achidi John, die das staatlich gewollte Vergessen verhindert! ✊
👥 Während die Betroffenen unsichtbar gemacht werden sollen, machen die Verantwortlichen und die Täter*innen Karriere. Die durchführende Ärztin stieg zur Universitätsprofessorin auf, der Leiter der Rechtsmedizin, Klaus Püschel, wurde letztes Jahr "in Ehren" in den Ruhestand gelassen und der verantwortliche Innenminister, der diese Foltermethode politisch zu verantworten hat, ist jetzt Bundeskanzlerin geworden: .
Anscheinend konnte Püschel die seit 2006 vom europäischen Gerichtshof für Menschenrechte als Folter bestätigte Methode der Brechmitteleinsätze noch bis zu seinem Arbeitsende bei Einwilligung der Betroffenen durchführen. Obwohl Ärzt*innenverbände bereits vor dem Urteil erklärt hatten, dass diese Praxis unvereinbar mit dem Berufsstand ist.
Zum Schluss möchten wir euch noch auf eine jüngst im FSK erschienene Sendung hinweisen, in der ein Aktivist der Gedenkini verdeutlicht, dass dieser tödliche institutionelle Rassismus in Behörden, in der Polizei und in der Universität von einem breit getragenen gesellschaftlichen Rassismus ermöglicht wurde und es auch weiterhin wird. Hört da unbedingt rein, der link ist in den Kommentaren.
Neben Trauer und Wut nehmen wir von der Kundgebung mit, dass wir noch stärker als bisher prüfen müssen, wie Rassismus auch in der Uni institutionell verankert ist und, dass es unsere Verantwortung ist, dagegen zu kämpfen!
Kein Vergeben, kein Vergessen